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Noch Fragen?

Gewissensfrage

Eben auf dem Bahnhof lieh ich einem mir Unbekannten 30 Euro, dem Angabe gemäß die Brieftasche gestohlen wurde, damit er sich ein Bahnticket kaufen kann. Er versprach mir das Geld zu schicken und ich hinterließ ihm meine Adresse.
War das naiv von mir?
Darf ich mich auch dann moralisch überlegen fühlen, wenn es ein Betrug war?
Frage Nummer 3000046389
Antworten (23)
Die 30€ bist du wohl los, die stecken jetzt in der Tasche von einem auf der Platte fürn Bubble Koka.
Obwohl in MS kost nen bubble nen Zwanziger, dann wär noch für nen Zehner Gras drin.
Glaube ich kaum, dass du die 30 Euro wiedersiehst. Das ist eine typische Masche mit dem Fahrschein.
ähnliches passierte mir vor einigen Jahren, allerdings war da noch ein schlafendes Kind mit im Spiel, der Unbekannte hinterließ mir auch seine Handynummer, immerhin funktionierte die noch 14 Tage, danach war Schluss.
Es ging um 20 Euro, danach fühlte ich mich über den Tisch gezogen, aber nicht moralisch überlegen, vielmehr misstrauisch und generell zukünftig eher abweisend.
Ansonsten, was bedeutet moralisch überlegen ? ich finde es schön, wenn es Hilfsbereitschaft gibt, dazu muss man sich nicht überlegen fühlen.
Kann man denn aber tatsächlich riskieren, dass man jemanden in der Not nicht beigestanden hat, nur weil man in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen gemacht hat?
Ich jedenfalls kann mich in die Situation desjenigen, der sein Geld verloren hat, gut hineindenken. Besser dreimal das Geld ist weg als dass man einmal das Arschloch ist, das nicht geholfen hat, oder? Das meinte ich mit moralischer Überlegenheit. Das ist doch so ähnlich wir bei den Flüchtlingen: nur weil da ein paar Betrüger dabei sind muss doch trotzdem geholfen werden.
Jain, liebe Stechus. Mir ist ein gutes Beispiel eingefallen, es war anno paarundsiebzig, ich flog als unschuldiger Knabe mit meinem Vater via Neapel, Zwischenstopp in Rom. Mein Vater bleute mir ein, nicht zu reagieren auf Händler, Bettler oder sonstige Ansprachen. Es dauerte keine 2 Minuten, da wurden wir angesprochen, mein Vater antwortete in seinem besten Neapolitanisch, ruckzuck waren die Jungs weg. Vermutlich hatten sie die berechtigte Angst, von einem neapolitanischen "Opfer" ausgenommen zu werden.
Kannte jemanden, der war "von und zu", dann habe ich ihm Geld geliehen, nun ist er "auf und davon". Stelle bitte nicht solche Fragen.
Get it. Link.
Ich werde solchen Leuten in Zukunft kein Geld mehr geben sondern höchstens direkt einen fahrschein kaufen. Dann bekommt das Geld, falls derjenige bei seiner Lüge bleibt, wenigstens die Bahn, die es für Sanierungen einsetzen kann.
sagen wir es einmal so: es würde mich extrem positiv überraschen, wenn Du Dein Geld zurückerhalten würdest. Bitte gib in dem Fall doch hier Bescheid.

Ich habe vor kurzem in einem ähnlichen Fall "nein" gesagt.Der Mann wollte an einer Autobahnraststätte zehn Euro für Sprit, um nach Hause zu kommen.

Der Punkt ist ganz einfach: habe ich tatsächlich mein Portemonnaie verloren oder ist es gestohlen worden, dann gibt es Anlaufadressen dafür.
Zuerst die Polizei - da muss man bei Diebstahl ohnehin hin. Die wissen dann auch, auf welche Weise man nach Hause kommt.
Danach derjenige, der das verkauft, was ich für die Heimfahrt brauche. Auch die kennen Mittel und Wege, denn sie stehen öfter vor der Situation.

Passanten haben hinterher entweder ein schlechtes Gewissen (wie bei mir, zumindest kurz) oder mit hoher Wahrscheinlichkeit 30 Euro weniger.
Amen
Ihr macht mir jetzt aber wenig Mut...
Immerhin war der Mann halbwegs seriös aussehend und ließ mich in seinen Personalausweis sehen, so dass ich mir seinen Namen aufgeschrieben habe. Ein Schweizer aus dem Wallis.
Letztlich ziehe ich mit so einer Aktion einen Wechsel auf meine Menschenkenntnis. Wenn ich das Geld zurück habe, melde ich mich hier wieder. Bin selbst gespannt.
Irgendwie ist es doch so wie mit jeder Spende auch: man weiß nie, was damit geschieht und wer davon profitiert (außer dem Fundraiser). Von daher sehe ich die Aktion als eine Eventualspende und Wette: bekomme ich das Geld zurück, bin ich euch Miesmachern moralisch überlegen, bekomme ich es nicht werte ich es als Spende, die ich anderswo wieder einspare. So gesehen kann ich nicht verlieren.
;-)
Kluge Sichtweise Kaktus.
@ StechusKaktus
Ich versuche dir Mut zu machen. Dein Gewissen kann jubeln. Ich sehe es so, dass solche Leute "arme Schweine" sind, die so etwas nicht ohne Not machen. Ich gebe solchen Leuten auch manchmal Geld, auch wenn es Gauner sind, aber auch Gauner sind Menschen und wollen leben, und das Geld, dass ich ihnen gebe, müssen sie ärmeren Menschen nicht wegnehmen. Warum ich das tue? Weil ich es mir leisten kann.
Zieht denn hier gar keiner überhaupt in Erwägung, dass es sich um eine echte Notlage gehandelt haben könnte?
O tempora, o mores...
;-)
Bei uns in ms wird gerade der Bahnhof umgebaut und Zu/Abgang ist nur noch über die Rückseite über den Bremer Platz möglich. Nur...... am Bremer Platz ist auch die Platte. und dort wirst du öfters angeschnorrt. Einige von denen kenn ich, das sind nicht die Schnorrer. Wichtig bei den anderen ist Kleingeld in der Tasche, niemals deine Patte rausholen.
Auch eine unechte Notlage ist eine Notlage. Wenn jemand so etwas beruflich macht, ist es ein Geschäftsmodell.
Hätte ich mein Geld verloren, und würde für 10 Euro nach Hause kommen, würde ich die 10 Euro tanken, und dann dem Tankwart von meiner Notlage erzählen. Der geneigte Leser erkennt die Qualität: ich habe den Sprit bereits im Tank, alles weitere regelt sich. Ich muss niemanden anpumpen. Weiter gedacht käme ich deshalb auf die Idee, dass der, der mich anpumpen will, keine echte Notlage hat. Deshalb bekommt er von mir kein Geld. Ich würde auch nie gar niemals nicht vor jemandem, der mich anpumpt, meinen Geldbeutel öffnen. Auch dabei gab es schon Überraschungen.
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Der, der angeblich kein Geld mehr hat für die Fahrkarte, kann sich auch an die Bahnhofsmission wenden. Er braucht mich nicht anzupumpen. Auch da unterstelle ich den Versuch, mich zu natzen.
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Stechus, deine moralische Überlegenheit in Ehren, aber die hat dich 30 Euro gekostet, und führt dazu, dass du das im Wiederholungsfalle nicht mehr machst. Dann sind wir beide auf der selben Wahrnehmungsstufe.
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Übrigens: Wer, außer dir und Amos, schreibt noch so etwas auf? Ich würde (was ja nicht passiert) den Perso abfotografieren. Dann sind ganz sicher alle Details gesichert, incl. dem Gesicht des Ausweisinhabers.
Oh je, StechusKaktus
darum geht es dir:
[Zitat] "bekomme ich das Geld zurück, bin ich euch Miesmachern moralisch überlegen"

Uns Miesmachern moralisch überlegen zu sein. Dafür machtest es du. Schlechte Moral. Eigennutz. Einen armen Menschen dazu missbrauchen, dich mit einem Heiligenschein zu versehen.

Kannst du dir vorstellen, dass manche Menschen anderen helfen, ohne dafür Lob erheischen zu wollen?
Oje, Panther:
Du gehörst offenbar zu denjenigen, die so gar keine Zwischentöne wahrnehmen.
Ist natürlich nicht schlimm, aber so bleiben dir wesentliche Botschaften verborgen.
StechusKaktus,

Die Botschaft – ohne deine versteckten Zwischentöne – die bei mir rüberkommt ist jene, dass du dir für € 30 einen Heiligenschein kaufen wolltest, und damit hier in dieser WC Anerkennung und Bewunderung einheimsen wolltest.

Leute die helfen, tun das, weil sie helfen wollen, und nicht damit prahlen.
Mir deucht ich wurde hereingelegt. Zombijäger und die anderen hatten Recht.
Schade.
Trotzdem habe ich heute Abend einem Abgehängten einen Fünfer gegeben, den er gleich in der Hamburgerbude umgestzt hat.