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Noch Fragen?

Du kannst nur jemanden lieben, wenn du dich selber liebst. Was soll DAS denn bedeuten?!

Jaja, nun schreit mal nicht alle wieder, wie DUMM diese Frage ist. Ich gebe es ja zu, ich kapiers einfach nicht. Wieso ist die Fähigkeit, jemand anderes zu lieben angeblich nur dann gegeben, wenn man sich selber liebt? Heisst es nicht, dass Narzissten niemanden wirklich lieben können? Und was bedeutet das eigentlich, sich selbst zu lieben? Woran merkt man, dass man sich selber liebt? Wer kann es mir erklären? Ist das am Ende nur so Esoterik-Quatsch?
Frage Nummer 17874
Antworten (17)
Dieser Satz ist einfach eine dieser immer auf's neue kritiklos wiederholten "Lebensweisheiten", die in ihrer Einfachheit vielleicht manchmal sogar zutreffend sind, aber, wie Sie ja selber zeigen ("Heisst es nicht, dass Narzissten niemanden wirklich lieben können?") bestimmt keine universellen Wahrheiten darstellen.

Vermutlich ist die Quintessenz: wer mit sich selber nicht klar kommt, wird auch Probleme haben, andere Menschen für sich einzunehmen.
Lass mich dem Esoterik-Verdacht ganz nüchtern ein Beispiel aus der Praxis gegenüber stellen: Frauenhausfall. Er schlägt wiederholt zu, sie kehrt jedes Mal zu ihm zurück. "Aber ich liebe ihn doch so!". Aus dem Stand kommt mir mehr als eine Idee, was es außer "wahrer Liebe" sonst noch sein könnte, was sie an ihn bindet. Das geht vom Ziehen des Selbstwerts daraus, dass überhaupt jemand sie liebt, und wenn es so ein Idiot ist, über die Sehnsucht nach Sicherheit/Angst vor Veränderung, bis hin zum insgeheimen Glauben, sie sei ja tatsächlich so unwert und er habe ja Recht, sie so zu behandeln. Wirklich zu lieben ist eben etwas anderes als den Anderen zu brauchen um elementare empfundene Defizite auszugleichen. Wirklich zu lieben heißt, ich bin auch ohne den anderen "heil" und kann mich ihm so, wie er ist, nähern statt ihn zu instrumentalisieren.
ja so ein paar Semester Sozpäd helfen da schon zur Klärung
Hm. das mit dem Frauenhaus, ok. Ja klar. Aber sich selber LIEBEN? Woran merkt man es, dass man sich selber LIEBT?! Und jemand der zB irgendwie Probleme mit sich hat ist dann kategorisch nicht in der Lage einen anderen Menschen zu lieben?! Also ich bin nicht immer und allezeit mit mir selber im Reinen und ich finde meine Aktionen auch nicht allezeit supertoll. Und ja, manchmal wundere ich mich, dass mein Mann mich erträgt. Sagen wir mal so, ich nehme mich selber als halbwegs akzeptablen Mitbewohner wahr. Aber mein Mann liebt mich wirklich (das merke ich) und ich liebe meinen Mann auch sehr.
Verdiene ich dann seine Liebe in Zeiten des Selbstzweifels also nach den obigen Spruch nicht? Oder ist meine Liebe zu ihm dann falsch, nur weil ich nach zB der Geburt meiner zwo Kinder meinen Körper, na, sagen wir mal , gewöhnungsbedürftig finde? DAs ist doch totaler Unsinn.
„Jemanden lieben“ bedeutet, vollkommen auf den anderen eingehen zu können. Und dafür muss man gedanklich frei sein, ansonsten beschäftigt man sich mehr mit sich selbst als mit dem anderen. Sich selbst lieben bedeutet in diesem Fall somit eben gerade nicht die narzisstische Liebe (eines Kindes). Denn diese ist viel zu selbstbezogen, um auf den anderen einzugehen. Und irgendwelche Pölsterchen, assymetrische Körpermerkmale oder Frisurprobleme sind solange unproblematisch, wie du diese nicht für dich permanent in den Vordergrund rückst. Lies dazu mal Hesse: Wer lieben kann, ist glücklich!
Das heisst also, Stechus, dass ich vollkommen auf mich eingehen muss (wie geht das?!) damit ich dann vollkommen auf jemand anderen eingehen kann? Hm. Kapier ich leider immer noch nicht. Wenn es hiesse, nimm dich selbst an (akzeptiere dich und deine Schwächen), dann kannst du auch jemand anderes annehmen (wie er ist), dann macht es Sinn. Aber ist das annehmen einer Person gleichzusetzen mit Liebe , oder nicht eher sowas wie sich ok finden? Ich finde den SAtz oben einfach unglaublich arrogant, denn er spricht fast allen Menschen die Fähigkeit ab, selber zu fühlen, ob sie jemanden lieben oder nicht. Dann könnte nur derjenige Liebe erfahren oder geben, der völlig heil ist und in sich ruht. DAs allerdings wiederspricht total meiner Lebenserfahrung. ABer nun, ist ja auch nur ein Spruch, um was unfassbares in einen hübschen, einfachen SAtz zu fassen. Was anderes kann ich darin nicht erkennen.
Es ist, Erich Fromm zufolge, im Sinne von Selbstannahme gemeint; in Abgrenzung von Narzißmus und Überheblichkeit. Auch die Bibel sagt und meint das ganz wörtlich: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst". Nicht weiter schwer, oder?
@Sini: HALLO? DU gräbst ein Zitat aus, und gibst vor, es erklärt haben zu wollen. ICH gebe mir Mühe, es zu tun (ohne, dass es meiner Meinung entspricht) und als Replik erhalte ich SOWAS! Du wolltest nur bestätigt haben, dass das Zitat aussagelos ist, sofern es nicht näher erläutert wird. Erinnert mich an die von starmax so häufig losgetretenen moderierten Fragen. Hast du vielleicht seine Beiträge zu oft gelesen?
Lieber Stechus, es stimmt, dass es so aussieht, als ob ich hier jemanden testen will. Ich habe diese Frage aber in der Zwischenzeit reichlich in meinem Inneren gewendet (jemand hatte mir den Spruch einfach so plakativ vor die unlackierten Fussnägel geschmissen) und auch mit anderen Leuten im echten Leben besprochen, sodass ich zu einer Meinung gelangt bin. Ich habe Sie nicht in irgendein Meinungsmesser laufen lassen wollen und schätze Ihre Antwort sehr. Aber ich sehe ein, dass ich anscheinend ein Verhalten an den Tag lege, dass ich Starmax vorgeworfen habe. Ich nehme hiermit meinen Vorwurf an Starmax zurück und hoffe, Sie, liebe, kluge Stechi nicht ernsthaft tief verärgert zu haben.
Hm,Hm, Kaktus - Du als Anhängerin der "Reinen Lehre"? Warum der Seitenhieb auf meine Beiträge? Komm, komm, gib ruhig zu, daß auch Du dadurch reflektiert oder sogar dazugelernt hast.
Ich denke, es war sininen durchaus ernst mit ihrer Frage. Ich habe mir mit meiner Antwort deshalb auch Zeit gelassen.
Man sollte die ganze Chose hier doch nicht zu verbissen sehen...
@starmax: Ích gebe es gerne zu und habe das auch immer getan. Für geistige Anregungen bin ich stets zu haben. Besonders gut gefallen hat mir z.B. die Geschichte mit der Zwangentwertung des Geldes. Ich betrachte das hier ja auch als Diskussionsforum und gebe es zu.
Wie ist denn hier heut so der Stand der Dinge? Dieses Thema stammt aus der guten alten Zeit, ohne Querulanten wie OberkänGuru und SchawelAlex...
Liebe Dich selbst: Die Selbstliebe bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst. Der Begriff ist sinnverwandt, jedoch nicht vollständig synonym, mit Begriffen Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstwert.
Von Denkern wie Erich Fromm wird die Selbstliebe als Grundlage dafür gesehen, andere Menschen lieben zu können. Psychotherapeutische Konzepte beschreiben die Selbstliebe entsprechend als Voraussetzung für eine gute Verbindung zur Welt und zu anderen Menschen.
Selbstliebe ist ein wesentlicher Teilaspekt des umfassenderen Selbstwertgefühls das in einem hohen Maße nicht nur unser Selbstbild bestimmt, sondern auch Basis eines wertschätzenden Umgangs mit anderen Menschen ist. ...
Das oberste bibliche Gebot: ,Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.‘ (Lev. 19,18; Lk. 10,27) bezieht sich auch auf die Selbstliebe. Das Gebot wird häufig falsch ausgelegt: ,Liebe Deinen Nächsten‘ im Sinne von ,Du musst Dich um Deinen Nächsten kümmern und sorgen, seinen Wert höher setzen als Deinen‘. Die im Gebot enthaltene Selbstliebe wandelt sich auf Kosten der Selbstliebe zum Gegenteil, statt Liebe Dich selbst wird es zu ,Liebe die anderen, Dich selbst zu lieben wäre egoistisch und steht Dir nicht zu.‘
,Sich selbst zu lieben, gibt Kraft und Leben.‘ - ,Selbstliebe heißt, mit dem eigenen inneren Selbst in Verbindung zu stehen und sich als Individuum mit speziellen Charakteristika zu erkennen, ohne damit ein Werturteil zu verknüpfen.‘ (Mia Leijssen) - Das ist leichter gesagt als getan, Mohr (2011) und Zurhorst (2004) geben praktische Anregungen dazu.

Selbstliebe

'Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte
für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe
und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise
und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man
“Ehrlichkeit”.'
(Charlie Chaplin - Auszug)

@immo luenzer: was hat der stern uns denn da für einen komischen Vogel gesandt? Solche Antworten schaffen sonst ja noch nicht mal Zombies!
Bitte nicht den Begriff "Liebe" überinterpretieren! Man kann auch "mag" und "mögen" sagen! Mit körperliche Unzulänglichkeiten hat das auch nichts zu tun, sondern nur mit der Psyche. Das heißt, wer in sich das böse erkennt, kann auch andere nicht trauen! Aber auch, wer sich selber nicht verzeihen kann, weil die eigenen Ansprüche nicht erfüllt werden können, kann andere auch nicht verzeihen!

Nur wer sich mit seinen Fehlern akzeptiert und sein eigenen Wert kennt, nämlich das man trotzdem ein wertvoller Mensch ist, obwohl man grade kritisiert wird oder Andere sich sogar über ein lustig machen, kann damit richtig umgehen und verzeihen, denn die Meinung Anderer macht selbstbewusste Menschen nicht so viel aus wie es bei psychisch labilen ist, die daran sehr lange knabbern/leiden und regelrecht Hass entwickeln.