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Antworten (7)
Die "Soziale Marktwirtschaft" ist ein Begriff aus der Deutschen Wirtschaftswunderzeit und bezeichnet den DEUTSCHEN Sozialstaat. Insofern gibt es die Soziale Marktwirtschaft nur hier.
Das deutsche Modell wurde aber von vielen Ländern, vor allem den anderen Europäischen, übernommen und gegebenenfalls abgewandelt. Franzosen, Briten, Dänen, Norweger, Finnen etc haben ihre jeweils eigene Version der Sozialen Marktwirtschaft, während sie in anderen Ländern teilweise vollständig fehlt. In den USA arbeitet die Tea-Party-Bewegung gerade an der kompletten Abschaffung der Sozialen Komponente, während in Nordkorea die Marktkomponente vollständig fehlt...
Kleine Korrektur: Die Briten muss man aus der Aufzählung herausnehmen, seit Margret Thatcher den Sozialstaat (der in GB nie besonders ausgeprägt war) zerschlagen hat. Großbritannien hat sich da weitgehend den USA angenähert, man unterscheidet auch das anglo-amerikanische Wirtschafts- und Bankensystem vom europäischen. Die deutsche Soziale Marktwirtschaft hat seit den frühen neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch einige Federn lassen müssen, seit der sogenannte „Shareholder-Value“ die Wirtschaft dominiert. Nachdem der Kommunismus als ideologisches Gegengewicht wegfiel, etablierten sich hier sofort überwunden geglaubte kapitalistische Verhaltensmuster. Firmen wie die Deutsche Bank und Siemens entließen trotz Milliardengewinnen tausende Mitarbeiter, um die Aktionäre noch besser zu stellen. Das Beste zum Schluss: Dem anglo-amerikanischen Wirtschaftssystem ist das europäische Sozialsystem ein Dorn im Auge und bekämpft es hinter den Kulissen massiv.
aber immerhin haben die Briten noch den NHS (National Health Service, Staatlicher Gesundheitsdienst), egal wie schlecht er ist. In Amiland gibts nicht mal den...
@ hphersel
Daran sieht man, dass die US-Amerikaner den Briten weit voraus sind. Aber die Briten arbeiten daran aufzuschließen. Was die Kontrolle der Investmentbanken betrifft, sind die Briten amerikanischer als die Europäer.
Off topic: Was ist amerikanisch? Amerikanisch ist z.B. die Weigerung der Republikaner in den USA Hochgeschwindigkeitseisenbahnstrecken zu bauen. Das wäre eine Verschwendung von Steuergeldern (Weil es den Plebejern und nicht den Millionären zugute kommen würde). Milliarden in sinnlose Kriege zu stecken halten die Republikaner dagegen für uramerikanisch. Und Großbritannien ist immer an vorderster Front dabei.
So weit ich weiß, ist soz. Marktwirtschaft keine objektive Kategorie, sondern eher das politische Fernziel, freie Märkte und dennoch einen starken Sozialstaat zu haben. Die meisten westeuropäischen Staaten und Skandinavien pflegen sich so zu bezeichnen.
Das Modell der sozialen Marktwirtschaft findet man neben Deutschland in den meisten Ländern der EU, also zum Beispiel in Frankreich, Italien und den Niederlanden. Die Wirtschaftsordnung in Großbritannien ist etwas freier als die hierzulande. Generell befinden sich viele Länder in einem Bereich zwischen sozialer und freier Marktwirtschaft.
Eigentlich ist das ein schwammiger Begriff. Und auch wir bewegen uns von dem Adenauer-Ideal weg und hin zur freien Marktwirtschaft. Lenkend vom Staat eingegriffen wird im Wesentlichen nur in Westeuropa sowie in Nordamerika. In anderen Ländern gibt es sicher nur Teilbereiche, die unter diesen Begriff fallen.