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Noch Fragen?

In Berlin soll der MwSt-Satz für Currywurst auf 7 Prozent gesenkt werden. Wem hilft das?

Frage Nummer 47829
Antworten (11)
Hast du ne Quelle dazu? Das würde mich nämlich auch mal interessieren. Hier gibt es ja eh schon 2 Fälle, die man unterscheiden muss.

Generell ist es ja so, dass bei Essenslieferungen zum Kunden bzw. wenn der Kunde das Essen mit nach Hause nimmt, immer nur 7 % berechnet werden, da es sich hierbei nur um den Verkauf von Lebensmitteln handelt.

Anders sieht es aus, wenn das Essen im Restaurant/ an der Imbissbude gegessen wird. Hier entstehen zusätzliche Dienstleistungen, so dass hier 19 % berechnet werden müssen.

Also soll jetzt im 2. Fall auch die MwSt auf 7 % gesenkt werden, oder was?

Helfen würde es auf jedem Fall dem Imbissbudenbesitzer, da er bei gleichem Bruttopreis mehr Netto einstreichen kann.
Der Artikel war bei t-online, finde ich nicht mehr. vielleicht hier:
Die Streitfrage war wohl, ab wann es ein Verzehr im Gehen ist und wann es wie ein Restaurantbesuch betrachtet werden kann. Da wurden zum Teil schon die Ablageflächen rund um den Ausgabetresen vermessen, war da genug Platz um die Wurst abzulegen, waren 19% MwSt fällig, ansonsten nur 7%. Damit sind die Gewinnspannen bei annähernd gleichen Kosten natürlich stark unterschiedlich. Bei einem VK von 2,50 hat der 7%-Verkäufer 2,34 Euro Einnahmen und der 19%-Verkäufer nur 2,10 Euro. Somit hilft es nur dem Currywurst-Verkäufer mit Stehtischen oder großen Ablageflächen.
EIne andere Möglichkeit wäre natürlich gewesen, wie bei MCs zu fragen "Zum hier Essen oder zum Mitnehmen" und danach die MwSt auszuwählen.
Ah ja, dass hatte ich mir ja auch schon fast so gedacht. Helfen wird es wie gesagt, eigentlich nur dem Imbissbudenbesitzer. Nicht nur, weil eben mehr Netto einstreichen kann, sondern weil es für viele bei der bisherigen Regelung nicht gerade einfach ist, korrekt Buch zu führen. Wenn sie es ganz korrekt machen wollen, müssen sie bei jeder Bestellung nachfragen "zum hier essen oder mitnehmen" und es dann auch so ins Kassenbuch eintragen oder müssen eben eine realistische Schätzung machen und da muss dann aber auch das Finanzamt mitspielen.

Aber dem Kunden wird es wohl leider nix bringen, da wohl kaum ein Imbissbudenbesitzer seine Preise anpassen wird.
Der Imbissbude profitiert nur dann, wenn diese überhaupt Steuern zahlt. Und das dürfte nicht so häufig vorkommen...das Angenehme am Bargeschäft.
Dem Currywurstbrater. War auch am 1.4 bei gmx zu lesen.
@amos: "Wem hilft das?"

Am wenigsten der Currywurst, dem Wurstmaxen auch nicht, sondern im guenstigsten Falle nur dem Verbraucher. Fuer den Fritten- und Wurstakrobaten ist es ein durchlaufender Posten. Er reicht jede MWST-erhoehung grosszuegig an den Verbraucher weiter. Noch Fragen ?? ;-))
Das hilft erst einmal allen, weil die Mehrwersteuer bundeseinheitlich ist und das dann auch in Hamburg, Köln und München gilt, nicht nur in Berlin :).
@StechusKaktus.
"wenn diese überhaupt Steuern zahlt" ah ja...

Daß im "Freß"gewerbe bei der Steuererklärung mehr oder weniger oft Einnahmen "vergessen" werden, und in Folge der "hohen" Lohnkosten teilweise sehr geringe "Einkommens"-Steuern anfallen, ist eine Sache.

Aber bei der Umsatz- oder Mehrwertsteuer sieht die Sache etwas anders aus. Im Gegensatz zu Handelsware sind Lebensmittel verderblich. Insofern wird kein normaler Gastwirt sich einen immer größere werdenen Vorrat an Lebensmitteln anschaffen. Und es gibt gut gepflegte Tabellen mit Vergleichszahlen, wie viel "Inventur"verluste (abhängig von der Art des Bewirtungsbetriebes) üblicherweise anfallen. Wenn also im Gastgewerbe keine Umsatzsteuer, oder sogar negative Mehrwertsteuer anfällt, dann ist das ein extrem starkes Indiz für Betrug.
@sunnyboy: Du hast da wohl irgendwas falsch verstanden. Es geht nicht um eine Erhöhung sondern um eine Senkung. Und die gibt kein Unternehmer an seine Kunden weiter. Schau dir doch nur mal das Hotelgewerbe an.

@clearance61: Hast recht. Manche Leute glauben, dass Steuerhinterziehung in dem Gewerbe so einfach ist. Dabei haben die Finanzbeamten durchaus ihre Kennzahlen, an denen sie sich orientieren. Wenn z.B. der Umsatz im Verhältnis zum Wareneinsatz über einen längeren Zeitraum verdächtig niedrig ist, dauert es nicht lange, bis die Finanzbeamten auf der Matte stehen und dann liegt es am Unternehmer glaubhaft zu erklären, warum das so ist. Kann er es nicht, muss er hohe Steuernachzahlungen und Strafen zahlen.