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Noch Fragen?

Euro-Austritt

Kann Deutschland überhaupt aus dem Euro austreten, ohne dass Deutschland aus der EU austritt?
Frage Nummer 75828
Antworten (17)
Was hat die Mitgliedschaft beim Euro mit der Mitgliedschaft in der EU zu tun? Von den 28 Mitgliedstaaten haben nur 17 Staaten den Euro als Währung, die anderen 11 Staaten sind trotzdem Mitglieder der EU. Mir wird nur angst und bange, wenn ich sehe, was für politisch ungebildete Individuen demnächst den Bundestag wählen dürfen.
Schon, aber irgend wo meine ich mal gelesen zu haben, dass die Verträge mit dem Euro so gemacht wurden, dass man da nur raus kommt, wenn man aus der EU austritt. Bin mir da aber nicht mehr so ganz sicher.
Aktuell ist die Lage so, dass Griechenland gerne die Drachme wieder einführen darf, ohne die EU verlassen zu müssen.
@Denis Und wenn schon. Dan trittst du halt aus und dann gleich wieder ein.
tatsächlich gibt es keinerlei rechtliche Basis für einen Austritt oder einen Auschluss welchen Landes auch immer aus dem Euro. Dieser Fall ist einfach nicht vorgesehen.
Sollte ein Land das wollen, müsste es die Zustimmung der anderen einholen oder die EU als ganzes verlassen.
Griechenland würde möglicherweise die Zustimmung erhalten und man würde Prozeduren finden, den Austritt zu gestalten. Aber "rauswerfen" kann man sie nicht.
Da D wiederum nie im Leben die Zustimmung der anderen erhalten würde, hat Denis mit seiner Frage nicht ganz unrecht. Solange es den Euro gibt, ist D dabei, ob es will oder nicht.
Meines Wissens darf man kein Land zwingen, aus der Eurozone auszutreten, aber jedes Land hat das Recht, es von sich aus zu tun. Das wurde bei der Griechenlanddiskussion klar.
@Dara: Wenn Du nicht meinen Worten glaubst, dann vielleicht Deinen Favoriten: Nein
Wobei dieses Szenario mal theoretisch durchleuchted wurde. Was passiert mit Deutschland, wenn wir aus der EU austreten, um den Euro loszuwerden. Wahrscheinlichstes Ergebnis: Zusammenbruch der deuschen Schwerindustrie, durch Zölle auf unsere Waren, extreme Währungskurse aufgrund der Wirtschaftsleistung und am Ende Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit.
Dann hätten sich allerdings auch die Währungskurse wieder stabilisiert.
D´s Austritt aus dem Euro ist das einzig richtige. Zwar würde der 40%ige EU-Export stark abnehmen, aber durch eine sofortige, automatische Aufwertung (ca 35-40%) einer neuen deutschen DM würd dies durch verbilligte (Energie-/) Importe gut kompensiert.
@ ing793
Man kann natürlich tendenziöse Artikel finden. Ein ehemaliger Verfassungsrichter stellt das in der FAZ ganz anders dar. Wer nun was glaubt, bleibt jedem selbst überlassen.
@ Skorti
Die 40 % Exportquote in die europäischen Länder hatte Deutschland schon vor der Einführung des Euro, und das würde auch bei einem Ausstieg Deutschlands aus der Eurozone so bleiben. Die Behauptung, dass Deutschland vom Euro profitieren würde, ist nie bewiesen worden (Falls doch, würde mich das brennend interessieren, aber selbst die renommierte Zeitschrift "Wirtschaftswoche" hat dankend abgewinkt.) Bei diesem Thema werden aus ideologischen Gründen Ängste geschürt.
@Dara: tendenziöser Artikel? Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass das aus der von Dir doch so hochgelobten und zur Wahl empfohlenen AfD stammt?
Sei's drum - wir reden aneinander vorbei. Nehmen wir für einen Augenblick mal an, Deine Auffassung sei richtig und es wäre besser für D, aus dem Euro auszutreten.
Dann gibt es ein Problem, denn in den aktuellen Verträgen gibt es Verfahrensweisen, wie man 'reinkommt und welche, wie man sich drin verhält, aber es gibt eben keine, wie man 'rauskommt. Es gibt keine Kündigungsfristen, keine Rechte und Pflichten. Ich rede hier nur über den Formalismus und die Jurisdiktion. Ein Austritt würde Ergänzungen zu den Verträgen notwendig machen und die hingen von der Zustimmung anderer ab.
Man kann diese Zustimmung möglicherweise abpressen, man kann die Notwendigkeit einfach ignorieren, aber einfach ist es nicht.
@ ing793
Natürlich ist mir aufgefallen, dass der Artikel von der AfD war. Ich mache mir nicht in allen Fragen deren Meinung zu eigen, aber ich nutze das Protestpotential gegenüber den Etablierten, das sonst nur die Linke oder die NPD bieten würden, aber das wären keine Alternativen für mich.
Der von mir verlinkte Artikel zeigt aber auf, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, aus der Eurozone auszusteigen, nämlich wenn die geschlossenen Verträge nicht eingehalten werden, was ist massiv der Fall ist.
@Dara: Der von Dir zitierte Artikel nimmt Bezug auf die innerdeutsche Möglichkeit, dass das BVG einen Austritt aus dem Euro vorschreiben kann. Er nimmt keine Stellung zur innereuropäischen Rechtslage, die nur einen Ausweg aus dem Euro zuläßt.
Es ist möglich, dass das BVG einen Austritt aus dem Euro verlangt. Folge wäre, dass Deutschland dann nicht mehr EU-Mitgleid ist.
Der Aspekt wird in dem Artikel nicht beleuchtet, es geht nur um die deutshce Verfassung.
@Dara: Schon vor dem Euro waren wir aber EU-Mitgleid. Durch den ECU waren die Wechselkurse seit 1979 zu gut wie festgelegt. Ohne diese Regelung wären unsere Exporte in die EU schon in den 80ern zusammen gebrochen.
Ich stelle fest, dass ich nicht mehr in der Lage bin das Wort "Mitglied" fehlerfrei zu schreiben.
Grummel
@skortie

Die Länder haben durchaus öfter mal abgewertet in der von dir angegeben Periode, z.B.: : hier Und genau das geht jetzt nicht mehr.