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Noch Fragen?

Gast

krank bei Überstundenausgleich

Mir wird regelmäßig im Dienstplan durch den Arbeitgeber angeordnet wie ich meine Überstunden abbauen muss , jetzt war ich davon einige Tage Krank, mein Arbeitgeber
hat trotzdem Überstunden dafür abgezogen ,darf er das?
TÖvD
Frage Nummer 3000000773
Antworten (15)
Ich verstehe das Grundprinzip Deines Arbeitsplanes so, dass Du nicht jede Woche 5x8 Stunden arbeitest, sondern in einer Art Schichtdienst regelmäßig mal Stunden anhäufst und dann im Gegenzug ganze Tage frei hast.
Dann ist Krankheit an einem freien Tag Pech (genau wie Krankheit an Ostern oder am 1.Mai). An einem freien Tag können Dir nach meinem Rechtsverständnis keine Stunden gut geschrieben werden, nur weil Du nicht arbeitsfähig warst. Brauchtest Du ja auch nicht.
ich selber kenne so etwas von früherer Arbeit im Krankenhaus:
- eine Woche 4x10 Stunden in der Woche, WE + 1 Tag frei
- die andere Woche 2x10 in der Woche, 2x10 am WE + 3 Tage frei
War einer der freien Tage ein Feiertag, hatte ich Pech.
Meine Frau arbeitet heute noch Teilzeit im ÖD, auch da gilt: frei ist frei und wenn sie da krank ist, ist das ihr Problem.
Am WE 6 bis 12 und 16 bis 20 Uhr oder 6 bis 16 Uhr. Alle 2 Wochen.
Gast
Dass Überstunden nicht gut geschrieben werden, die man üblicherweise macht, während man mal krank ist, ist ja normal.
Dass aber während einer Krankschreibung bereits geleistete Überstunden abgezogen werden, geht gar nicht. Demnächst kommt der Chef noch auf die Idee, dass man die Krankschreibung ja auch noch mit dem Urlaub verrechnen kann...
@Celsete: ich verkneife mir nur mit Mühe den Hinweis auf Kenntnisse bei der Beantwortung der Frage.
Bundesarbeitsgericht (AZ 6 AZR 374/02)
"... Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts wird ein Anspruch auf Arbeitszeitaus-
gleich bereits durch die Freistellung von der Arbeitspflicht erfüllt. Der Arbeitnehmer ist in diesem Falle nicht mehr verpflichtet, im Freistellungszeitraum die nach dem Arbeitsvertrag geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen. Er kann über diesen Zeitraum frei verfügen, ohne dass die Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung der entsprechenden Vergütung entfällt. Eine nachträglich eintretende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit im Freistellungszeitraum macht die Erfüllung des Ausgleichsanspruchs nicht hinfällig (...). Demnach trägt grundsätzlich der Arbeitnehmer das Risiko, die durch Arbeitsbefreiung als Arbeitszeitausgleich gewonnene Freizeit auch tatsächlich nach seinen Vorstellungen nutzen zu können. ..."
Gast
@Ing
Zitat von Dir: ...Er kann über diesen Zeitraum frei verfügen, ohne dass die Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung der entsprechenden Vergütung entfällt.
Hier geht es aber nicht um eine nicht notwendige Zahlung des Arbeitgebers, hier geht es um Abzüge.
Lies noch mal den letzten Satz des von Dir hier Zitierten....
Wenn Du ein vergleichbares Urteil findest (z.B. Krank im Urlaub, Chef zieht Geld ab...) dann komm damit. Dein Urteil bezieht sich auf einen ganz anderen Fall.
Gast
Ich werfe aus der Fragestellung heraus übrigens noch ein:
Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man einen festen Schichtplan hat, der auch bezahlte Wochenendzuschläge beinhaltet, dafür aber dann ein paar Tage in der Woche frei hat.
Oder, wie hier vom Gast ausgesagt, man viele Überstunden abbauen soll und deswegen frei gestellt wird, ausserplanmäßig.
Was, wenn der Gast nur wegen der Überstunden krank geworden ist?
@Celsete: wer die Rechtsprechung des BAG und das zugehörige Urteil versteht, der wird die richtigen Schlüsse ziehen.
Der Fragesteller ist im ÖD angestellt, da wacht eine starke Gewerkschaft über die Einhaltung der Regeln.
Ob Du das glaubst und/oder verstehst ist mir völlig Pumpe. Diskussionen habe ich aufgegeben. Punkt.
Gast
@Ing, was DU denkst, ist mir auch schnuppe.
ÖdV, na und? Dann erst recht.
Der Arbeitgeber sagt: Du hast zu viele Überstunden gemacht. Du siehst krank aus. Mach ein paar Tage frei.
Der Mann ist wirklich krank, muss wirklich zum Arzt, und als Belohnung verweigert Amt oder Behörde dann die Auszahlung der vorher geleisteten Überstunden... Danke.
Ich würde mich wehren, und auf einen akzeptablen Freizeitausgleich klagen, wie ich ihn auch bekäme, wenn ich im Urlaub krank werde.
Aber da DU ja in allen Bereichen 84 Semester Jura / Ingenieur / Physiker und was weiss ich noch studiert hast, davon 85 Semester "wie google ich möglichst ineffektiv", interessiert mich Deine Meinung und die falschen Gerichtsurteile, die nichts mit dem Fall zu tun haben, nun mal gar nicht.
für krank im Urlaub gibt es Ausgleich, für krank in Freizeit nicht.
Das Urteil wurde übrigens genau für den hier gefragten Fall gefällt (das nur als Zusatzinfo für unseren Gast)
Gast
Da Deine Auffassung des hier geschilderten Falls und Dein zitiertes Gerichtsurteil so gar nicht korrespondieren, wiederhole ich noch mal einen Schlüsselsatz aus dem Urteil:
...ohne dass die Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung der entsprechenden Vergütung entfällt.
Es geht um Überstunden, die vor der Krankheit geleistet wurden, und die während der vom Arbeitgeber verordneten "Freizeit" einfach abgezogen wurden, als wären sie nicht geleistet worden.
Da Du aber anscheinend nicht verstehst, worum es überhaupt geht, schlaf gut. Vielleicht erleuchtet Dich ein Traum.
Meine Nacht wird leider sehr kurz. Gleich ist Feiertag bei uns, hier wird gefeuerwerkt, als ob Silvester ist, ich hab aber zugesagt, gleich zur Arbeit zu kommen... Scheisse. Wie soll man bei dem Krach ausgeschlafen zur Arbeit kommen?
Dein so geliebter und jetzt mehrfach wiederholter Schlüsselsatz besagt, dass der Arbeitnehmer als Ausgleichszeit zu Hause bleiben darf und der Arbeitgeber ihn trotzdem bezahlen muss.
Genau das hat der Fragesteller gemacht - erst mehr gearbeitet und dann zum Ausgleich zu Hause geblieben.
Deswegen nennt man es ja auch "Freizeitausgleich"
Gast
Noch hat es kein einziges Urteil eines Arbeitsgerichtes zugunsten eines Arbeitgebers gegeben, das den Arbeitnehmer insofern benachteiligt, dass der Arbeitgeber Überstunden nicht voll und obendrein mit Zuschlägen bezahlen muss, nur weil der Arbeitnehmer laut Dienstplan frei nehmen sollte....
Genau wie im Urlaub ist definitiv die "Freistellung" nämlich durch die Krankheit unterbrochen.
Wenn Du Dich Arbeitgeberfreundlich zeigst und auf alle Zuschläge und den Lohn verzichtest, bitte. Dein Problem.
mit Zuschlägen hat das nichts zu tun.
Echte Überstunden (was das ist, definiert der Tarifvertrag), die einem Zuschlag unterliegen, können ausbezahlt werden (sprich Lohn + Zuschlag). Bevorzugt sollen sie aber durch Freizeitausgleich abgegolten werden. In dem Fall wird in der Regel nur der Zuschlag ausbezahlt.
Ich habe ein Urteil angezogen, dass meine Sicht bestätigt, sogar ein höchstinstanzliches.
Von Dir allerdings vermisse ich jede rechtliche Grundlage für Deine Ansicht. Es ist mir auch unbegreiflich, wie jemand soviel Wert darauf legen kann, seine Unkenntnis permanent aufs Neue unter Beweis zu stellen.
Und damit ist die sachliche Diskussion in diesem Fall für mich tatsächlich beendet.
@Celsete: Du nervst nur noch in Deiner Unbedarftheit - ich vermeide ausdrücklich einen treffenderen Ausdruck.

Auch für Dich gilt der alte Satz: SI TACUISSES, PHILOSOPHUS MANSISSES!

Dieter Nuhr hat das noch viel schöner - wenngleich auch drastischer - ausgedrückt.