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Noch Fragen?

Ist es tatsächlich so, dass mehr Frauen Unterstufenlehrer werden als Männer?

Frage Nummer 25717
Antworten (7)
Gefühlt schon ... Um zu erfahren, ob es tatsächlich so ist, wäre ein Blick in die Statistiken des Statistischen Bundesamtes hilfreich, lieber Fragesteller ...
Ja, ist es. Je jünger die Kinder, desto höher der Frauenanteil in der Betreuung. Und desto schlechter die Bezahlung, übrigens.
In der Grundschule gibt es diesen Unterschied tatsächlich. In den weiterführenden Schulen werden die Lehrer aber nicht nach Stufen getrennt. Da kann es also keinen entsprechenden Unterschied in der Verteilung der Geschlechter geben. In der Unterstufe sind die gleichen Lehrer, wie in der Mittelstufe.
PiWi: Das stimmt nicht. Auch bei den weiter führenden Schulen unterscheidet man zwischen der Lehrbefähigung für Sekundarstufe I und der für Sekundarstufe II. Dabei meint Sek I nicht die von dir angesprochene Unterscheidung in Unter- und Mittelstufe, sondern die Klassen bis einschl. der 10; Sek II die gymnasiale Oberstufe mit den Klassen 11-12 oder 13 sowie berufsbildende Schulen. Mit Lehrbefähigung für Haupt- und Realschulen darfst du auch in den Klassen bis 10 der Gymnasien unterrichten, aber eben nicht in der Oberstufe oder an berufsbildenden Schulen.
Ja, das stimmt eindeutig. Die meisten Grundschullehrer sind weiblich. Ich vermute es liegt daran, dass Frauen sich irgendwie besser mit relativ kleinen Kindern identifizieren können als Männer. Auf der Grundschule meines Sohnes gab es zwei Lehrer, der Rest der Belegschaft war weiblich!
Das hat verschiedene Gründe. Bis in die 70-er Jahre hinein musste ein Arbeitsverhältnis der Frau bei uns in Deutschland vom Gatten genehmigt werden. Kriterium war u.a., ob der Haushalt darunter leidet. Man ging davon aus, dass primär er der Ernährer der Familie war, sie hingegen die 3 K (Kinder, Küche, Kirche) bediente. Viele Beschäftigungsverhältnisse von Frauen lagen in an diese Tätigkeiten angelehnten Berufen wie Krankenschwester, Kindergärtnerin etc. Der Job der Frau hatte eher den Nimbus eines (fast) ehrenamtlichen Engagement für die "lieben Kleinen" oder die zu pflegenden Kranken statt den eines ernstzunehmenden Beitrags zum Haushaltseinkommen. Der Verdienst der Frau galt als Zuverdienst oder bei Unverheirateten als Einkommen bis zur Eheschließung. Da lohnte sich eine langwierige Ausbildung, die Zugang zu höher dotierten Jobs eröffnet hätte, nicht.
Ja, es ist tatsächlich so, dass die Frauenquote in diesem Bereich höher ist. Allerdings ist das auch nicht verwunderlich, denn in den ersten Schuljahren ist der Unterricht ja doch noch etwas anders und mehr spielerisch gestaltet. Ich denke auch, dass in den ersten Jahren die Erziehungsarbeit noch aufwendiger ist.