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Noch Fragen?

Ich werde bald 30 und nicht noch verheiratet, d.h. ich soll vorm Rathaus fegen! Woher stammt dieser Brauch eigentlich?

Frage Nummer 45476
Antworten (4)
Wenn Du es wirklich wissen wolltest, wärst Du bei Wiki schnell auf die Antwort gestoßen. Lies es Dir selber durch:
Hallo,
bei diesem Brauch handelt es sich um einen in Norddeutschland weitverbreiteten Geburtstagsbrauch, der sich aus einem alten Volksglauben heraus entwickelt hat. Menschen, die sich zu Lebzeiten nicht fortgepflanzt hatten, sollten nach ihrem Tode im Jenseits unnütze Arbeit verrichten.Daraus entwickelte sich in den 50er Jahren der Brauch dass unverheiratete Männer an ihrem 30. Geburtstag die Rathaustreppe, alternativ auch die Poststätte der Dörfer fegen.  Begleitet werden Sie dabei von ihrer Familie und Freunden die mit Sägemehl, Kronkorken oder Sand dafür sorgen, dass es auch was zu fegen gibt. Sollte das Geburtstagskind sich davor drücken, wird ein Ersatztermin gefunden.
Das Treppenfegen ist ein ursprünglich aus Bremen stammender, seit über 100 Jahren aber fast in ganz Norddeutschland verbreiteter Brauch. Es geht zurück auf den Alltagsglauben, dass Menschen, die unverheiratet sterben, im Nachleben unsinnige Arbeit verrichten müssen - eben wie z.B. die Stufen vom Rathaus zu fegen, die ohnehin meist vom Regen gesäubert werden und auf den dennoch ständig neuer Schmutz durch die hinein und herausgehenden Personen liegt. Erst durch den "Kuss einer Jungfrau" - meist werden Mütter mit einem Kleinkind darum gebeten - wird man erlöst.
Ursprünglich kommt der Brauch des "Domtreppenfegens" aus Bremen wo er das erste mal im Jahr 1890 dokumentiert wurde. Dort wurde der Brauch als sogenannte "Hänselstrafe" initiiert, wobei der Jubilar vor dem Haupteingang des Bremer Doms fegen musste bis er von einer weiblichen Jungfrau freigeküsst wurde.
Seit den 1950er Jahren ist der Brauch auch in anderen Teilen Deutschlands dokumentiert. Hier werden meist, mangels eines Doms, die Treppen von anderen öffentlichen Gebäuden gefegt, z. B. vor dem Rathaus.