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Noch Fragen?

Für ein Brot eine halbe Std. arbeiten

Ich hab vorhin für ein 1000 gr. Doppelback 4,10€ bezahlt.

Das ist bei Mindestlohn etwa ein halbe Std arbeiten für ein Brot.

Gehts noch?
Frage Nummer 3000091561
Antworten (29)
Da hast Du völlig recht, der Mindestlohn ist einfach viel zu wenig.
Ein 1Kg-Laib reicht für 6-10 Portionen. Zwei Personen reichen damit fast für eine Woche, je nach Belag. Wenn es gutes Brot ist, finde ich den Preis angemessen, ein schlechtes kannst du auch für 1,29 Euro beim Discounter kaufen.
Ich fürchte, ich verstehe dein Problem nicht. Du kannst doch kaufen was du willst und dir ins Budget passt.
Ing würde es "Eigenverantwortung" nennen.
StechusKaktus, was ing meint ist irrelevant.
Du hast meine Frage nicht wirklich wahr genommen.
Eine 5 köpfige Familie verköstigt 1kg Brot, vom normalen besser qualitativen InShop Bäcker am Abend und die Blagen bekommen noch mind. 10 Scheiben morgens mit in die Schule.Was bleibt denn da noch am anderen Tag übrig? Nur der Gang zum Bäcker um ein neues Brot zu kaufen
Letzten Sonntag ne Pulle Wein aufgemacht - 20€. War ein halber Stundenlohn!
Muß das Zeugs wirklich so teuer sein?
Wenn se gut war.
Plautz, ich hoffe du hattest einen Brummschädel von der billigen Plörre!
Der Tropenholzverschlag in dem ich meinen Wein bekomme kostet schon mehr als dich deine Frau im Jahr.
Was denn jetzt?
Ist Dir der Zweipfünder zu teuer, oder der Mindestlohn zu niedrig?
Ich fürchte allerdings, dass Dir der Brotpreis einen 'Brummschädel' verursacht.
Und wünschte, ich würde mich täuschen...

Übrigens: für 5-köpfige Familien in prekären Umständen gibt's auch billigeres Brot. So 1,18 Euro das Kilo.

Und Deinen Tropenholzverschlag kannst Du Dir gerne mal...
Ich wünschte echt, ich würde mich täuschen!
Umjo, du und solitude seid die besten Freunde die ich hier noch habe.

Die Diskrepanz zwischen denen die sich das leisten können und denen die rechnen müssen war/ist mein Anliegen.

Mir macht das nix, dir sicher auch nicht und den anderen auch nicht, aber sind wir Alle?
So ändern sich die Zeiten - 1950 war es völlig normal, eine halbe Stunde für ein Brot zu arbeiten ...

Heute sind es im Schnitt 11 Minuten.

Da lebe ich fünf Tage von. Wenn das Brot so gut schmeckt, dass man den Belag dünner machen oder ganz weg lassen kann, dann spart man sogar mit dem teuren Brot.
Übrigens, 1950 musste der durchschnittliche Arbeiter etwa 40 Minuten arbeiten für ein Kilo Brot. Ich bin aber immer noch der Meinung, der Mindestlohn ist ein Witz.
Ganz ehrlich, Opal: Für's tägliche Brot gilt das gleiche, wie für Autos, u.v.a.m.

Wer sich als fünfköpfige Familie ein 1000-Gramm-Brot für 4,10 Euro leisten kann, dem sei es herzlichst gegönnt.
Wer das aus prekärer Situation nicht kann, der wird auch mit dem Zweipfünder zu 1,18 Euro sich und seine Kinder satt bekommen.

Und wenn sich ein Opal mal eben so ein 1000-Gramm-Brot für 4 Euro 10 leisten kann, ohne auf einen Dispo zurückgreifen zu müssen, dann sollte der ggf. mal ernsthaft darüber nachdenken, ob, und vor allem, warum er solche Fragen hier aufmacht.

Bei aller Freundschaft zwischen uns...
Für mich geht es überhaupt nicht. Der Lohn ist zu niedrig.
Es stimmt schon das der Lohn zu niedrig ist aber dennoch sollten wir uns nicht über Brot beschweren das man im Supermarkt zum halben Preis bekommen kann. Wer zwingt dich den das Brot vom Bäcker zu holen? Niemand.
Wenn dir das zu teuer ist dann kauf es eben nicht.
Und wenn ich mir so ansehe, wie viel Brot weggeworfen wird, dann frage ich mich, ob es eigentlich nicht viel zu billig ist.
Übrigens sah ich in Frankreich an den Eingängen zu den Supermärkten Preistafeln mit den Brotpreisen des jeweiligen Ladens. Fand ich gut.
Für ein Kilo gutes Bäckerbrot sind 4,10 Euro auch sicher nicht zu viel. Andernfalls müsste der Bäcker seinen Mitarbeitern auch nur den viel zu niedrigen Mindestlohn bezahlen. Alles soll immer nix kosten, die Konsequenz davon sind zu niedrige Löhne. Das ist eine Abwärtsspirale. Besser wäre, die Leute würden sich überlegen, was sie wirklich brauchen. Und vielleicht auch mal kochen lernen. Das wäre schon ein guter Schritt in die richtige Richtung.
hier, in der einzigen übriggeblieben gescheiten Bäckerei (Demeter-zertifizierte Rohstoffe) kosten 750g Brot so zwischen (umgerechnet) 7 und 12 Euro, je nach wie aufwendig die Teigzubereitung ist.
"Hier" bezeichnet dabei das nördliche Ufer vom Zürichsee.

Da weil das beste Brot ist, an das ich rankomme, kaufe ich nur dort, und werfe kein Gramm davon weg, so mit Hilfe von Tiefkühler und Backofen.
Und vor allem mach ich mir deswegen kein Kopf.
Tibby, das bei euch vieles ultra teuer ist hab ich gemerkt wo ich in der Schweiz auf Montage war. puhhh

Mir geht es darum, das Brot war jetzt wahllos heraus genommen, das ein quasi Grundnahrungsmittel sooo teuer geworden ist. Ein Käsebrötchen, mit echtem Käse überbacken kostet 90 Cent bei unserem Handwerksbäckermeister. 6 Stk. 5,40€. Mit AnalogKäse aus dem Backshop 1,80€.

Das ist billige Qualität und keine preiswerte.

Und da beginnt doch die Problematik was Ernährungsexperten seit geraumer Zeit beanstanden.

Die Bevölkerung die finanziell am Limit is(s)t sich quasi zu Tode. Herz-Kreislauf, schwerste Formen von Adipositas usw.

Ist das eine Folge der Globalisierung die wir noch verantworten können?
Ok Cordelier, du magst mich nicht, ich dich auch nicht, zudem wollte ich mich hier ausklinken. Aber vielleicht ist es doch besser, hier etwas beizutragen, als zu schmollen, zumal die Frage ja durchaus Substanz hat.
Die Lebensmittelpreise in BRD sind am unteren Ende im EU-Vergleich, auch Gehaltsbereinigt. Wobei der Mindestlohn ein schlechter Witz ist, das habe ich als Student Ende 70er mit Hiwiarbeiten schon verdient.
Das Produkt Lebensmittel wird m.E. schon viel zu lange inflationär und unbeachtet behandelt. Mittlerweile kostet 1Kg hochwertiges Hundefutter mehr als 1Kg Schnitzel oder Hähnchenfleisch beim Discounter.
Jede Großbäckerei schmeißt pro Tag mehrere hundert Kilo Brot in die Tonne, ein Teil geht vielleicht an die Tafel. Selbst das rote Kreuz hat da keine Skrupel: Da wurden Zeltcamps von Flüchtlingen auf 300 Personen ausgelegt, vorhanden waren 180. Essen geliefert wurde aber immer für 300, der Rest wurde weggeschmissen. Das finde ich, gibt Anlass zum Nachdenken.
Ich bin gerne bereit, für gute Lebensmittel gutes Geld zu zahlen, man muss den Menschen auch die Möglichkeit dazu geben, ob man mit dem Mindestlohn dazu in der Lage ist, wage ich zu bezweifeln.
Siehst du musca, das ist das was ich hervorheben wollte aber nicht verstanden wird.

Das ich dich nicht mag hab ich nie, auf jeden Fall momentan nicht wissentlich, kundgetan, eher im Gegenteil.
Aber nun gut, die Geschichte scheint sich erledigt zu haben, btw. du mich auch.
@Musca, die Bäckerei, die ich erwähnt habe, die schmeisst auch nix weg, das Brot dort ist auch nicht unbedingt immer von heute weil es eben recht lang haltbar ist. Aber das ist gut so.

@Cordelier, Grundnahrungsmittel sind zu billig, die Preise müssen so sein oder wieder werden, dass RICHTIGE Lebensmittel produziert werden können, und nicht irgendwelcher bestenfalls minderwertiger und normalerweise gesundheitsschädigender Industriedreck.
Ja, Tibby da hast du Recht. Ich komm aus der zuliefernden Manufaktur von Lebenmittel verarbeitenden Maschinen und Lagertanks usw. aus Edelstahl und war in vielen, Milch und besonders Fleischverarbeitenden Betrieben und Schlachthöfen. Ich weiß was abgeht.

btw. bei Kuchenmeister o.ä. weiß ich es auch.
@Cordelier: Sorry , eine Verständnisfrage: Manufaktur bei einem automatisiertem Betrieb? Für mich bedeutet Manufaktur Mano-die Hand. Wo ist da noch Handarbeit ?
Lieber Musca, ich war in einem Mittelständischen Betrieb der ausschließlich Einzelanfertigung nach Kundenwunsch gefertigt hat. Keine Serienproduktion.
Klar hat der Kunde, oft die einzelnen Produkte weiter nachgefragt, aber wie gesagt alles Handarbeit von A-Z von einem Mitarbeiter gefertigt.
Und ich war einer dieser Mitarbeiter.
Produkte die ich gefertigt habe stehen immer noch im Produktwerbebereich der Firma, obwohl ich dort mit mächtig Ärger die einzig richtige Entscheidung getroffen hab nach 20 Jahren. Ist aber auch schon 10 Jahre her.
Bevor es hier zu harmonisch wird, möchte ich auf den Markt hinweisen: Die Nachfrage bestimmt das Angebot im Lebensmittelmarkt. Solange die Leute mehr Geld für Autopolituren ausgeben als für Brot, muss ich mich nicht wundern, wenn das Qualitätsbrot ein Nischenprodukt wird, was nur noch in geringen Mengen hergestellt wird und dann dementsprechend teuer ist.
Komme ich aus Spanien, Frankreich, Italien oder auch Schweden zurück, wundere ich mich immer, warum in Deutschland so schlecht gegessen wird. In Frankreich ist es üblich, über die Hälfte des Einkommens für die Wohnung auszugeben und 30% für das Essen. In Deutschland wird über Wohnungs-und Essenspreise gejammert, das Auto und der Mallorca-Urlaub können aber nicht teuer genug sein.

Alle, die den Mindestlohn für zu niedrig halten, sollten sich darüber im Klaren sein, dass es Geschäftsmodelle (vor allem im Deinstleistungsbereich) gibt, die sich bein höheren Mindestlöhnen nicht mehr lohnen. Es ist zu schnell in Vergessenheit geraten, dass viele Mindestlohnempfänger vor ein paar Jahren noch gar keine Arbeit hatten.
Die Idee, Menschen über niedrig bezahlte Stellen in das Arbeitsleben zurückzubringen (die sich dann aber natürlich entwickeln müssen), finde ich grundsätzlich gut.
Bitte nicht wieder falsch verstehen. Mindestlohn war gut und richtig. Es was eine Sauerei, zu welchen Konditionen in manchen Branchen z.B. Pförtner angestellt wurden.