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Noch Fragen?

Immoblienkauf bei Hartz 4

Ein Bekannter von mir war bisher Jobmäßig nicht all zu erfolgreich und bezieht daher schon seit ein paar Jahren Hartz 4. Nun hat er von seinem Großvater einen Betrag >100k Euro geerbt und bekommt nun daher natürlich kein Leistungen von der Arge mehr. Nun ist er auf die Idee gekommen, komplett mit seinem Vermögen ein Haus zu kaufen (nicht all zu groß) um danach (natürlich wieder ohne Barvermögen) wieder Hartz4-Leistungen zu beziehen.

Wie sieht die rechtliche Situation aus?
Frage Nummer 36517
Antworten (15)
Das ist einfach. Sein Haus wird ihm als Vermögen angerechnet, und er bekommt weiter keine Leistungen von der Arge. Er könnte es ja verkaufen.
Wir sind hier doch nicht bei "Wünsch dir was"! Solche Sozialschmarotzer hätte ich gerne mal kennengelernt. Ich gebe dir die Garantie, dass der freiwillig anfängt zu arbeiten!
Übringens, ich finde das auch moralisch verwerflich!
Ich hoffe nicht, dass Du diese Frage wirklich ernst meinst!
Das ist jetzt Traurig, aber wahr! Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus, daher meine Frage. Die Situation ist genau so, wie ich es beschrieben habe. Er meinte, er hätte sich beraten lassen... aber irgendwie kommt mir die Situation komisch vor.
tatsächlich ist das so, dass man zwar sein Barvermögen (bis auf einige wenige Reserven) aufbrauchen muss - aber aus seinem Häuschen muss man nicht ausziehen..
Das ist zwar eigentlich gedacht, damit die Oma, die bei 280 Eoro Rente aufstocken muss, nicht ihr Häuschen verkaufen muss, in dem sie vielleicht schon geboren wurde.
Aber natürlich lässt sich das auch wie hier angedacht ausnutzen. Ich denke, er kommt damit durch.
Aber bevor jetzt der "Schmarotzer!!!"-Aufschrei kommt: natürlich bekommt er in seiner Lage von keiner Bank Kredit, d.h. er muss sein Haus voll bezahlen. Das aber wiederum bedeutet, dass er bis an sein Lebensende keine Mietzahlungen von der ARGE mehr erhalten wird. Auf 20 Jahre geht das +/-0 aus, bezieht er noch länger Hartz IV, profitiert die Allgemeinheit....
OK. Ich lag falsch. Es gilt bei Immobilien bei Eigennutzung kein Verkaufszwang. Wenn es sich um Wohnraum <= 130 qm handelt, zahlt die Bundesagentur für Arbeit die Zinsen für das Baudarlehen, wenn Zinszahlungen und Nebenkosten nur geringfügig über den Kosten für eine angemessene Mietwohnung liegen. Die Tilgung muss eigenständig getragen werden
Er sollte sich ein kleines Ferienhaus in Griechenland kaufen (günstig dort), nicht angeben, und das Häuschen im Sommer schwarz vermieten. Und im Frühjahr und Herbst selber nutzen. Zeit genug hat er ja ... Und Geld auch.
Ohne moralische Wertung: Es ist so, dass diese Sozialleistungen kein Geschenk sind, sondern stets, sofern möglich, für die letzten 10 Jahre rückzahlbar.
Im Monat des Geldzuflusses hat der Mann keinerlei Anspruch auf Hartz IV-Unterstützung und muss sich auch seblstkranken versichern. Zahl er das für die letzten zwei Jahre erhaltene Geld davon nicht zurück, sondern investiert in eine Immobilie (z.B. zur Alterssicherung), wird eine Zwangshypothek eingetragen, die bei Verkauf ofder Vererben zunm Tragen kommt. Habe ich mehrfach in meinem Umfeld erlebt.
Der Bekannte darf eine angemessende, selbstgenutzte Immobilie besitzen. Hartz IV gibt es dann nur noch für den Lebensunterhalt und die Betriebskosten der Immobilie, wobei Mietkosten künftig entfallen.
Die bisherigen Antworten gehen alle haarscharf an der Realität vorbei.

Ein Hartz4er darf natürlich ein Häuschen besitzen, sofern es bei Eintritt in Hartz 4 in seinem Besitz war und es dem Stand und der Kosten einer angemessenen vergleichbaren Wohnung entspricht. Wäre ja Unfug wenn das Amt zusätzliche Mietkosten generieren würde. Wenn natürlich eine alleinstehende Person in einer 12 Zimmer Villa wohnt, sieht die Lage anders aus. Durch den Verkauf lässt sich ja Barvermögen generieren von dem eine zeitlang der Lebensunterhalt in einer angemessenen Wohnung bestritten werden kann.

Zum Kauf nach Erbschaft kann es nicht kommen, da er ja die Erbschaft "verbrauchen" muss. Erbschaft ist ein Vermögenszufluss. Die Option Immobilie kaufen besteht nur theoretisch, nämlich dann wenn man dem Amt die Information zur Erbschaft vorenthält.
Na, dann gilt eben wieder meine erste Antwort.
@fredolino:
so ganz richtig ist das nicht - im Falle einer größeren Erbschaft muss der HartzIV-Empfänger sich das zunächst einmal auf 12 Monate anrechnen lassen, in dieser Zeit erhält er keine Leistungen.
Danach wird neu geprüft. In dieser Zeit darf er zwar nicht prassen, das Geld also mutwillig auf den Kopf hauen (er darf es schon, aber dann bekommt er hinterher keine Leistungen), aber er darf gut leben und sich z.B. auch ein angemessenes Auto kaufen (und dafür bis zu 7500 Euro verbraten).
Ein Haus- oder Wohnungskauf innerhalb dieses Zeitraumes ist sicherlich nicht als "prassen" zu werten, denn im Gegenzug erspart es hinterher dem Amt die Mietzuschüsse
@fredolino "haarscharf" - der Leistungsbezieher ist nur verpflichtet, erhaltenen Vermögenszuwachsumgehnd zu melden . Bleibt das Erbe auf dem Anderkonto des notars und wird von dort zum Kauf einer Immo verwendet, gilt es erst ab der Besitzumschreibung und Auflassung als zugeflossen.
Zu spät für alle anderen als die von mir oben beschriebenen Massanhmen!.
Es gibt eben ein paar Dinge, die Fritzchen Müller nicht kennt...
@ Starmax und @ing793 über solches Detailswissen zu Hartz 4 verfüge ich gottseidank nicht. Das es Spielräume und Freibeträge gibt war mir schon klar.

Auch ändern buchhalterische Kapriolen wenig am Grundsätzlichen.
Keine Buchhaltertricks, sondern die korrekte rechtliche Vorgehensweise. Der Staat hat einen langen Atem und holt sich später von den Erben alle Sozialzahlungen der letzten zehn Jahre per Zwangsversteigerung zurück. Kenne wie gesagt, drei solche Fälle.