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Gast

Diskriminierung wegen Schwerbehinderung § 3 Abs. 2 AGG

Werte Damen und Herren,

seit 30 Jahren bin ich bei meinem Arbeitgeber beschäftigt. Seit 13 Jahren habe ich eine Behinderung. Seit 12 Jahren bin ich schwerbehinderten Menschen gleichgestellt. Und, seit 3 Jahren bin ich Schwerbehindert.

Für Schwerbehinderte gelten bei meinem Arbeitgeber sogenannte Teilhaberichtlinien. Dem nach sollen Schwerbehinderte in ihrer beruflichen Entwiklung möglichst gefördert werden. Doch Fehlanzeige.

Mehrere Anfragen bezüglich den Teilhaberichtlinien, ob und wie eine berufliche Förderung bei mir möglich ist, wurden nicht beantwortet. Ebenso damit verbundene Fragen, was konkret einer Förderung meiner Person ursächlich im Weg steht, blieben unbeantwortet.

Auch wenn die Teilhaberichtlinien relativ unbestimmt formuliert, und lediglich als Empfehlungen für den Arbeitgeber anzunehmen sind, sehe ich mich durch die schlichte Ignoranz, diese Empfehlungen in keinster weise auf mich anzuwenden, mittelbar benachteiligt (§ 3 Abs. 2 AGG).

Liege ich damit richtig oder bin ich auf dem Holzweg?

MfG
Frage Nummer 3000010639
Antworten (7)
wenn ich das jetzt einigermaßen richtig verstehe, machst Du grundsätzlich seit 30 Jahren den gleichen (oder zumindest vergleichbaren) Job.
Offensichtlich ist Deine Behinderung für diesen Job nicht von Nachteil. Wofür also erwartest Du besondere Förderung.
Die Regelung ist nach meinem Verständnis dafür gedacht, Behinderte, die ihren Job nicht mehr ausüben können, so zu fördern, dass das entweder wieder möglich ist oder sie eine gleichwertige neue Tätigkeit ausüben können.
Sie ist nicht dafür gedacht, Karriereplanungen voranzubringen. Dafür ist jeder Arbeitnehmer selber zuständig. Manchmal hilft der AG dabei, er muss es aber nicht
Gast
Auch ich verstehe es so, dass jemand mit einer schweren Behinderung ja problemlos weiter beschäftigt und bezahlt wird, und den aktuellen Job ja macht bzw kann.
Vielleicht hat der Arbeitgeber schon längst alles ihm mögliche zur beruflichen Förderung von Behinderten getan, und sieht keine weiteren Möglichkeiten und auch keine Notwendigkeit, mehr zu tun?
Ohne weitergehende Informationen würde ich also sagen, dass Du auf dem Holzweg bist, es sei denn, Du erzählst uns mehr, warum konkret Du weitere Förderung beanspruchen willst.
Fehlt Dir z.B. eine Rollstuhlrampe? Bist Du mit dem jetzigen Job unter- oder überfordert?
Du siehst, es ist immer eine Auslegungssache.
Eigentlich solltest Du froh sein, überhaupt weiter arbeiten zu können. Es gibt sehr viele Betriebe, die können gar nicht Behinderte integrieren. Aus technischen oder logistischen Gründen.
Diskriminierung mag sogar sein.
Aber nicht wegen der Behinderung, sondern wegen des Alters.
Wenn Du seit 30 Jahren dort beschäftigt bist, dann bist du wahrscheinlich über 50.
Da lohnt sich eine Förderung und Weiterbildung nicht mehr.
Hallo, ich bin selber schwerbehindert und kann Dir nur raten, Dich beim örtlichen "Integrationsfachdienst" zu melden und Dich beraten zu lassen. Die sollten Deine Frage beantworten können bzw. Hilfe anbieten.

Gruß
Thomas
Was konkret erwartest Du denn von Deinem Arbeitgeber? Ob und wie eine berufliche Förderung nötig und sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Liegt denn eine Beeinträchtigung vor, die durch eine Förderung gemindert werden kann, oder geht es nur darum einmal die Behindertenkarte zu spielen, weil Du glaubst ein Recht darauf zu haben?
Eine Förderung ins blaue hinein, einfach um der Förderung willen, wird ein Arbeitgeber auch bei nichtbehinderten Mitarbeitern nicht bezahlen.
Für eine Förderung mußt du ein Ziel benennen und dieses Ziel muß für deine Arbeit nützlich sein. Wenn du da gute Argumente hast, wird ein kluger Arbeitgeber darauf eingehen. Wenn nicht, ist das sein Pech und nicht deines.
Wenn du nur zu deiner Erbauung oder geistigen Erfrischung gefördert werden willst, dann musst du das selbst bezahlen. Förderung muß auch Sinn machen und ist kein Selbstzweck.
Mal kurz einen Blick auf die Arbeitgeber-Position geworfen, okay?

Da sitzt einer, der ist seit 30 Jahren bei mir, macht die ganze Zeit den selben Job (korrekt?) auch wenn er vielleicht über die Jahre etwas "klappriger" geworden ist. Und jetzt auf einmal, auf die alten Tage, hat er diese Idee, daß er nun einen Karriereschub braucht und gefördert werden will. Weil das ja für Schwerbehinderte so sein soll. All die Jahre davor hatte er keinen Ehrgeiz, sich fördern zu lassen und Karriere zu machen - was ich ihm vielleicht sogar gewährt hätte.

Irgendwie wird der mir mit seiner "Schwerbehinderten-Masche" lästig. Kann der nicht einfach verschwinden?

... So, das war jetzt vielleicht etwas überzeichnet, aber würden Sie den Chef verstehen, wenn er so dächte?

Wie schon ein anderer Forist ansprach - die Förderung ist wohl hauptsächlich für Leute gedacht, die ohne sie entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Sie aber wollen anscheinend - als "Spätberufener" - eine Karriere starten - oder was wäre die Förderung, die Sie sich wünschen?

Vielleicht sind Sie inzwischen das Ziel einer bisher ganz milden Form von Mobbing? Und die Diskriminierung ist nicht wegen der Schwerbehinderung, sondern wegen der Art, wie Sie damit umgehen?