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Noch Fragen?

Gibt es einen "boesen" Kapitalismus und eine gute Marktwirtschaftsform ??

Dara hat nicht so richtig den Unterschied verstanden. Vielleicht geht es anderen Usern auch so ??
Frage Nummer 48181
Antworten (11)
Es gab einen "bösen" Kapitalismus. Der hieß früher "Manchester-Kapitalismus". In der Bundesrepublik entstand die soziale Marktwirtschaft, die zum Credo hatte, dass es den Leuten gut ging, wenn es der Wirtschaft gut ging. Das war "gute" Marktwirtschaft, aber die hielt sich nicht ewig. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetkommunismus als Gegengewicht breitete sich der "Shareholder-Kapitalismus" angloamerikanischer Prägung aus. Deswegen haben wir hier inzwischen prekäre Arbeitsverhältnisse, die dazu führen, dass ein Vollzeitarbeitnehmer nicht mehr vom Ertrag seiner Arbeit leben kann und vom Steuerzahler subventioniert werden muss, damit der Shareholder noch reicher wird. Ich frage mich, wer hier was nicht kapiert hat. Große Klappe ersetzt keine Bildung.
Bravo Dara, du hast ja tatsaechlich verstanden, in welchem System du arbeitest ;-)) Waehrend man bei euch seit Jahrzehnten ueber Mindestloehne diskutiert, sind sie in anderen Staaten Alltag. Und da du dich und viele andere Leidensgenossen sich ausbeuten lassen, indem sie fuer fuer Sklavenloehne mittlerweile arbeiten, bist du ein Teil diese funktionierenden brutalen Kapitalismus. Dagegen wehrt sich z.B. unser oft kritisierte Praesident. Ich stimme bei weitem nicht mit allem ueberein, aber nicht alles ist schlecht, was er sich ausgedacht hat. Das sollte man fairerweise einfach zugeben.

Ich halte sehr viel von sozialen Einrichtungen und sozialer Gerechtigkeit. Die aber muessen irgendwie finanziert werden. Es sei denn, man hat unglaublich viel Petroleum wie Venezuela, das durch die Verkaeufe die Sozial-Programme bezahlt. Wenn ich lese, dass es bei euch 1-Euro-jobs gibt, dann fass ich mir an die Birne. Wieso geht ihr noch arbeiten?
Kapitalismus - auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruhend (wikipedia) - per se ist nicht schlecht, denn er besteht aus der Maxime, dass sich Leistung für den Tüchtigen lohnen soll.
Marktwirtschaft braucht Regeln, an die sich alle halten sollen, wenn sie Strafe vermeiden wollen. Dagegen wird leider oft extrem verstoßen.
Und noch wichtiger: Bereits der Zutritt zum Markt wird Mitbewerbern nur allzugern verweigert.
Die "soziale" Marktwirtschaft in D als Feigenblatt ist ein ziemlicher Bluff, wie sich immer deutlicher zeigt. Das Zinseszins-Finanzsystem, welches Schuldner braucht, um Altschulden und Zinsen zu "bedienen" (Debitismus), erzwingt in mörderischer Art und Weise -auf dem Rücken von abhängigen Arbeitnehmern - Produktivitätsfortschritte möglichst ausschließlich den Kapitalgebern zuzuschieben.
Dies alles ist seit Jahrzehnten wohl bekannt, wird aber stets geleugnet.
@ starmax
Die soziale Marktwirtschaft wurde von Ludwig Erhard in der 60ern eingeführt (so sagt es wenigstens die Geschichtsschreibung) und hielt bis in die 90er Jahre des letztens Jahrhunderts. Dieses Modell könnte noch heute funktionieren, wenn nicht die Gier einiger weniger überhand genommen hätte.
@Dara - sage ich ja. Aber hinterfrage die Gründe, die zur "Ausdünnung" der s.M. geführt haben!
Hier kommt immer der Totschlag-Spruch: "Es kann nur verteilt werden, was erarbeitet wurde!" Das stimmt zwar, aber es wird ja gerade mit allen Mitteln eine faire Verteilung verhindert...
@ starmax
Hatte ich bereits geschrieben. Es ist der Shareholder-Value-Kaptialismus, der die Soziale Marktwirtschaft in den 90ern kaputt gemacht hat.
Deine Analyse ist leider oberflächlich.
Das Zinseszinssystem erzwingt Aufweichung von notwendigen Regeln und ermöglicht Kapitalkonzentrationen ungeahnten Ausmaßes.
Stöckchen?
@ starmax
Das Zinsenszinzsytem hat bisher alle Systeme überlebt. Wo wäre jetzt das Argument zu suchen?
Thats it, Neda.
@ Dara: Der Krebs auch.
Es ging mir darum, aufzuzeigen, dass durchaus Unterschiede in der Bewertung und Auswirkungen des Kapitalismus festzustellen sind. Dara ereiferte sich doch, dass ich den Kapitalismus und Korruption hier in Venezuela anprangere und selbst Andere fuer mich arbeiten lasse. Was ist daran schaendlich ?? Ich gehe davon aus, dass der groesste Teil auch bei euch zu den Arbeit-NEHMERN gehoert? Und die Macht der Banken ist schockierend. All dies hat unser Bananen-Hugo abgeschafft. Es gibt staatliche Banken, die fast zum Nullzinssatz Geld verleihen. Haetten wir keine Mindestloehne, wuerden die Firmeninhaber den Arbeitssuchenden fast gar nichts mehr bezahlen. Deshalb wurden diese Massnahmen eingefuehrt. Unter Chavez wohlgemerkt.