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Noch Fragen?

Ist ein Tempolimit sinnvoll?

Wieder ist zu lesen, dass ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen alle Übel dieser Welt löst.

1960er: Verkehrssicherheit
1970er: Ölkrise
1980er: Waldsterben
1990er: Europäische Harmonisierung
Ab 2000: CO2 und NO2

Alles gut und schön. Nur sehe ich in der ganzen Diskussion eine Kontinuität, den deutschen Neid, nämlich: Ich fahre nur einen Kleinwagen, da sollen die Bonzen in ihren dicken Karren auch nicht rasen dürfen.

Aber endlich zum Thema: Jetzt wird wieder einmal das Heil in einer allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkung gesucht, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Aber wer rast denn? Auf x Prozent der deutschen Autobahnen (keinen Wert gefunden, wäre daran interessiert) gibt es ohnehin schon Geschwindigkeitsbeschränkungen, und auf dem freien Rest fahren die meisten auch moderat um die Richtgeschwindigkeit. Was soll das bringen?

Aber wenn ich zu verkehrsschwachen Zeiten in Städten an roten Ampeln stehe, deren Betrieb völlig überflüssig ist, und die Autos, die davor stehen und minutenlang unnötig Abgase in die Luft pusten, dann wüsste ich, wo man beim Schadstoffausstoß ansetzen könnte.
Frage Nummer 3000092406
Antworten (57)
Bei uns wollen die jetzt auch schon in der Innenstadt Tempo 30 Zonen einführen. Nun gut, dann fahr ich ebend im 1. Gang 30.
In dem Zusammenhang ganz interessant: Die Össis prüfen auf ausgewählten Strecken zur Zeit eine Erhöhung der bisherigen Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen. Möglicherweise weil sie realisiert haben, dass die derzeitige Beschränkung doch nicht so viel bringt.
Um Dein Interesse an dem Prozentsatz dauerhaft oder zeitweilig geschwindigkeitsbeschränkter Autobahnen zu befriedigen: ca. 40%.

Übrigens unterschreibe ich Dir den letzten Absatz mit freuden!
@bh_roth: "In Österreich, wo ein Tempolimit von 130 gilt, ist die Getötetenrate auf Autobahnen 1,5-mal höher als in der Bundesrepublik." Ebenfalls hier gefunden.
Könnte die Begründung für den Test sein.
@ umjo

Das war subtil in meiner Frage enthalten. Nicht die Schnellfahrer verursachen die Unfälle, die können fahren. Es sind eher die Idioten, die für ihren vermeintlichen Voreteil die Spur wechseln und anderen damit den Sicherheitsabstand nehmen. Das sind Verkehrssituationen, in denen oft plötzlich gebremst werden muss, und dann kracht es. Das kann sich aber kein Sofafahrer vorstellen.
Nachtrag: Ich bin ca. zwanzig Jahre lang die A4 vom Kirchheimer Dreick bis Jena gefahren. Früher gab es dort fast auf der gesamten Strecke 130-Schilder, Staus und Unfälle. Seit einigen Jahren sind die weg, und seitdem ist die Autobahn frei. Keine Staus mehr. Wunder und staun.
Nein. Wer fahren, kann benötigt keine Geschwindigkeitsbeschränkung, wer nicht, sollte von den Straßen weg bleiben.
Ok, Dorfdepp, mit 'subtil' kann man vielleicht sogar einen Klammertext beschreiben ;-)
Ansonsten: 100% d'accord! Die von Dir beschriebenen Situationen kenne auch ich -leider- nur zu Genüge.
Und es kotzt mich an!
Dieses "freie Fahrt für freie Bürger" Gehabe mit der angeblichen Neiddebatte kotzt mich auch an.

Definitiv verbraucht mein Auto bei Tempo 120 weniger Sprit als bei Tempo 160 - und zwar deutlich! bei meinem untere-Mittelklasse-Diesel locker 20%. Das Umweltargument lässt sich also nicht von der Hand weisen.

Tatsächlich fahre ich aber gerne 160. Allerdings stehe ich, wenn das denn mal geht, vor dem konstanten Problem, ständig die Spuren wechseln zu müssen, weil auf der mittleren Spur ein LKW den anderen mit knapp unter 100 überholt, auf der Linken aber von hinten die Spezialisten mit 200 Sachen angebrettert kommen und mir selbst dann beinahe in mein Endrohr kriechen, wenn ich an einer laaangen Kolonne auf der rechten Spur gerade vorbeifahre oder von meinem Vordermann daran gehindert werde, mein Tempo zu fahren.
Nach meiner Erfahrung ist der Prozentsatz derjenigen, die deutlich jenseits der Richtgeschwindigkeit unterwegs sind, auf freier Strecke sehr hoch.

In Österreich und Slowenien hingegen fahre ich mit eingeschaltetem Tempomat und 130 total entspannt (solange keine Tunnels mit 100 kommen).
Und was die roten Ampeln betrifft:
- ja, ich stimme Dir zu, dass da Optimierungsmöglichkeiten in großem Umfang bestehen.

Aber:
- jeder neu zugelassene Wagen seit ich weiß nicht wieviel Jahren hat eine Start/Stop-Automatik. Wer also "minutenlang" Abgase in die Luft pustet, hat die im Zweifelsfall aktiv abgeschaltet. Ich wüsste also auch, wo man ansetzen könnte ...
Interessant das Thema!
Ich fahre nicht mehr oft auf der Autobahn, wenn dann meistens von Münster nach Dortmund. Das sind so 40 km auf der Autobahn.
Dort fahre ich auf den nicht begrenzten Strecken so ca. 150 - 160.
Dabei werde ich auf der Strecke von vielleicht 4 - 6 Wagen überholt, während ich selber bestimmt das 1o-fache selbst überhole.

Mir scheint die Anzahl der Leute, die schneller als die Richtgeschwindigkeit fahren eher sehr gering.
Die Anzahl der Leute, die schneller als die Richtgeschwindigkeit fahren ist sehr gering, da die Träumer mit 150- 160km/h nicht mehr auf die rechte Seite fahren. Siehe Antwort ing.
Erstens ist 150 - 160 schon schneller als Richtgeschwindigkeit.
Zweitens kann man diese Geschwindigkeit auch gut auf der rechten Spur fahren. (Oder auch mal eine Lücke rechts ausnutzen, um schnellere vorbei zu lassen.)
Das schaffen aber Leute wie unser ing nicht. Im Augenblick wo ein Lkw am Horizont erscheint, muss zwangsläufig auf die linke Spur gewechselt werden. Die Träumer realisieren bei ihren 160 leider nicht, dass ich in ca. 5 Sekunden schon fast im Kofferraum lande und eigentlich noch 5 mal überholen könnte.
1)Die BW-Landesregierung hat für ein kleines Teilstück der Bodensee-Autobahn ein Tempolimit erlassen, damit die oft ausländischen Fahrer/ nnen ihre Autos nicht mehr mit Hochgeschwindigkeit fahren können. Vorgeschlagen wurde eine größere Etappe. Natürlich klagen die Anwohner des größeres Teilstücks über Lärm. 2)In meiner Stadt muss man mindestens dreimal die Geschwindigkeit ändern, abgesehen von der Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer. An einer "italienischen Kreuzung" gibt es keine Ampel. Alle fahren extrem langsam. Dorfdepp, natürlich hat Du in einem Recht. Man könnte testen, ob in verkehrsschwachen Zeiten, die Ampeln dauernd blinken und so signalisieren, dass man als Fahrer/in aufpassen muss.
@ Hefe
Ich glaub's einfacht nicht. Warum sollten in verkehrsarmen Zeiten die Ampeln blinken, um die Autofahrer zu warnen? Es gibt zusätzliche Verkehrszeichen, die die Vorfahrt regeln, und die Autofahrer kommen damit sogar klar. Wer das nicht kapiert, sollte besser öffentliche Verkehrsmittel nehmen.
Das Problem mit den Ampeln ist doch schnell und einfach gelöst.
Alle Ampeln abschaffen. Was nicht vorhanden ist, kann keinen Schaden anrichten.

An deren Stelle könnte man weibliche und männliche Sexpuppen aufhängen. Die könnten dann nach Herzenslust blinken.
Auch in verkehrsarmen Zeiten … hihihi ...
Ist auf jeden Fall sinvoll und ist große erleichterung beim Fahren !
Wenn man mal die statist. Daten zum Thema Straßen außerorts ansieht, findet man erstaunlich wenig, das für ein starres Tempolimit auf Autobahnen spricht:
Wir haben 232.000 km solcher Straßen in D, davon sind 13.000 km Autobahnen, 5,6%.
Von diesen haben rund 40% (5.200 km) ein starres oder flexibles Limit, max 130 km/h. Es verbleiben 7.800 Kilometer oder 3,3% aller Straßen außerorts, auf denen schneller als 130 km/h gefahren werden darf.
Oft genug sind das nur einzelne BAB-Abschnitte zwischen TL-Strecken.
Schaut man sich mal die dortigen Durchschnittstempi an, kommt man auf 60%, die zwischen 110 und 150 fahren.

Nur ca. 12% des CO²-Ausstoßes werden vom Straßenverkehr verursacht; der mit über 130 km/h ist dabei im Promille-Bereich zu finden.
Das UBA rechnete mit bestenfalls 0,3% CO²-Einsparung bei starren 120 km/h.

Kurz: Es spricht sehr, sehr wenig für ein starres Limit auf Autobahnen. Wenig auch die Unfalltoten-Zahlen: 87% kommen innerorts bzw. auf Landstraßen ums Leben. Auf Strecken, die bereits ein Limit haben.
Lasst es also bleiben!
@rayer: Textverständnis ist nicht so Dein Ding, was?
Naja, die hellste Kerze auf dem Kuchen warst Du ja noch nie.
Ich nutze im Allgemeinen die rechtestmögliche (gibt es das Wort eigentlich? Was solls, wird klar, was gemeint ist - außer vielleicht für Rayer) Spur. Ich fahre tatsächlich auch mit Rückspiegel und meistens erkenne ich, ob der, der von hinten kommt, eher bei mir ist als der, auf den ich auffahre.

Und wenn er das nicht ist? Einer von uns muss dann bremsen und ich sehe nicht ein, warum ich das sein soll.
Ich sehe auch nicht ein, warum ich in eine Lücke rechts einscheren soll, wenn ich links in einer Kolonne mit 140 unterwegs bin und eigentlich schneller fahren wollte. Der hinter mir muss ohnehin 140 fahren, weil es mein Vordermann tut. Dann kann er es genausogut hinter mir.
Na nichts anderes hab ich gesagt. Träumer wie Du finden am Horizont ein Hindernis und denken von 250 auf 160 bremsen sei bei einem schnellen Wagen schon drin. Der hat ja mit Sicherheit die richtigen Bremsen, ob ich an Dir vorbei komme oder nicht, wirst Du im Rückspiegel genauso wenig erkennen wie die restlichen Tranfunzeln Deiner Klasse. Von einer Kolone auf der rechten Spur spreche ich überhaupt nicht, nein der einsame Lkw, der die Bahn der Träumer kreuzt, davon ist die Rede.
Ist die Frage nach Tempolimits überhaupt noch zeitgemäß ?
Abgesehen von innerstädtischen Bereichen, Wohngebieten, etc., da halte ich Tempo 30 für sinnvoll.
Warum nicht mal über eine langfristige, drastische Reduzierung des Individualverkehrs incl. Schwerlastverkehr nachdenken ? Zugunsten eines sinnvollen Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel.
Die meisten PKW-Nutzer fahren morgends zur Arbeit und abends wieder nach hause, vorzugsweise alleine, Fahrgemeinschaften sind umständlich.. Die restliche Zeit steht das Vehikel darum, rostet vor sich hin und kostet Geld. Der Unterhalt und Ausbau von Strassennetzen kostet Unsummen, und ist natürlich auch in der CO²-Bilanz mit einzurechnen.
Der Großteil des LKW-Verkehrs könnte locker auf die Schiene verlagert werden.
Warum gibt es so wenig Magnet-Schwebe-Technik ?
Da wo sie bisher eingesetzt wurde, scheint sie wunderbar zu funktionieren, auf hohen Stützen, kaum Eingriffe in Flora und Fauna, keine direkten Emissionen.
Sicher wird es immer Bedarf für Individualverkehr geben bei Aussendienstler, Handwerker, Service allgemein.
Aber sollte man nicht langsam (schneller wäre besser) mal über Alternativen zu unserem verkrusteten, eingerosteten Mobilitätsverhalten nachdenken ?
Spannend fände ich es, wenn Bürger, Handwerk, Industrie und last not least, kleine Startups unseren verschnarchten Politikern zeigen würden, wie es geht.
@ Musca

Willkommen auf unserem Planeten. Lange kannst du noch nicht hier sein, sonst wüsstest du, dass einerseits mehr öffentlicher Nahverkehr nachgefragt wird, andererseits dieser immer mehr abgebaut wird, weil er unwirtschaftlich ist.
Die Reduktion des Autoverkehrs ist überhaupt nicht im Sinne der Politik. Es kostet Arbeitsplätze bei den Autokonzernen, es fehlt die Mehrwert, Kfz und Mineralölsteuer. Wo liegt der Reiz für die Politik?
@Dorfdepp und Rayer: ich finde eure Antworten erschreckend. Vermutlich bin ich schon länger auf diesem Planeten als ihr beide, und ich möchte nicht nur für mich, sondern auch für meine nächsten Generationen ein lebenswertes Umfeld. Um das zu erreichen, muss man über den Tellerrand hinausschauen. Man muss Visionen und Ideen haben.
Als junger Mensch habe ich gegen AKW, Startbahn West, leerstehende Immobilien gekämpft, ständig von "Älteren" an den Rand des Terrorismus angesiedelt.
Das ich inzwischen die jüngere Generation ( z.B. euch beide Hupfnasen) als die wesentlich intolerante, unkreative Nachfolge ansehe, stimmt mich sehr traurig und bedenklich.
Ein Tempolimit ist sinnvoll,
1. Weil es Ressourcen schont (weniger Kraftstoffverbrauch, weniger Abnutzung PKW)
2. Weil es Nerven schont (weniger Stress durch Raser)
3. Weil es die Emmissionen reduziert (weniger Stickoxyde, Feinstaub und Kohlenmomoxyd)
4. Weil auch Mitmenschen mit kleinem Geldbeutel genauso schnell vorankommen können.
Ich habe nicht behauptet es würde meine Meinung entsprechen, ich habe die Frage in den Raum gestellt, was der Anreiz für die Politik sein soll den Nahverkehr zu stärken. Wenn es nach gesundem Menschenverstand ginge, wäre die Welt eine andere.
dagegen behaupte ich, dass die jetzige junge Generation keine Eier mehr in der Hose hat.
@Musca
Das habe ich jetzt erst realisiert, die von Dir als Hupfnasen bezeichneten, haben die Parteien von Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß als Kanzlerkandidaten schon wählen dürfen, bei Dir bin ich mir da nicht so sicher.
Völlig richtig Rayer, Wahlberechtigt seit 1975 bin ich nur und ausschließlich für Italien, da ich bis heute keine deutsche Staatsbürgerschaft besitze. Mit Ausnahme von Kommunalwahlen. Jetzt könnten wir uns lange über Migranten mit deutschem Personalausweis unterhalten, welche aber grade mal gebrochenes Deutsch reden können, aber das ist ein anderes Thema.

Vielmehr interessiert mich, warum Stechus mit ihrer freien liberalen Art das Thema so unreflektiert, sachlich und uninspiriert angeht?
spiritiert....sorry
Ich vertrete dann liberale Positionen, wenn ich davon überzeugt bin, dass diese in der Summe Vorteile bringen.
Geschwindigkeit ist relativ. Es ist unbefriedigend, auf einer deutschen Autobahn 150 Km/h zu fahren, wenn man von allen überholt wird. Es ist aber entspannt und völlig ok, in der Schweiz mit 125 Km/h zu fahren.
Autobahnen als Sportplatz oder Imponierplattform zu betrachten, lehne ich ab.
@ StechusKaktus

Wer liberale Positionen vertreten will, sollte wenigstens nicht seine eigenen Meinung als allgemeingültig hinstellen.

Du hast geschrieben, dass ein Tempolimit u.a. deswegen sinnvoll ist, weil es stressfreies Fahren ermöglicht. Das mögen andere Leute ganz anders sehen.

Mit z.B. ist es viel lieber, nur auf die Straße zu schauen und so schnell zu fahren, wie es der Verkehr zulässt, anstatt ständig auf den Tacho zu schielen, ob ich auch korrekt fahre. Tempomat ginge zwar, aber den alle 2 km neu zu setzen nervt auch.

Es gibt Autobahnstrecken, die frei sind und auf denen man stressfrei schnell fahren kann, ohne irgendjemanden zu behelligen. Warum sollte man dort in Zuckelgeschwindigkeit fahren.

Zum Schadstoffausstoß: Ich fahre viele Kilometer mit der Bahn. Da stößt mein Auto überhaupt nichts aus.

Dies war nur als kleine Anregung gedacht, dein "liberales Denken" mal upzudaten.
@ Musca
Schön, dass wir einmal darüber gesprochen haben. Ich hatte den Abbau des öffentlichen Nahverkehrs angesprochen. Von dir kam die übliche Schimpfkanonade zurück. Nichts zum Thema dabei, aber wenn es dir gut getan hat, freut mich das.
@Dorfdepp:
Ich nehme an, du fährst nur in Deutschland Auto. Von daher sehe ich dir deine eingeschränkte Sichtweise nach, empfehle dir aber einen Aufenthalt in der Schweiz: Viele Maßnahmen, die den Verkehr flüssiger machen, wie zum Beispiel Kreisel auf Landstrassen anstelle von Ampeln.
Auf der Autobahn kannst du 30 Kilometer am Stück ohne Tempowechsel fahren und weil andere auch nicht schneller sind, besteht nicht das dringende Verlangen nach Tempo 240.

Der andere Aspekt von dir ist interessant: Du schlägst eine Art Lebenskontingent für Emmissionen vor. Das wird aber echt schwer zu kontrollieren. Und wer soll bestimmen, wie hoch die Kontingente sein sollen? Und was ist mit denjenigen, die auf das Pendeln angewiesen sind, weil die Wohnung zu weit vom Arbeitsplatz enfernt ist?
@ StechusKaktus

"Ich nehme an, du fährst nur in Deutschland Auto."

Diese Annahme ist falsch, und auf einer falschen Annahme lässt sich keine richtige Argumentation aufbauen. Das wäre somit erledigt.
Ich war mal bei freunden in den USA. Da hat der fahrer während der fahrt "vier gewinnt" gespielt. Wäre in deutschland undenkbar.
Ein anderer aspekt ist. In deutschland gibt es weltweit vermutlich die aggressivsten autofahrer. Das hängt auch mit dem fehlenden tempolimit zusammen. Damit man durchgehend 200 fahren kann, wird dann penetrant die luchthupe eingesetzt und rechts riskant überholt.
@ Zombijaeger

Dass die Lichthupe penetrant eingesetzt und riskant rechts überholt wird, gibt es hier auch auf Strecken mit Geschwindigkeitsbeschränkung. Das liegt also nicht am fehlenden Tempolimit.

Und die Deutschen weltweit am aggressivsten? Warst du schon mal in Mexico?
Dass es stressig sein soll, die geschwindigkeit zu halten, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man lang genug auto fährt, weiss man normalerweise in etwa wie schnell man fährt auch ohne ständig auf das tachometer zu schauen.
Ich fahre nicht mehr viel auf Autobahnen, aber manchmal sind auch Strecken in den Niederlanden dabei.
Stechus hat Recht, dort ist das Fahren entspannter als auf der A1 oder A2.

Aber das liegt nicht am Tempolimit, es liegt am Verkehrsaufkommen. Spätestens wenn auf einer unserer ausgereizten Autobahnen ein Elefantenrennen beginnt musst du auch bei einem Tempolimit bremsen.
Wie die meisten es kennen werden, Elefantenrennen gibt es immer. Ich schätze 2 Elefantenrennen auf 30 km.

Ist man aber auch der A4, ich glaube Jena wurde schon erwähnt, oder der A81 nördlich von Heilbronn oder der A31 unterwegs, ist das Fahren auch mit 150 - 200 so entspannt wie oft in den Niederlanden.

Ist man in den Niederlanden hingegen in der Gegend von z.B. Zwolle unterwegs, ist das Thema "entspannt" auch abgehakt.
Die Kunst des Autofahrens ist – genau wie die Intelligenz – gerecht verteilt auf dieser Welt.
Jeder glaubt, er hätte mehr Intelligenz als jeder andere, und jeder glaubt, er könne besser, und damit schneller Auto fahren als jeder andere.

Ob Tempolimit in Deutschland oder nicht, ist immer wieder ein beliebtes Thema bei euch. Das Thema ist so überflüssig wie ein Rauchverbot am Strand oder Hunde in einer Restaurantküche. Oder gar unterm Tisch in der Gaststube.

Was ich mache? Und ich bin keineswegs jemand, der anderen vorschreiben möchte, was sie zu tun haben.
Ich halte mich an die Gesetze, egal, ob sie mir gefallen oder nicht. Also fahre ich nicht schneller als erlaubt.

Ich mag aber manchmal gern so richtig die Sau rauslassen. So schnell fahren wie ich kann, und was mein Auto hergibt.
Dann gehe ich auf einen Rennkurs. Dort treffen wir »Old Farts« uns und versuchen, uns gegenseitig – und unseren Frauen, die nur mit dem Kopf schütteln – zu imponieren.

Danach ist wieder Ruh. Bis zum nächsten Mal.

Wenn ihr euch auf deutschen Autobahnen austoben und imponieren müsst, und dürft!, und jeder glaubt besser als der andere zu sein, ja, dann zankt euch doch.

Swan. The Wild Colonial Boy.
Das Beispiel mit dem abgelenkten US-Fahrer zeigt genau das Problem (zu) niedriger Tempolimts:
Sie fördern die Ablenkbarkeit, machen den Geist träge.
Ich fahr doch nur 100, was soll da passieren?
Jede Menge - siehe die beiden LKW-Unfälle an Stauenden vor zwei Tagen. Ewig mit 90 in der Kolonne, man wird schläfrig - rumms.
Wer schnell fährt, ist dabei zwangsläufig hoch konzentriert. Das inflationäre Wort "Raser" ist dabei meistens völlig daneben.
Wow! Starke Argumentation! Anstelle sich mit meinen oben genannten vier Argumenten auseinander zu setzen, wird eine Geschichte eines Autofahrers herausgekramt, der sich bei niedriger Geschwindigkeit hat ablenken lassen.

Immerhin gibt es damit schon ein Argument gegen das Tempolimit: Die Konzentration könnte nachlassen, wenn man nicht permanent am Leistungslimit fährt.

Dem halte ich allerdings entgegen, dass es wohl mehr Unfälle gibt von Leuten, die das Auto am Leistungslimit nicht mehr kontrollieren können. Zum Beispiel, weil ein voraus fahrendes Auto die Geschwindigkeit des Motorsportlers falsch einschätzt und mit 120 auf die linke Spur zieht. Oder eine Kurve falsch einschätzt. Oder etwas Unrwartetes hinter einer Kurve liegt.
Du möchtest eine Auseinandersetzung mit deinen 4 Argumenten? Okay:

Punkt 1) Weil es Ressourcen schont
Unbestreitbar.
Auf die Gesamtmenge der verbrauchten Ressourcen gesehen wahrscheinlich unerheblich. Aber nicht zu leugnen.
Unerheblich, weil sich der wesentlich größere Anteil der Ressourcen sicher in der Stadt oder im Stau verbraten wird und weil der Anteil der Fahrer, die schneller als 130 km/h fahren am Verkehrsaufkommen gering ist. Aber wir können denen natürlich das Sparen verordnen.

Punkt 2) Weil es Nerven schont
Das ist kein Argument, das ist deine Meinung.
Gut, es gibt Untersuchungen, die Aussagen in diese Richtung treffen, aber solche Untersuchungen haben meistens Auftraggeber mit Interessen. Ich fahre auf einer relativ freien Autobahn mit 160 entspannter, als auf einer vollen mit 120. Auf der vollen Autobahn brauche ich dann aber auch kein Tempolimit.

Punkt 3) Weil es die Emmissionen reduziert
Steht in engem Zusammenhang zu Punkt 1.
Die Antwort siehe dann auch da.

Punkt 4) Weil auch Mitmenschen mit kleinem Geldbeutel genauso schnell vorankommen können
Ja, stimmt. Aber die Intentionen der Straßenverkehrsordnung ist nicht den automobilen Kommunismus einzuführen.
Mein derzeitiger Wagen hatte, allerdings gebraucht, nur 8.000 Euro gekostet. Den fahre ich jetzt seit über 8 Jahren. Somit ein Wagen für den kleinen Geldbeutel, mit dem ich gerne und wenn möglich deutlich schneller fahre, als viele Überholte ihren SUV, Mercedes oder BMW.
Also ist dies zumindest kein Argument zur Sache.

Zu deinem neuen Argument Unfälle, da gibt es halt keine Zahlen zu.
In deinem ersten Beispiel ist der Fahrer, der mit 120 die Fahrspur wechselt schuld und nicht der Motorsportler.
Mit der Einstellung kann man Fahrradfahren verbieten, weil Autofahrer am Radweg nicht aufpassen.

Ansonsten stehen die Argumente eher deiner Aussage entgegen.
Sei es die Unfallquote auf Österreichischen Autobahnen.
(umjo 13.02. 19:24:25)
Sei es das Beispiel mit der A4
(Dorfdepp 13:02: 19:58:15)
Sei es die Verteilung der Unfalltoten zwischen Autobahn und anderen Strecken.
(Netter_Fahrer 14:02: 17:31:54)
Was mir zu deinem 4. Argument noch einfällt.

Ich fordere sozialen Wohnungsbau für alle, weil auch Mitmenschen mit kleinem Geldbeutel genauso schön wohnen können.

Duck ...
Na bitte, es geht doch!
;-)
Dass die Schuldfrage nicht so einfach ist wie von dir dargestellt ergibt sich aus dem Fakt, dass jeder Motorsportler bei einem Unfall eine Teilschuld zugesprochen bekommt.

Am Ende folgen Pro und Contra halt doch der Formel "freie Fahrt für freie Bürger" gegen "den Appell an die Vernunft".
Nur dass die die inzwischen polemisch gebrauchte Formel "Freie Fahrt für freie Bürger" von denen missbraucht wird, denen ein wenig Nachdenken schon zuviel ist.
Stechus, was Du als 'Teilschuld' bezeichnest, ist die sog. -schuldunabhängige(!)- Gefährdungshaftung, die jeden Teilnehmer am motorisierten Straßenverkehr trifft (i.d.R. mit einem Anteil zwischen 25 und 30%), es sei denn, er kann nachweisen, dass das Schadenereignis für ihn trotz sorgfältigster Achtsamkeit unabwendbar war.
Was zugegebenermaßen auf 'Motorsportler' eher selten zutreffen dürfte.
Umjo

Danke für deinen Einschub, ich habe noch an der Formulierung gearbeitet, das erschien wie ein Fingerzeig an der Wand dein Post.

Diese Gefährdungshaftung gilt übrigens auch für nicht motorisierte Fahrzeuge, wenn deren Betrieb in öffentlichen Bereichen ohne Fürsorge eine Gefährdung erzeugen konnte.
Rentner, Du hast sicherlich recht, aber so detailliert wollte ich's halt jetzt nicht ausführen.
Immerhin geht es vorliegend in der Ausgangsfrage maßgeblich um den Sinn eines Tempolimits wg. Schadstoffausstoß.

Die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer sind da ja wohl eher außen vor.
umjo, den Begriff Schuld gibt es im Straßenverkehrsrecht nicht. Korrekt heißt es Unfallverursacher. § 823 BGB sagt: Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt …, § 7 StVG sagt sinngemäß: Wer als Führer eines (maschinenbetriebenen) Fahrzeugs im öffentl. Straßenverkehr einen Schaden verursacht, muss diesen Schaden ersetzen. Einfaches Beispiel: Du parkst dein Auto, dahinter steht ein 2. Fahrzeug. Auf den hinteren Wagen fährt jemand auf. Der Wagen hintern deinem wird auf dein Auto geschoben. Wer zahlt deinen Schaden? Richtig - der Wagen hinter dir. Und der wiederum hält sich an dem Auffahrenden schadlos. Automatische Prozente gibt es nicht. Der direkte Verursacher zahlt 100%. Und den Letzten beißen die Hunde, deren Halter ebenfalls der Gefährdungshaftung - oder auch Garantiehaftung - unterliegen.

Ausnahmen gibt es bei der Regulierung von Massenkarambolagen. Und in vielen Einzelfällen dröselt der Richter das Unfallgeschehen auf und entscheidet, wer in welchem Maße an der Verursachung mitgewirkt hat. Dann spricht der Volksmund von Mitschuld oder Teilschuld.
Ach ja, es geht ja um das Tempolimit. In Schleswig-Holstein wird die A 7 zur Zeit dreispurig ausgebaut: Freie Fahrt für freie Bürger!
DerDoofe, auch wenn das jetzt weit an der Ausgangsfrage vorbeigeht: Deine mit plastischem Beispiel versehene Belehrung, dass es den Begriff Schuld im Straßenverkehrsrecht nicht gibt, hättest Du Dir sicherlich gespart, wenn Du gelesen hättest, das ich schrieb
"...ist die sog. -schuldunabhängige(!)- Gefährdungshaftung, die jeden Teilnehmer am motorisierten Straßenverkehr trifft..."

Und über Deinen A7-Ausbau schweige ich lieber.
Aus Welt:
Auf vielen deutschen Autobahnen schreibt kein Tempolimit vor, wie schnell man fahren darf. Trotzdem kann man wegen hoher Geschwindigkeit rechtliche Nachteile bekommen, warnt die Versicherung Huk-Coburg: Wer deutlich schneller fährt als die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h muss bei einem Unfall mit einer Mitschuld von etwa 30 Prozent rechnen. Dies gilt besonders für Nachtfahrten.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit erhöht sich die vom Auto ausgehende Betriebsgefahr. Problematisch: Die Beweislast liegt im Zweifel beim Schnellfahrer. Er muss also beweisen, dass die Karambolage auch passiert wäre, wenn er sich an die Richtgeschwindigkeit gehalten hätte. Kann er das nicht, trifft ihn nach gängiger Rechtsauffassung automatisch ein Teil der Schuld. Welche Umstände zum Unfall führten, spielt dann keine Rolle mehr. Bei Autobahn-Unfällen, die sich beim Wechseln von der rechten auf die linke Fahrspur ereignen, ist die Richtgeschwindigkeit besonders oft ein Thema.