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Gast

Förderschule bei Autismus

Mein Sohn ist Autist. Soll er auf eine normale Schule oder auf eine Förderschule gehen?
Frage Nummer 101617
Antworten (18)
Normale Schulen bzw. Lehrer sind damit überfordert. Förderschulen sind spezialisiert und kompetenter.
Zwei befreundete Lehrer in Realschule und Gesamtschule sind absolut gegen die Inklusion.
Guten Morgen lieber Amos. Das ist nur eine Zombiefrage hier. Kein Mensch mit einem autistischen Kind würde das hier anfragen. So jemand hat längst kompetente Berater. So ein spezielles, weitreichendes Thema hier kurz und bündig anzufragen - die werden immer fauler und gedankenloser. Und bald taucht ein Zombiekollege, oder mehrere, auf und gibt vorgefertigte Binsenweisheiten von sich.
Du wirst recht haben. Warten wir mal die stern-Antworten ab. ;-)
das lässt sich nicht pauschal beantworten, es hängt von der Ausprägung ab. Von Förderschule bis zu normalem Unterricht ist alles drin.
Einen paar Anregungen und Adressen findest Du hier.
Wobei: wenn Dein Kind Autist ist und in einem Alter, in dem über Schulbesuch nachgedacht wird, dann solltest Du die Seite kennen.
Lieber Amos, wenn sie "absolut gegen Inklusion" sind, dann haben sie ihren Beruf verfehlt. Ich gehe durchaus komform damit, dass Inklusion ihre Grenzen haben sollte. Diese werden im Augenblick hier in NRW ausgelotet. Teilweise auf Kosten aller Beteiligten, weil man dabei stellenweise über das Ziel hinausschießt.
Aber wenn es eine reelle Chance gibt (insbesondere bei körperlicher Behinderung), Kinder in das reguläre Leben außerhalb behüteter Behindertenwerkstätten zu begleiten, dann sollte man die nutzen.
Dann frage ich mich, wofür es Sonderpädagogen mit einer speziellen Ausbildung gibt, wenn das jetzt normale Lehrer auch umsetzen sollen. Und die Theorie von zwei Lehrern in einer Klasse dürfte ja völlig weltfremd sein.
Wenn man als Lehrer gegen Inklusion ist, hat man nicht seinen Beruf verfehlt. Wie kommst Du darauf? Deine Pauschalisierungen nehmen langsam überhand.
Aber Deine Einstellung, daß ein Arzt 7 mal in der Woche 24 Stunden arbeiten soll, ist ja auch bekannt. Übrigens dann noch zum Lohn eines Straßenfegers. Hast Du mal als Lehrer oder Arzt gearbeitet? Oder bist Du Anhänger von Papst Franziskus? Und fang nicht wieder mit Familie an: meine Eltern waren auch beide Ärzte. Ich kenne mich da ein bißchen aus.
Werter Amos, mea culpa. Ich schaffe es anscheinend nicht, mich so auszudrücken, dass meine Auffassung differenziert bei Dir ankommt.
Thema Inklusion:
Es gibt körperlich behinderte Kinder, es gibt geistig behinderte und eine Kombination daraus. Bei der Ausprägung der Behinderung gibt es dabei eine große Bandbreite. Derzeit werden nach meiner Kenntnis praktisch alle in Sonderschulen unterrichtet.
Ich frage mich dabei, warum ein ansonsten geistig völlig gesunder "Rolli" nicht in einer normalen Schule mit normalen Lehrern betreut werden soll. Es müssen bauliche Voraussetzungen geschaffen werden, wohl auch organisatorische. Aber danach sollte nichts degegen sprechen, einen Rollstuhlfahrer an einer normalen Schule zu unterrichten. Ein Lehrer, der das ablehnt, hat seinen Beruf verfehlt.
TBC
Fortsetzung
Bei der geistigen Behinderung gibt es Abstufungen. Leicht Lernbehinderte oder nach Einzelfallprüfung Trisomie-Kinder könnten in einer normalen Schule mit zusätzlicher Förderung mitlaufen, bis hin zum Hauptschulabschluss.
Dabei muss nicht ständig der Sonderpädagoge mit dabei sein, aber zumindest teilweise ist er erforderlich. Das wird derzeit versucht, funktioniert aber noch nicht richtig, weil es nicht genug davon gibt.
An irgendeinem Punkt ist Schluss mit sinnvoller Integration, das habe ich oben ja auch geschrieben. Und dass dieser Punkt noch nicht gefunden wurde. Ich sehe das durchaus differenziert.
Thema Klinikärzte:
Ich halte es für ein Unding, dass ein Arzt nach einer 12h-Schicht eine Nacht Bereitschaft hat und dann noch mal eine 12h-Schicht dranhängt. Das ist eigentlich unverantwortlich.
Aber das ist unser System. Wer ein Medizinstudium anfängt, weiß das.
Ich habe niemals das System gutgeheißen. Ich habe lediglich in ironischer (und ursprünglich eigentlich lustig gemeinter Form) mich darüber geäußert, dass sich jemand, der da durch musste, darüber beklagt.
Bei der Bezahlung ist mir durchaus bewusst, dass heute auch der Arzt sein Geld sauer verdienen muss. Er liegt durchaus auf einem Level mit anderen akademischen Berufen, und das bei großer Verantwortung und hohem Arbeitseinsatz. Aber vor dreißig Jahren lagen die Arzteinkommen inflationsbereinigt etwa bei dem Doppelten andere akademischer Berufe, und aus dieser Zeit resultierten ja Deine Äußerungen.
Überspitzt formuliert würde ich einen Blinden oder Taubstummen nicht in eine "normale" Klasse stecken. Ein Rollstuhl dürfte nicht das Problem sein, wobei allerdings bereits der Toilettenbesuch Schwierigkeiten macht. Denn der Lehrer muß u. U. den Popo abputzen und beim An- und Ausziehen helfen.
Zur Bezahlung ganz offen: am Ende des Monats tränte mir das Auge. 2500 DM netto nach Abzug aller Sozialleistungen und Steuern war nicht gerade viel! Das wären heute 1250 Euro.
Okay, lassen wir das, unsere Auffassungen werden wir nicht zur Deckung bringen.
Und wenn ich in einem anderen Forum lese, daß Eltern ihr Kind mit Down-Syndrom gegen den Widerstand von Lehrern und Schulbehörde zum Gymnasium schicken wollen, werde ich nervös.
Im engsten Familienkreis habe ich einen jungen Mann, der mit Ach und Krach Glasergeselle geworden ist. Ohne Rechtschreibkenntnisse oder Rechenfähigkeiten.
Er ging zu einer Förderschule und konnte so wenigstens den Hauptschulabschluß (mit Hilfe) erreichen.
Sorry, ich meinte nicht die Bezahlung im KH, die ist mau und die war damals katastrophal. Ich meinte den niedergelassen Facharzt nach den fünf Jahren Klinik.
Teilweise hast Du recht. Wenn ich berücksichtige, daß damals in einer 100.000-Kommune nur 6 Internisten existierten. Heut allerdings 15! Übrigens haben die Zahnärzte damals das Geld mit Baggern nach Hause geschafft.
Ich finde, dass du deinen Sohn auf eine "normale" Schule schicken solltest. Kinder mit Autismus können genauso intelligent sein wie alle anderen Kinder und es wäre schade, wenn dein Sohn seine Intelligenz wegen seiner Krankheit nicht nutzen darf. Außerdem bin ich der Meinung, dass auch die Lehrer dort mit solchen Krankheiten umgehen können.
Da bin ich ganz anderer Meinung. Ich finde, er sollte auf eine Förderschule gehen, da die Lehrkräfte dort im Umgang mit solchen Krankheiten geschult sind und dies am besten für deinen Sohn wäre. Die meisten Lehrer an normalen Schulen sind mit solchen Dingen überfordert und kennen sich damit nicht aus.