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Noch Fragen?

In der Klasse meines Sohnes gibt es massive Probleme mit Mobbing. Was können wir tun, damit dem Mobber klar wird, dass das so nicht geht?

Frage Nummer 44910
Antworten (10)
Was heißt "Mobbing"? Wir sind alle zur Schule gegangen, ich 13 Jahre. Es gab auch zu meiner Zeit in jeder Klasse einen, der von den anderen "zur Sau gemacht" wurde. Es nannte sich nur nicht Mobbing. Ich weiß nicht, ob sich das heute von den damaligen Verhältnissen wesentlich unterscheidet. Nur was damals unter den Schülern geregelt wurde, ruft heute die Eltern auf den Plan, die dann gleich einen RA einschalten wollen. Oftmals "Sturm im Wasserglas"!
Tja, das sind eben die neuzeitlichen Begriffe. Das gab es schon immer, nur heute weiß man eben, wie das heißt, was damals geschah. Das beste Beispiel ist der heftig strapazierte Begriff "Burnout". Gab es schon immer. Und heute weiß man Gottseidank, wie das heißt, was man früher schon hatte.
Ich muß euch völlig recht geben. Hänseleien gab es auch früher, die wurden halt nicht so an die große Glocke gehangen. Mit dem Aufkommen des Begriffes Mobbing fühlt sich im Alltag, in der Ausbildung, der Schule und im Beruf plötzlich jeder 3. gemobbt.
Das kann auch vom eigenen Verhalten ablenken, welches gegenüber der Gruppe ausschlaggebend sein kann. Der Übergang zwischen "normalem" Ärgern und Hänseln und Mobbing ist sicher fliessend. In der Klasse würde ich den Klassenlehrer ansprechen, wenn das nicht hilft gibt es zumindest in Baden-Württemberg in den Städten und Kreisen für dieses Problem zuständige Psychologen und andere Spezialisten, die weiterhelfen können. Das zuständige Schulamt hat die Adressen.
Mobbing ist Alle gegen Einen. Hier ist aber die Rede von Einem gegen Alle - das nennt man ehr terrorisieren.
Abgesehen von der Begriffsbestimmung: hier ist zuerst der Lehrer gefragt, dann Rektor, dann Klassenpflegschaft, dann Schulkonferenz (jeweils die nächste Instanz, wenn die vorherige nicht weiter kommt).
In der Klasse meiner Tochter ist so der Klassenrowdy gezähmt worden - er war für ein halbes Jahr 'raus unter Betreuung, seither ist Ruhe.
Erstmal gab es auch früher schon Kinder, denen der Schulbesuch zur Qual wurde und die durch das schmerzhafte Erlebnis des Ausgeschlossenseins und der Schutzlosigkeit und durch ihre verzweifelten Versuche, "den Code zu knacken", der es ihnen ermöglicht hätte, beliebt und integriert zu sein, tiefe Verletzungen erlitten haben. Ich finde es überhaupt nicht "normal", sich mit der Traumatisierung eines Kindes innerhalb der Klasse abzufinden, sondern sehe es als Aufgabe aller an, solche tief gehenden Verletzungen zu vermeiden.
Beim Begegnen des Mobbings hat sich vor allem der "No-Blame-Approach" bewährt. Der zielt nicht darauf ab, Schuld zu verteilen (Blame), sondern lösungsorientiert die Situation für den Betroffenen besser zu machen. Die betreuende Lehrkraft oder Schulsozialarbeiterin bildet ein Team aus Schülern, die zum Täterkreis gehören und solchen, denen sie zutraut, dem Opfer Rückhalt zu geben. Aufgabenstellung: "Leute, wir haben folgendes Problem. Hier ist einer in unserer Klasse, der sich so unwohl fühlt, dass er am liebsten hier weg würde. Ich habe euch ausgewählt, weil ich euch zutraue, an dieser Situation etwas zu verändern. Was konkret könnten wir tun, damit sich XY wieder wohl fühlt?" Konkrete Vorschläge finden, Aufgaben verteilen, 1 Woche später nächstes Treffen, Entwicklung besprechen usw.
In diesem Fall sollte man sich mit dem Schulpersonal der Schule in Verbindung setzen. Eine Aussprache mit dem Mobber und deren Erziehungsberechtigten ist wohl sehr zu empfehlen. Falls dies nicht zum Erfolg führen sollte, dann kann man auch einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen und eine Verweisung des Mobber von der Schule versuchen zu erwirken.
Das Mobbing in Schulen ist ein sehr weit verbreitetes Problem in Deutschland, das immer mehr zuzunehmen scheint. Je mehr sich die Eltern einmischen, desto schlimmer kann es für den Schüler werden und er gerät noch mehr in die Schußlinie. Man kann versuchen, mit dem Lehrerkollegium zu reden, wie die die Situation einschätzen. Auch wenn es einem widerstreben sollte, aber manchmal ist der einzige Weg, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen, ein Schulwechsel.
An erster Stelle, an den Klassenlehrer wenden. Bringt es nichts, dann an den Direktor. Mobben ist eine Straftat und man muss dagegen angehen. Auch die Eltern, des Schülers welcher mobbt, sollten informiert werden. Im schlimsten Fall kann man sich an den Oberschulrat oder direkt an die Polizei wenden. Diese kümmern sich dann um Maßnahmen und setzen sich ebenfalls mit den Eltern und dem Lehrer in Verbindung.
Nachfrage: Wer ist der Träger der Schule? Stadt? Verein? Kirche?