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Noch Fragen?

Lohnt sich Wein dekantieren in jedem Fall? Und brauche ich dafür zwingend einen Dekantierer?

Frage Nummer 42652
Antworten (12)
Du brauchst eine schwere Kristallkaraffe, eine Kerze, ein sauberes Leinentuch und einen sehr guten Rotwein !
Wer hier eine Frage nach dem "lohnen" stellt, für den lohnt sich dieses Verfahren nicht. Und dass man dazu eine schwere Kristallkaraffe braucht, möchte ich auch bezweifeln.
Habe mal spaßeshalber einen Dornfelder von ALDI dekantiert und anschließend in Burgundergläsern angeboten. Es war verblüffend, welche Reaktionen kamen. Kaum einer konnte den vorher ausgeschenkten teuren franz. Roten davon wirklich unterscheiden! Teilweise wurde der billige Discounterwein als besser eingestuft!
Nein - schau einfach in die Flasche, die du in der Hand hast.....
Und im Prinzip auch nein.
@Amos: ich gehe davon aus, dass bei dir der Zweck nicht war, den Wein vom Bodensatz zu trennen, sondern eher das Belüften des Weines. Und dabei kann man auch bei preiswerten (nicht billigen!) Weinen verblüffende Ergebnisse erzielen. Wenn man die Zeit hat, dann lässt man den Wein nach dem Umfüllen noch ca. 30 - 45 Minuten offen stehen, dann ist die gewünschte Oxidation abgeschlossen. Und dann braucht es schon einen echten Fachmann, der den Unterschied zu einem Premiumwein herausschmeckt. Aber generell (Bullshitbingo) gilt, Hauptsache, der Wein schmeckt, ob es ein guter Wein war, erkennt man eh erst, wenn man davon zuviel konsumiert hat.
Das ist definitiv keine Zeitverschwendung. Der Rotwein verändert seinen Geschmack und sein Aroma, wenn er mit Luftsauerstoff in Berührung kommt. Wenn man es schneller haben will, kann man einen Ausschank Dekantierer nutzen. Der verwirbelt den Wein beim Einschenken mit Luft. Dann kann man auch mal ein Glas trinken und den Rest aufbewahren.
Jeder Versierte Weinkenner würde dir jetzt eine an die Backen hauen..
Naja, das kommt wohl auf den Wein an. Bei einem 5-Euro-Supermarktwein macht es in der Tat keinen Unterschied. Aber wenn Du einen guten Wein hast, sollte er auf jeden Fall atmen können, um seine Aromastoffe voll zu entfalten. Das geht mit einem Dekanter am besten, außerdem bleiben eventuelle Schwebstoffe zurück und Du kannst problemlos einschenken.
Naja, das hängt wirklich davon ab, wie sehr man Feinschmecker ist und wieviel Wert man auf die Etikette legt. Mit einer Karaffe ist es aber kein großes Problem, weil sich darin das Dekantat sehr gut absetzt und es daher auch nicht wirklich Zeit verschwendet.
Es gibt zwei (unabhängige) Gründe einen Wein zu dekantieren:
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1) Belüften. Ich habe erlebt, dass Weine aus der Flasche am nächsten Tag besser schmeckten, denen also ein "Dekantieren" gut getan hätte, den meisten nicht. Die Weine, denen ein Belüften gut tut, sind im Grunde genommen "Kindermorde", die Flaschen würden besser noch ein paar Jahre liegen. Dafür wäre ein "Dekanter" indiziert, aber es gibt kaum jemanden, der das kann (nicht ein einziger Videoclip im Internet zu finden, wie man das richtig macht) und dem entsprechend habe sich die angebotenen Dekanter immer weiter von dem, was zweckmässig ist, entfernt und sind immer mehr zu einem schicken Show-Acsessoir verkommen, siehe speziell Riedel-Glas.
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Fortsetzung folgt...
2) Alte Weine, die einen Bodensatz haben, sollten in der Woche, bevor sie getrunken werden erst mal aufrecht gestellt werden, damit der Gruss sich unten absetzt. Dann möglichst wenig bewegt und erschüttert werden, beim Korkenziehen, kein Probierglas einschenken, sondern ruhig in ein anderes Gefäss umgefüllt werden und der Gruss zurück gehalten werden. Alle mit google findbaren Videoclips verstossen dagegen.
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Mein eigener Dekanter ist ebenso preiswert wie zweckmässig von Fidenza!
die Meinungen gehen bei diesem Thema auseinander