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Noch Fragen?

Krawatten abschneiden an Altweiberfastnacht - Schadenserastzpflicht

Wenn ich an Altweiberfastnacht in Köln jemandem eine wertvolle Krawatte zerschneide, bin ich dann schadensersatzpflichtig oder zählt das als kultureller Kollateralschaden?
Frage Nummer 90011
Antworten (8)
Aber sicher mußt Du löhnen. Trotz Weiberfasching hast Du keine Narrenfreiheit.
grundsätzlich bist Du schadenersatzpflichtig.
Es sei denn, der Beschnittene hat mitgefeiert. Dann hat er signalisiert, am Geschehen teilzunehmen und dann nimmt er das billigend in Kauf.
Nein.
Ja.
Es gab dazu tatsächlich mal ein Urteil, dass so etwas in dieser Zeit in Kauf zu nehmen ist. Und das war nicht auf einer Party...
Aber das wird wohl von Fall zu Fall entschieden werden.
Den Krawattenträger könnte man grobe Fahrlässigkeit unterstellen, was dann die Schadenersatzpflicht minimieren oder aufheben würde, denn die Situation wäre vermeidbar und vorhersehbar gewesen.
Vorsicht beim Abschneiden von Krawatten

Im Rheinland ist es an Altweiber ein Brauch, daß Frauen den Männern die Krawatte abschneiden. Kommt ein Mann mit Krawatte ins Büro, ist er schließlich selbst schuld, könnte man meinen. In manchen Fällen müssen die Närrinnen aber für den Schaden aufkommen – hat das Amtsgericht Essen entschieden (At 20 C 691/87). Der Fall: Ein Kunde kam an Altweiber mit Krawatte in ein Reisebüro – und ohne zu fragen wollte ihm eine Angestellte den Schlips abschneiden und beschädigte diesen. Da kannten die Richter keinen Spaß; den entstandenen Schaden musste die Angestellte ersetzen. Besser also nachfragen, bevor man sich an der Krawatte eines Kollegen zu schaffen macht, den man nicht so gut kennt.
Surfina, es soll auch Männer geben, die an diesem Tag arbeiten MÜSSEN!
Die Kurzfassung: Wenn das "Opfer" nicht offensichtlich die Krawatte trägt um diese abgeschnitten zu bekommen sondern im Business-Look unterwegs ist dann ist der Angreifer Schadenersatzpflichtig. Wenn bei dem "Übergriff" dann auch noch Gewalt angewendet wird bewegen wir uns erst recht im Strafbaren Bereich