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Noch Fragen?

Ist ein Selbstmordattentäter suizidgefährdet?

Kommt mir komisch vor: der verhinderte Attentäter hätte doch mit etwas Geschick seines Anwalts eine Bewährungsstrafe (ok, kleine Übertreibung) raushandeln können. Da ist es doch gar nicht erklärbar, warum er sich hätte umbringen sollen. Oder?
Frage Nummer 3000060789
Antworten (15)
Der Wunsch nach 44 (oder 77) Jungfrauen im Paradies war wohl stärker. Wobei Suizid in der Gefängniszelle ohne menschliche Kollateralschäden nicht gültig sein soll.
Hallo Amos, welcome back, wie der Lateiner sagt.
@ StechusKaktus
Auch im Islam gilt Selbstmord als Sünde. Aber der Koran erlaubt das Töten von Ungläubigen, stirbt man dabei eines unnatürlichen Todes, kommt man als Märtyrer sofort ins Paradies. Soweit die Theorie, die Praxis sieht leider anders aus, weil die Islamisten auch Muslime umbringen, obwohl sie das gar nicht dürfen.
Ich sehe das ähnlich wie Herr/Frau ing:

Der einzige logische Grund warum er sich hätte umbringen sollen, ist der, dass er wichtige Informationen hatte und sich nicht zugetraut hat diese im Verhör nicht auszuplaudern.
ing, darf ich deinen Beitrag so verstehen, dass ein ‚richtig hohes Tier’ mit umfassenden Kenntnissen über weltweit geplante Terroranschläge in einer schäbigen Mietwohnung in Leipzig Vorbereitungen trifft, sich mit einem Sprengstoffgürtel spektakulär selbst zu pulverisieren?
ing793,
ich möchte gern zu deiner Aussage:

"Ein Selbstmordattentäter ist in einer Einzelzelle eigentlich nicht suizidgefährdet."

eine Erklärung von dir hören.
Der Grund dazu ist, dass ich annehme – ohne es zu wissen – dass jemand, der sich umbringen möchte, also sein Leben zu enden, den Wunsch dazu hat.
Egal wo er steht, liegt oder sitzt. Oder ob er nun in einer Zelle sitzt oder am Strand unter einer Palme liegt.

Daher denke ich, dass die Idee, dass jemand, der in einer Einzelzelle sitzt, nicht suizidgefährdet ist, nur weil er darin sitzt, nicht ausreichend erklärt ist.

Ich bin der Meinung, dass ein suizidgefährdeter Mensch in einer Einzelzelle sich mehr darin seinen eigenen Tod wünscht als unter einer Palme.

Aber was weiß ich? Ich war niemals gefährdet. Wollte niemals mein Leben beenden.

Wenn du jedoch jedoch ein wenig mehr herausfinden möchtest über Einzelhaft, dann suche unter "Port Arthur", Tasmania.
Ich war dort.
Ein Selbstmordattentäter will sich nicht in erster Linie umbringen und dabei andere Menschen töten, er will in erster Linie Menschen töten und nimmt seinen eigenen Tod dabei in Kauf.

Wenn also die Möglichkeit fehlt andere Menschen zu töten, und diese Möglichkeit sollte in einer Einzelzelle ausgeschlossen sein, fällt die ursprüngliche Motivation weg.

Für Selbstmordkommandos sucht auch der IS nicht gerade nach depressiven Menschen, die sich umbringen wollen, und überreden die, das mit einem Sprengstoffgürtel zu machen.
Man sucht einen Täter, der so verblendet ist, dass er sein Leben opfern würde, um "Feinde" umzubringen.

Somit ist ein Selbstmordattentäter nicht zwingend suizidgefährdet, es sei denn es kommen noch andere Motive hinzu.
Finde ich witzig. Bei jemandem, der bereit ist, sich selbst für seine Ziele umzubringen, dürfte sich die Frage nicht stellen, ob er selbstmordgefährdet ist oder nicht. Selbstverständlich ist er das. Warum die Gefängnispsychologin zu dem Urteil kommt, dass er nicht gefährdet sei, erschließt sich mir nicht, und wird sicher in internen Untersuchungen zu klären sein.
Witzig finde ich auch, dass das Heimchen, welcher da in dem Sessel des Justitzministers (Sebastian Gemkow) sitzt, sagt, es wäre alles mögliche getan worden, einen Selbstmord zu verhindern. Das Ergebnis sagt etwas anderes aus.
Wäre alles Mögliche getan worden, wäre der potentielle Attentäter noch am Leben.
Einem nur durch Zufall verhinderten Selbstmordattentäter ist die Bereitschaft zum Suizid auf die Stirn geschrieben. Das ist zweifelsfrei. Bei so einem Individuum auf das Ergebnis "nicht selbstmordgefährdet" zu kommen, bedarf noch näherer Klärung.
In U-Haft kommende Gefangene in Deutschland sind nicht umsonst die ersten 2 Nächte nicht allein. Es mag für Selbstmordattentäter andere Regelungen geben, das weiß ich nicht. Aber der "normale" Gefangene verbringt die ersten beiden Nächte nicht allein. Und es gibt in JVAs Zellen, die videoüberwacht sind. Warum diese Möglichkeit hier nicht eingesetzt wurde, wird uns ewig verborgen bleiben.
Übrigens wird es dich nicht überraschen, dass mein Mitleid für diese Kreatur übersichtlich ist. Wer bereit ist, hundertfaches Elend über Familien zu bringen, hat seine Daseinsberechtigung verwirkt. Ich hätte keine Sekunde gezögert, wenn ich im Einsatz in meinem "Nebenberuf" als Scharfschütze den Auftrag bekommen hätte, dieses "Ziel" zu neutralisieren.
Tough talker, bh_roth,
du könntest doch nicht einmal deinen eigenen Hund erschießen
Paul, darauf würde ich an deiner Stelle nicht wetten. Glaubst du, ich hätte im Flugzeug nicht auf den Knopf gedrückt, wenn es darauf angekommen wäre? Dann hätte ich meinen Beruf wohl verfehlt.
Für mich sind die IS-ler Kombattanten. Unrechtmäßige zwar, meiner Meinung nach, aber immerhin. Und damit gelten die Möglichkeiten des Kriegsvölkerrechts und der Genfer Konvention.
bh_roth,
ich wollte nur andeuten, dass auch ein Harter Hund wie du ein Herz haben könnte.

Wenn man dir in einem Abstand von 4km einen Menschen am Bein aufgehängt präsentierte, mit Militärkapelle und Guiness World of Record, würdest du den erschießen? Weil man sagt, er ist ein Kombattant?
Übrigens, ich habe mit meiner Frau ein Abkommen getroffen. Nicht schriftlich. Von Mann zu Frau.

Sollte einer von uns beiden mal so dahin siechen (wie zB. Amos) gehen wir auf unsere Farm, graben ein Loch, küssen uns zum Abschied, und der Kranke wird erschossen. Der Überlebende schaufelt das Grab zu, setzt einen Cairn darauf und kümmert sich um die Familie.
Bei deinem konstruierten Beispiel weiß ich es nicht. Es kommt auf die gerechte Sache an. Wie immer. Was gerecht ist oder war, bestimmen immer die Sieger.
Aber wenn - in Afghanistan als Beispiel - der Auftrag lauten würde, eine bestimmte erkannte Person zu neutralisieren, würde ich es tun. Ganz sicher. Wie so etwas abläuft, ist in dem Film "American Sniper" ganz gut herausgearbeitet, obwohl es ein Hollywood-Streifen ist. Aber als jemand "vom Fach" kann ich mich bzw. meine Ausbildung darin wiederfinden.
Ergänzung: ein georgischer Untersuchungshäftling der JVA Bochum, dessen Prozess in dieser Woche vor dem Landgericht Dortmund beginnen sollte, hat sich vor drei Tagen in seiner Zelle erhängt. Darüber berichtete lediglich die Lokalpresse. Kein bundesweiter Aufschrei.
Ich nix könnte ermorden andere Leute (Personen neutralisieren).

Abba jedes Land mache Fachausbildung zu morden andere Menschen.