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Noch Fragen?

Ist Wein mit Schraubverschluss generell schlechter als solcher mit Korken?

In manchen Supermärkten tauchen vermehrt Weine mit Schraubverschluss auf. Ich vermute dahinter Kostengründe, in Verbindung mit bescheidener Qualität (Kopfweh und Sodbrennen gibt's gratis dazu) :-D
Oder ist das vielleicht ein Vorurteil? Bisher habe ich mich nicht getraut, einen solchen Wein auszuprobieren.
Frage Nummer 8431
Antworten (8)
Nein, es gibt auch qualitativ gute Weine, die in Flaschen mit Schraubverschluss verkauft werden. (Sie können zumindest nicht nach Kork schmecken)
hmmm... also ich hab noch nie einen guten wein mit schraubverschluss gesehen. aber gut ist ja auch relativ.
die Winzer gehen immer häufiger zu Schraub- oder Glasverschlüssen über, weil es immer teurer und schwerer wird, guten Kork zu bekommen. Auch in Plastikschläuchen habe ich schon durchaus guten Wein bekommen, ideal für Gartenfeste.Für das Dinner zu zweit bei Kerzenlicht würde ich allerdings zu einer guten verkorkten Flasche mit entsprechend gutem Inhalt greifen.
Weine ohne Korken haben den Vorteil, dass sie nicht nach Kork schmecken können, also nicht verkorken. Guter Kork ist Mangelware, Winzer müssen sich also nach Alternativen umschauen. Der Schraubverschluß ist da eine Möglichkeit.
Das schraubverschlußte Weine von minderer Qualität sind, ist ein Vorurteil. Es gibt auch genügend Kopfschmerzplörre mit Korken ;-)
Weine mit Schraubverschluss tauchen nicht nur in Supermärkten auf, sondern auch bei guten Weinhändlern.
Das Problem besteht darin, dass gute Korken immer weniger und damit auch teurer werden. Es gibt keinen Grund Wein mit schraubverschluss nicht zu probieren. Die Qualität des Weines liegt nicht im Korken, d.h. ein guter Korken macht aus einem schlechten Wein keinen guten.
Auch unser jedes Jahr prämierter Winzer aus der Pfalz nimmt inzwischen bei Weißweinen nur noch Glasstopfen oder Drehverschlüsse aus Alu, sog. "Longcaps". Das hat folgenden Grund, den er so erklärte:
Naturkork stammt von Korkeichen aus Portugal. Nur alle 10 Jahre kann der Kork "geerntet" werden. Durch mangelnde Pflege der Bäume ist deren Qualität immer schlechter geworden, was dazu führte, dass viele Winzer hohe Verluste durch Korkgeschmack, Schimmelbefall etc. hatten. Gleichzeitig stiegen die Preise für hochwertigen Naturkork. So wurden als Alternative Glasstopfen, Kunststoffkorken und die Longcaps entwickelt. Diese sind qualitativ sicher, hochwertig und vor allem: Dicht. Das ist nämlich das Wichtigste bei einem Weinverschluss!
Sie haben aber bei Vielen ein Imageproblem und gelten als "billig", vor allem bei Rotweinen - deshalb benutzt er hier auch noch Naturkork.
Lesenswert: Dieser Auszug aus einem Weinbuch!
Der nette Fahrer hat die meisten wesentlichen Fakten bereits erwähnt. Aus meiner Sicht noch diese Ergänzungen:

Zum einen - wer öfter mal ein edles Tröpfchen anbietet, hat es sicher schon gelegentlich erlebt, daß eine Flasche dem Korken zum Opfer gefallen ist. Die nächste Flasche aus der gleichen Lieferung ist dann wieder völlig okay. Weltweit wird heute mehr Qualitätswein erzeugt las je zuvor. Guter Kork ist also Mangelware. Und für alle Weine, die innerhalb von wenigen Jahren getrunken werden, sind alternative Verschlüsse auch völlig unproblematisch.

Andererseits ist fraglich, ob wir heutige Weine je als Hundertjährige genießen können. Für die optimale Langzeitlagerung könnte nämlich das "Atmen" durch den nicht ganz undurchlässigen Korken unablässig sein. Allerdings wird heute auch bei der Verarbeitung auf möglichst wenig Tannin hingearbeitet und auch das beschert uns weniger langlebige Weine. Für die meisten von uns ist das aber kein wirkliches Problem.
Kork ist schon nicht gleich Kork!
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Es gibt den "klassischen" Korken eben aus Kork, dann den Korken aus Korkkrümeln, die irgendwie zusammengeklebt sind wie Sopanplatten und bei denen es das Problem mit dem verdorbenen Wein wegen Korken mit Spalten und Rissen nicht gibt, dann Korken, die einfach mehrere Kork-Schichten haben vor allem bei Sekt (& Artverwandten) Flaschen und schliesslich den Kunstoff-Korken. Schraub- und Kronenkorken-Verschlüsse mit geschäumter Polyethylendichtung sind nur eine weitere Variante.
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Die ollen Römer gossen eine Olivenölschicht in Ihre Amphoren und dann einen Holzdeckel und gipsten den fest, heute total ausser Mode gekommen.
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In felix Austria hat es nach dem Riesenweinskandal in den 80er Jahren eine neue Qualitätsoffensive gegeben mit... Schraubverschlüssen !