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Noch Fragen?

Ich verdiene über eine Zeitfirma weniger als normale Angestellte bei der jetzigen Firma. Für die gleiche Arbeit. Was kann ich dagegen tun?

Frage Nummer 27446
Antworten (15)
Meiner Meinung nach kannst Du da gar nichts dagegen tun. Einem Bekannten ging es ebenso. Aber er hatte Glück und wurde übernommen. Also, Dein Arbeitgeber ist die Zeitarbeitsfirma. Die hat ihre Tarife und den Vertrag hast Du ja nun mal mit ihnen und nicht mit der Firma, bei der Du eingesetzt bist.
Das kommt auch darauf an, wie lange du schon da bist. Leider hat die Politik noch nicht entschieden, dass vom ersten Tag an gleicher Lohn gezahlt werden muss. Aber wenn du einen Betrug nachweisen kannst, kannst ud auf eine Festanstellung bestehen. Wenn du erst kurz da bist, kannst du nur darauf hoffen.
Im Moment noch wohl recht wenig, denn die gesetzlichen Voraussetzungen sind nach wie vor nicht so, dass es das gleiche Entgelt für die gleiche Arbeit gibt. Zwar gibt es entsprechende Initiativen, aber im Moment bestimmt noch die Zeitarbeitsfirma, wie viel Du verdienst, und das hat nix mit dem zu tun, was Festangestellte verdienen.
Das ist ein grundsätzliches Thema. Die Arbeitgeber profitieren von der Zeitarbeit, wollen aber nicht extra dafür zahlen. Die Zeitarbeitsfirmen müssen ihren Schnitt machen und können ihren Leuten daher nicht soviel zahlen. Ein dazu verwandtes Thema ist der Mindestlohn. Wer trotz Ganztagsarbeit seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, erhält Hartz IV-Aufstockung. Das heißt nichts anderes, als dass der Steuerzahler für den Geiz der Arbeitgeber einsspringt. Und unsere angeblichen Volksvertreter sind nicht in der Lage, das zu ändern.
Bei der Zeitarbeitsfirma kündigen - was sonst?
Und an alle Vorredner/schreiber:
Das hat nichts mit "gleiches Geld für gleiche Arbei"t zu tun.
Der Fragesteller hat nicht dieselbe Arbeit wie die Festangestellten, noch nicht mal dieselbe Firma.

WENN eure "Forderungen" sich tatsächlich durchsetzen, gibt es das Thema Zeitarbeit nicht mehr - und so ziemlich jeder AN wird nur noch einen Zeitvertrag mit schlechterer, nicht Tarifrecht unterworfener Bezahlung erhalten. Große Firmen werden z.B ausgegliederte Personal-GmbHs mit schlechter bezahlten "einfachen" MA für diese "Noteinsätze" bilden - der Rest der ehemaligen Zeitarbeiter darf sich wieder für einen dann deutlich niedrigeren H4-Satz anstellen.
Die Arbeitgeber haben mit der Beschäftigung von Leiharbeitern den Vorteil, dass sie diese unkompliziert beschäftigen und wieder loswerden können. Da muss die Frage erlaubt sein, ob sie für diesen Vorteil etwas zahlen sollten, d.h., dem Arbeitnehmer einen fairen Lohn geben und der Zeitarbeitsfirma ihren Aufwand entschädigen. Dass sich eine derartige Denkweise nicht durchsetzt zeigt, wie gut die Lobbyarbeit der Arbeitgeberverbände ist. Für die Arbeitgeber ist es bereits eine Zumutung, überhaupt Löhne zahlen zu müssen, daher die Drohszenarien
Der (feste) Arbeitgeber bezahlt dem (Zeit)Arbeitnehmer GAR KEINEN Lohn, er bezahlt die Zeitarbeitsfirma für die zur Verfügungstellung der zeitlich begrenzt benötigten Arbeitskraft.
Werden diese Kosten zu hoch, kommt ein anderes Angebot zum tragen - oder es wird auf die oben beschriebenen Mittel zurück gegriffen.
Kein Drohszenario, sondern aktuell gelebte Realität.
Bei der Leiharbeit gibt es drei Parteien. Die Arbeitgeber wollen für einen Leiharbeiter nicht mehr zahlen als für einen fest angestellten. Diesen Betrag müssen sich die Leiharbeitsfirma und der Leiharbeiter teilen. Meine Frage war eindeutig, ob der Arbeitgeber nicht für die gewonnene Flexiblität etwas mehr zahlen sollte. Dass das freiwillig nicht geht, ist klar, genausowenig wie beim Mindestlohn. Auf diese Frage nicht einzugehen und nur mit Formalien zu argumentieren ist nicht gerade genial. Natürlich kann man den allgemeinen Sozialabbau befürworten, sollte dabei aber die Idee von einer Ahnung haben, wohin das letztlich führen wird.
Nein, sollte der AG nicht.
Warum denn?
Dann wäre ja der eigene billiger - und Flexibilität kann ich auch den eigenen MA abverlangen.

Ausserdem: Siehe die ausgegliederte GmbH.
SO wird das bereits momentan gemacht.
Sollte der AG nicht? Wollen wir demnächst flächendeckend Löhne und Gehälter, von denen man nicht leben kann? Arbeitnehmer auf Ex- und Hopp-Basis beschäftigen? Den Arbeitgebern würde das gefallen, aber die machen sich (leider ) nur Gedanken, was sie heute in der Tasche haben, nicht was morgen sein wird. Wir hatten einmal eine soziale Marktwirtschaft, die im Prinzip so funktionierte, dass es den Leuten gut ging, wenn es der Wirtschaft gut ging, und umgekehrt. Dieser Konsens hat sich in den Neunzigern dahingehend gewandelt, dass nur noch der Shareholder-Value zählt. Und wenn ich hier lesen muss, dass das auch noch verteidigt wird, setzt bei mir einfach nur noch der Würgreiz ein.
Ah, die allgemein soziale Diskussionsschiene.
Nein, ein Unternehmen ist nicht dazu da, sozial zu sein.
Es soll Gewinne bringen.
Ob dich das nun zum Würgen reizt oder nicht ist mir wiederum egal.
Das eine nennt sich Realität, das andere "sozialer" Wunschtraum.
Wobei "sozial" dann mit "es geht allen gleich schlecht" ersetzt werden darf.
Dass der Unternehmenszweck die Erzielung von Gewinn ist, lernt schon jeder Betriebswirt im ersten Semester. Es ist auch kein Unternehmenszweck, Arbeitsplätze zu schaffen, das ergibt sich aus der Notwendigkeit, Arbeit zu erledigen. Damit sei den Binsenweisheiten Genüge getan. Aber ein Binnenwirtschaftskreislauf funktioniert nicht, wenn den Verbrauchern Geld fehlt. Und es sind keine sozialen Ausgaben, wenn Firmen Steuern zahlen müssen, weil sie von der Infrastruktur profitieren, die ja irgendwie bezahlt werden muss. Das alles ist keine Sozialromantik, sondern Wirklichkeit. Dabei geht es uns in Europa noch relativ gut, aber mit Leuten deiner Denkweise bewegen wir uns auf anglo- oder sogar südamerikanische Verhältnisse zu. Penn weiter. Fünfte Antwort, das war’s zu dem Thema.
"Den Verbrauchern" fehlt das Geld dann, wenn dijenigen, die tatsächlich ihren Lebensunterhalt verdienen, gezwungen sind, davon auch noch die Horde derjenigen zu unterhalten, die das nicht tun.
Dann reduziert sich deine Binnennachfrage von den derzeitigen Luxusgütern ganz schnell auf das (Über)lebensnotwendige und die Spirale geht rapide nach unten -willst du DAS?
Dann träum' weiter von deinem sozialen Staat.
Kündigen und Dir einen neuen AG suchen bzw. hoffen, dass Du in einer der Fa. für die Du arbeitest übernommen wirst!
Da gibt es mehrere Möglichkeiten.

Du solltest Dich hinsetzen und darauf warten, dass ein Sack Gold vom Himmel fällt. Aber achte darauf, dass die Sicht zum Himmel frei ist, denn sonst fällt der Sack womöglich auf jemand anders.

Falls Dir das zu lange dauert, sprichst Du mit Deinem Chef und verhandelst über das Geld. Wenn es Dir zu wenig ist, fragst Du, ob Du für weniger Geld arbeiten darfst, denn dann hast Du für die nächste Verhandlung auf jeden Fall Spielraum.