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Gast

Kann ein Lehrer einen Grundschüler zwingen, die vorher gelernte Schreibschrift nicht mehr zu nutzen, sondern nun eine andere zu erlernen?

Durch einen Umzug (Bayern-Hessen) steht das Kind vor einem Problem. 1 Jahr durfte es in einer Schule in Hessen seine erlernte Schreibschrift schreiben, nun verlangt ein neuer Lehrer den Kurswechsel. Als 1. soll das Kind nun Druckschrift nachlernen, in 2 Wochen startet dann die neue Schreibschrift. Muss ein Kind diesen Aufwand mitmachen? Der Lehrer ist nicht bereit von seinem Standpunkt abzurücken, das Kind fühlt sich schikaniert, weil es bereits eine Schreibschrift schreiben kann.
Frage Nummer 23713
Antworten (11)
Das sind wohl eher die Eltern, die sich schikaniert fühlen, statt dem Kind die Vorteile aufzuzeigen, die es dadurch gegenüber den Mitschülern hat - es beherrscht künftig eine Schrift mehr!
in Bayern und Hessen gelten unterschiedliche Lehrpläne. Und wenn das Kind nach seinem Umzug Digne nicht kann, die die anderen kinder am neuen Wohnort bereits können, muss es diese Dinge eben lernen. Und wenn die Bayern eine andere Schreibschrift haben als die Hessen, dann ist das eben so.
Wenn meine Voraussetzungen stimmen. Um das zu überprüfen, hilft ein vergleichender Blick ins Schulgesetz und in den Lehrplan von Hessen und Bayern...
Spätestens in der weiterführenden Schule spielt das keine Rolle mehr.
Im Grunde sollte es egal sein wie das Kind schreibt, hauptsache man kann es lesen.
Ob der Kurswechsel ansich sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen, aber vielleicht solltest Du mal mit dem Leher und dem Kind ein gemeinsames Gespräch dazu führen und Dir seine Beweggründe erklären lassen.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Du kämpfst einen Kampf gegen Windmühlen, der sich nicht lohnt. Behalte stets in Erinnerung, dass in Bayern die Lehrerin bestimmt, auf welche Schule dein Kind ab Stufe 5 kommt. Und ich habe Lehrerinnen kennen gelernt, die intelligente Kinder absichtlich auf die Hauptschule befördern, um diese (die Schule) aufzuwerten. Mit einer 2 und zwei 3en ist es soweit. Also: trink ein Bier und übe die Schrift nach. Du verlierst JEDEN Kampf.
Seid ihr von Bayern nach Hessen umgezogen oder umgekehrt? In Bayern gilt die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) als verbindlich, in Hessen kann entweder die Lateinische Ausgangsschrift oder die VA erlernt werden, wobei der VA Vorrang eingeräumt wird. Insofern dürfte es also eigentlich kein Problem geben, wenn das Kind zuerst die VA erlernt hat. Hat das Kind in Hessen die Lateinische Ausgangsschrift erlernt und ihr seid dann nach Bayern gezogen, schreibt der Lehrplan vor, dass dann die VA erlernt werden muss.
Noch ein Nachtrag: Aus pädagogischer Sicht finde ich es extrem ungeschickt, ein Kind, das bereits eine Schreibschrift leserlich schreiben kann, zu einer zweiten Schriftart zu zwingen. So fördert man höchstens die Abneigung gegen die Schule. Wenn der Lehrer deines Kindes jedoch trotz eines Gesprächs bei seinem Standpunkt bleibt, könnte es in der Tat für dein Kind nachteilig sein, dagegen anzukämpfen. Es könnte je nach Bundesland in der Tat Auswirkungen auf die Schulempfehlung haben, wenn ihr euch da widersetzt. Ich würde dann - je nach Kind - entweder offen über diese Notwendigkeit sprechen (mein Sohn wäre mit der Wahrheit am besten zurecht gekommen) oder - wie bereits vorgeschlagen - versuchen, dem Kind nahe zu bringen, dass das Erlernen einer 2. Schrift ihm einen Vorteil gegenüber anderen Schülern verschafft (immerhin erlernt es so, dass es mehr als eine Art gibt richtig zu schreiben).
Natürlich legt die Schule fest, welche Schrift gelernt werden muss. Ich habe in der Schule die ganz normale Schreibschrift gelernt, und ich wüsste keinen, auch die Schwächsten nicht, die damit überfordert gewesen wären. Traut man das heutzutage unseren Kindern nicht zu, sind die zu blöd? Bestimmt nicht. Aber wenn ein Achtzehnjähriger eine Postkarte aus dem Urlaub mit vereinfachter Ausgangsschrift schreibt, sieht das einfach nur bescheuert aus. Die Schuld dafür hat aber eindeutig die Schule.
Ich kann mich erinnern, als ich in der dritten Klasse war, kam ein neuer Schüler, der auch eine ganz andere Schrift gelernt hatte. Unsere Lehrerin war davon eher begeistert. Das lag daran, dass er eine der saubersten Schriften überhaupt in der Klasse zeigte. Ich hab mir einige Buchstaben von ihm angeeignet, was auch kein Problem war. Sauberkeit sollte dem Lehrer schon ein Argument sein, Lehrplan hin oder her. Das Einem in dem Alter für soetwas Repressalien drohen, würde ich zutiefst verurteilen. Normalerweise haben Lehrer was den Lehrplan angeht, einen gewissen Spielraum. Ob auch bei diesem Thema wäre deine Frage.
Bayerische Lehrer können offensichtlich noch mehr als einen Schriftwechsel zu erzwingen. Die Schrift meiner Tochter wurde in den Hausaufgaben mit einem Sternchen belohnt. In der Schulaufgabe konnte die gleiche Lehrerin die gleiche Schrift nicht mehr lesen. Unser Protest war umsonst...! Wie erkläre ich nun meiner Tochter ihre "blöden" Noten mit Fehlern, die nie Fehler sein können? Am besten Schrift lernen, Augen zu und durch!!!!
Es ist mir unverständlich, dass Schulbildung Ländersache sein muss und hier jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wieviel Ärger und verlorene Zeit gibt es wegen dieser verschiedenartigen Regeln, vor allem in der heutigen Zeit, wo jeder mobil sein muss und viele Familien häufiger umziehen.
Die Schule in der DDR mag ja in vieler HInsicht vom Lehrstoff her politisch belastet gewesen sein, aber ein Umzug war gar kein Problem, da überall der gleiche Lehrplan galt (von geringen Veränderungen in Heimatkunde mal abgesehen).
Das Problem ist, dass der Lehrer im Zweifelsfall die Note abwerten kann und man kaum einen Beweis führen kann, dass er es (solange es in Maßen passiert) quasi als "Bestrafung" für diese Weigerung durchführt.
Vor allem wenn es vllt. je nach Land wirklich eine solche Verpflichtung gibt.

Am Besten ist es im Zweifelsfall dem Kind reinen Wein einzuschenken, die Situation zu erklären, ihm erklären, was Sie davon halten, dass es nicht überall so ist und es vllt. einfach einlenken sollte, im Wissen, dass der Lehrer ein Idiot ist.

Und vor diesem Hintergrund muss ich sagen, dass ich froh bin in NRW gewesen zu sein. Da scheint es ja nach der Druckschrift gewollt zu sein, dass jeder Schüler seine persönliche Handschrift ausbildet. In diesem Sinne: Mein Beileid.