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Noch Fragen?

Ist es normal, dass einige Händler hohe Gebühren für die Zahlung gegen Rechnung nehmen? So viel Mehraufwand kann das doch gar nicht sein.

Frage Nummer 44326
Antworten (5)
Es geht nicht um einen Mehraufwand, sondern darum, eine ungeliebte Bezahlform durch hohe Gebühren unattraktiv zu machen.
man muss das auch irgendwie verstehen: die Zahlung gegen Rechnung ist nichts anderes als ein kurzfristiger Kleinkredit. Ich gebe Dir die Ware und hoffe(!), dass Du nächste Woche bezahlst.
Aber selbst wenn 98% aller Rechnungsempfänger tatsächlich bezahlen:
1.) muss ich trotzdem 1-2 Wochen zwischenfinanzieren, und das bei allen Rechnungsempfängern. Das hört sich nicht viel an, aber im Grunde muss ich für meinen gesamten Jahresumsatz Zinsen für zwei Wochen zahlen.
2) bleiben 2%, die nicht bezahlen, die ich abschreiben muss
Diese Finanzkosten kann ich auf meine Preise umlegen, aber dann bin ich vielleicht teurer als die Konkurrenz. Also packe ich es in die Gebühren.
So viel Mehraufwand ist das tatsächlich nicht. Die Händler sehen das allerdings ein wenig anders, nämlich dass es schon so etwas wie ein kleiner versteckter Zinssatz ist, der ansonsten bei den Kunden erhoben werden müßte, die dem Zahlungsziel nicht entsprechen. Wenn man ein Zahlungsziel von 30 Tagen zu Grunde legt und sich einen normalen Basiszinssatz errechnet, kommt man unweigerlich auf die etwas höheren Gebühren.
Wenn man ein Zahlungsziel von 30 Tagen zu Grunde legen würde und darüber nachdenkt, dass der Händler das Geld tatsächlich erst in 30 Tagen erhält, würden ihm rein theoretisch irgendwelche Zinsen zustehen. Da es nicht sehr gut ankommt, wenn man von vornherein für einen Monat Zinsen veranschlagt, stellt man einfach eine etwas höhere Gebühr in Rechnung bei dieser Zahlungsweise.
Bei der Zahlweise "auf Rechnung" besteht ein gewisses Risiko für den Verkäufer, ob er seinen Zahlungseingang auch wirklich zeitnah verzeichnen kann. In gewisser Weise wird schon vorsorglich ein kleiner Aufschlag genommen, für die vielen "zahlungsunwilligen" Kunden, die er ansonsten noch hat. Das hat sich unfair anhören, aber wer schon einmal in der Buchhaltung eines Handelsunternehmens gesessen hat, wird diesen Aufschlag verstehen.