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Firmenpleiten

Wieso müssen viele deutsche Traditionsfirmen ( Märklin, Schiesser, Neckermann, Grundig u.v.a.), schließen? Liegt das an mangelhaftem Management oder an weltweiter Billigkonkurrenz?
Frage Nummer 45374
Antworten (12)
Das Märklin-Problem ist für mich noch das erklärbarste: die alten Eisenbahn-Freaks werden immer älter und kaufen nichts mehr,die jungen Leute haben kein Interesse mehr an Modelleisebahnen. Die anderen Firmen leiden eher an der Konkurrenz durch das WWW,wo jeder suchen ,vergleichen und kaufen kann.Wenn deren Angebote nicht attraktiv genug sind,haben sie das Nachsehen.
@Bellicosa: da irrst Du Dich. Gerade Märklin ging in die Pleite wegen ausgewiesenem Missmanagement. Soweit die Struktur der Firma wieder sinnvoll ausgerichtet ist, ist die Firma "wieder da", wie es so schön heißt.
Und das ist meistens der Fall: Familienunternehmen schaffen es oft nicht, sich rechtzeitig auf neue Marktsituationen einzustellen. "Das haben wir schon immer so gemacht", "das geht schon vorbei" - und schon ist das Malheur da.
The Times they are A-Changing.
Neckermann hat in Zeiten von Amazon und Ebay einfach einen Trend verschlafen oder falsch angepackt. Und es wird nicht der letzte Laden sein, der wegen "Müdigkeit" plete geht.
@hphersel: die Geschichte mit dem Missmanagement habe ich natürlich nicht vergessen,zumal mein Papa ein Super-Märklin-Fan ist. Aber die Insolvens durch Missmanagement ,die mal eine zeitlang abgewendet war,ist doch wohl momentan wieder aktuell,aber eher aus den von mir genannten Gründen,oder?
letztendlich liegt es doch an uns, den Verbrauchern. Wir haben es in der Hand, qualitativ gute Produkte für etwas mehr Geld zu kaufen, oder in einer Wegwerfgesellschaft zu leben
@Musca: sehr richtig,aber,wie ich schon sagte,dieTop-Qualität interessiert eher die älteren,finanziell besser gestellten Verbraucher,die jungen Leute orientieren sich mehr an Trends,Werbung oder Aussagen von Freunden.
Meiner Meinung nach liegt es - neben den verschlafenen Trends - am veränderten Kaufverhalten der Deutschen: "Geiz ist geil", und "Schnäppchen um jeden Preis!
das hängt mit der Eigentümerstruktur zusammen:
inhabergeführte Mittelständler arbeiten langfristig und in der Regel solide. Problematisch wird es beim Generationswechsel. Entweder fehlt der Nachfolger oder es sind zu viele da und die streiten sich.
Letztendlich führt das erstmal dazu, dass ein externer Geschäftsführer eingestellt wird und da leidet die Verbundenheit zwischen Mitarbeiter und Führung. Bei ergebnisabhängiger Bezahlung und mit fremdem Geld geht man schon mal Risiken ein.
Dazu kommt, dass manche Erben halt in erster Linie Erben sind. Die Firma wird verkauft an einen Investor, der bürdet die Kaufsumme der Firma auf und schon geht die über die Kapitalkosten in die Krise. So geschehen bei Märklin und bei Grohe - operativ profitabel, aber durch die Kapitalkosten ausgesaugt.
Und wenn es doch gut geht, dann verkauft der Investor an den nächsten Investor und das Spiel beginnt von Neuem...
@ Bellicosa: Hat Märklin wieder Probleme? Das höre ich jetzt zum ersten Mal...ich sehe, wie neue Produkte und neue Produktlinien auf den Markt kommen, wie alte Verkaufserfolge wie die klassische V200 in modernisierter Form neu aufgelegt werden , komplett neue Produkte liegen in der Pipeline - ich sehe keine Negativschlagzeilen für Märklin. Glücklicherweise - was sollte ich sonst mit meiner Modellbahn machen? :-)
@hphersel : Sie haben recht ,es scheint wieder aufwärts zu gehen bei MÄRKLIN !
Ich habe dazu diesen Artikel gefunden- hoffentlich ist es nicht nur ein Srohfeuer!!!
Viele Firmen gerade in Schieflage wegen Managementfehlern und auch weil mit der Zeit die Visionen fehlen. Eine gute hierfür kann eine vernünftige Restrukturierung sein. Diese wird oft durch Fördermittel bezuschusst.