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Noch Fragen?

Gast

Ich will einer Flüchtlingsfamilie helfen von Ungarn nach Deutschland zu kommen...

Mache ich mich strafbar wenn ich nach Ungarn fahre, eine syrische Flüchtlingsfamile auf der Autobahn ins Auto packe und sie (natürlich unentgeltlich) zu einem Auffanglager nach Deutschland bringe, oder laufe ich Gefahr als Schlepper kriminalisiert zu werden ?
Frage Nummer 3000008605
Antworten (17)
Wieso oder????
UND ... du machst dich wahrscheinlich strafbar UND wirst als Schlepper kriminalisiert ....
Geh zu Startseite oder auf den Reiter "Panorama". Da steht Deine Geschichte bereits.
Darf ich Sie mit einer anderen Frage begrüßen: Was ist Ihr Motiv, dies zu tun?
Vilen Dank für Ihre Antwort!
Ganz sicher machst du dich strafbar, wenn du eine syrische Familie an den Kontrollen vorbei nach Deutschland bringst.
Übrigens gibt es erstens keine Syrer mehr in Ungarn (außer denen, die seit Dienstag in Haft sind, weil sie sich gegen die geltenden Gesetze unerlaubt Zutritt zu Ungarn verschafft haben), und zweitens gibt es überhaupt keine syrischen Flüchtlinge mehr, weil die Flucht vor dem Krieg in dem Moment endet, in dem sie ein Land betreten, in dem sie nicht verfolgt werden. Ab da sind sie Asylsuchende oder Asylanten. Und wenn sie nicht dort bleiben wollen, wo sie friedlichen Boden betreten haben, sondern ins vermeintlich reiche Deutschland wollen, dann sind es zudem Wirtschaftsflüchtlinge.
So, und jetzt warte ich noch auf User, die mich ins rechte Lager rücken wollen.
Geht auch halbrechts? ;-)
@ bh_roth
Das habe ich letztens im Thread mit der Soli-Umwidmung auch geschrieben. Es handelt sich zwar um Kriegsflüchtlinge, aber wenn sie in einem sicheren Gebiet wie Nordirak, Libanon, Jordanien oder Türkei sind, sind es keine Kriegsflüchtlinge mehr, wenn sie zu uns kommen. Der große Aufschrei ist ausgeblieben, außer von dem einen üblichen Verdächtigen.
Gast
Dorfdepp, Du hast meine These, dass Kriegsflüchtlinge, die nicht verhungern wollen nicht automatisch abzuweisende Wirtschaftsflüchtlinge sind, noch nicht widerlegen können.
Wo machst Du den Unterschied zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen? Die einen sollen nicht im Krieg getötet werden, die anderen dürfen aber verhungern?
Aus menschlicher Sicht ist Deine Meinung dazu inakzeptabel.
Celsete,
jetzt lies nicht zu schnell, sondern genau: Es gibt in Deutschland ein einklagbares Recht auf Asyl für Kriegsflüchtlinge und politsch verfolgte Personen. Ein Recht auf ein besseres Leben für alle bei uns gibt es nicht, so traurig das sein mag.
bh_roth
Ich habe nur einen Witz machen wollen, aber ich merke, Dein Beitrag versteht nicht jeder. Eventuell liegt es auch an einer Leseschwäche.
Gast
@Dorfdepp
Es gab mal ein geltendes Recht in Deutschland, zumindest in einem Teil, dass Republikflüchtlinge mit allen Mitteln an der Flucht zu hindern sind.
Irgendwann fiel dann die Mauer, und aus geltendem Recht wurde Unrecht. Es folgten die Mauerschützenprozesse.
Ich bitte Dich höflich, mal über diese Analogie nachzudenken.
Ich bin beileibe kein Linker oder Sozialist, aber ich kann niemanden abweisen, der nach Krieg und Terror und Hunger auf der Flucht ist, und eine Bleibe und etwas zu Essen sucht.
Ob der Flüchtling durch Hunger oder durch eine Bombe stirbt, macht für den nämlich keinen Unterschied.
Es fehlt eine echte Lösung, gebe ich zu, ich habe auch keine.
Aber die Hälfte oder mehr abzuweisen und zu sagen, "Ihr dürft in Griechenland oder Ungarn als Wirtschaftsflüchtlinge verhungern" ist für mich keine ernsthafte Option.
Celsete, was ist aus menschlicher Sicht akzeptabel? Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns wollen, das ist unbestritten. Noch ist das Boot nicht voll, aber irgendwann ist es voll, wenn es so weiter geht. Damit meine ich die Belastbarkeit unserer Sozialsysteme. Du magst jeden in Not aufnehmen wollen, das ist zwar ehrenhaft, aber naiv.
Das Leben ist manchmal hart. Das wissen die Leute, die auf der Titanic waren und dann in einem Rettungsboot saßen. Als das voll war, haben die Insassen den Leuten im Wasser, die noch an Bord wollten, mit dem Ruder auf die Finger geschlagen, sonst wären alle untergegangen. Hättest du in dieser Situation einen an Bord gezogen und den Untergang aller riskiert?
dorfdepp, den Vergleich mit der Titanic kann ich so nicht stehen lassen. Da ging es ums nackte Überleben.
Darum geht es aber bei uns nicht, wenn wir Flüchtlinge bei uns aufnehmen. Keiner kommt deswegen um oder muß hungern oder frieren.
Es ist mir piepegal, wie man die Menschen nennt, die zu uns kommen, in Not sind und Hilfe brauchen. Sie sind vor dem Krieg geflohen und daß sie zu uns wollen, wer könnte es ihnen verdenken, wenn man die Zustände in Griechenland und Italien kennt. Dublin ist Käse. Dort haben sie keine Zukunft. Die haben Kinder und können nicht warten, bis in Syrien der Krieg vorbei ist.
Was die Zugereisten betrifft, die keinen Anspruch auf Asyl haben, weil sie nicht aus Gründen, die unser Grundgesetz regelt, verfolgt werden. Da fehlt eindeutig ein Einwanderungsgesetz. Damit könnte man bestimmen, wer zu uns kommen und arbeiten darf. Und die andern könnte man schon auf dem Bahnhof in einen Zug retour schicken. Ich verstehe nicht, weshalb gewisse Politiker sich dagegen so sperren. Ich werden den Eindruck nicht los, daß die ganze Problematik verschlafen wurde. Man hätte dann auch viel früher in den Herkunftsländern etwas dagegen unternehmen können. Eigentlich ist es gut, daß die Leute uns jetzt fast überrennen. Dann werden die Politiker endlich wach. Alles bis zur nächsten Bundestagsperiode aussitzen geht nicht mehr.
@ elfigy
Ich muss, glaube ich, noch mal die Analogie deutlich machen. Natürlich können wir zur Zeit noch Flüchtlinge aufnehmen, aber wir können nicht zukünftig die Schleusen für alle öffnen, dann werden wir überschwemmt. Alles hat eine Grenze, und unsere Grenze ist erreicht, wenn die Sozialsysteme ihre Grenzen erreichen. Die bestimmt unverdächtige Andrea Nahles hat hierzu so manchen Zahn gezogen.
Der Steuerzahler ist wie ein Esel, er trägt geduldig jede Last, die man ihm aufpackt, bis er die Beine breit macht und verreckt. Dann ist es vorbei mit dem sozialen Frieden. Habt ihr wirklich so wenig Phantasie?
Und was die Arbeit für Asylanten angeht: Das ist ein ganz fauler Trick. Wegen der Automatisierung, Computerisierung und Globalisierung gehen uns jetzt schon die Arbeitsplätze aus. Der angebliche Bedarf an Fachkräften ist ein übler Trick der Wirtschaft, die Interesse an einem Überangebot an Arbeitskräften hat, um die Löhne noch weiter drücken zu können. Ich wünsche euch viel Spaß beim Aufwachen aus euren Träumen, aber dann kann es zu spät sein.
Gast
Dorfdepp, Wie Du auf die Idee kommst, Flüchtlinge abzuweisen, damit wir alle weiter gemütlich Sauerkraut und Schweinshaxn essen können ohne mal eine etwas schmalere Portion in Betracht zu ziehen, wird wohl Dein Geheimnis bleiben.
An Bord eines Rettungsbootes der Titanic könnte ich jedenfalls keinen anderen dem sicheren Tod überantworten und ihm auf die Finger schlagen, damit er absäuft.
In meinem Beitrag steckte "Grenzen setzen" drin. Das meinte ich mit dem Einwanderungsgesetz.
Aber Menschen, die aus ihrem zerbombten Land geflohen sind und in der Türkei, Griechenland, Libanon, Jordanien usw. hungern und frieren müßten, können wir noch viele ernähren. Wir werden nicht alle integrieren können, viele nur beherbergen. Vielleicht müssen wir auch teilen. Das ist eine Frage der Empathie und auch der Barmherzigkeit. Viele werden nach dem Krieg auch wieder in ihre Heimat zurück wollen und ihr Land aufbauen.
Mir gings auch um den hinkenden Vergleich mit der Titanic.
Dir ist sicher inzwischen klar, daß ich eine linke Socke bin, aber ich mußte zähneknirschend Mutti loben, weil sie unbürokratisch eine humane Augenblicksentscheidung traf, die richtig war. Und muß ich Atheistin, dich, den erklärten Gläubigen, auf den barmherzigen Samariter verweisen ???
@elfigy
wo ich dir recht gebe, musst du mir nichts erklären. Ich habe ja geschrieben, dass wir im Moment noch Flüchtlinge aufnehmen können, ohne auf Sauerkrasut und Haxn verzichten zu müssen. Ich denke halt nur manchmal etwas weiter in die Zukunft. Natürlich brauchen wir ein Einwanderungsgesetz, bisher sind alle auf Asylticket hier eingewandert. Das hätten wir aber schon vor 30 Jahren gebraucht, und selbst heute ist noch lange keins in Sichtweite. Solange der Zuzug nicht geregelt ist, bleibe ich dabei, dass unser Boot nicht unbegrenzt aufnahmefähig ist.
Was den Samariter angeht: Der hat im Rahmen seiner Möglichkeiten geholfen, selbst damit war er seinen Zeitgenossen überlegen. Aber von keinem Lebensretter wird verlangt, dass er sich selbst in Lebensgefahr begibt. Wenn beide draufgehen, hat keiner etwas davon. Damit wären wir wieder bei der Titanic.