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Mietrecht

Sehr geehrte Damen und Herren. Es geht um das Thema Mietrecht. Kündigung einer Wohnung nach Todesfall zum 28.2.2017. Der Vermieter hat die Kündigungsfrist bereits um 2 Monate verkürzt. Allerdings nutzt bereits seit dem 4.12. ein neuer Mieter ohne Mietvertrag die Wohnung. Der Vermieter verlangt allerdings noch die miete von uns für Dezember. Ist das rechtens das er das verlangen kann.,obwohl die Wohnung vom neuen Mieter genutzt wird? Mit freundlichen Grüßen Frank
Frage Nummer 3000065600
Antworten (8)
Anwalt?!
Grundsätzlich ist es so, dass der Tod des Mieters kein Grund für eine Beendigung des Mietverhältnisses darstellt. Zur Beendigung muss es unter Einhaltung der Kündigungsfrist vom Erben beendet werden.

Die Miete ist also bis zum Ende der Kündigungsfrist zu bezahlen! In dieser Zeit ist die Nutzung dem Erben vorbehalten.
In beiderseitigem Einvernehmen können aber andere Regelungen zum Tragen kommen. So können z.B. zwei Mieten erlassen werden, wenn die Wohnung sofort geräumt wird. Stimmt der Erbe einer solchen Regelung zu (die ja durchaus in seinem Interesse ist), so steht die Wohnung einen Monat lang leer.

In meinen Augen spricht nichts dagegen, dass der Nachmieter in dieser Zeit schon einmal damit anfangen kann, die Wohnung zu renovieren und seine Möbel da hineinzubringen. Natürlich profitiert der Nachmieter davon, dass jemand anderes die Miete für diesen Monat bezahlt. Das ist aber ein Geben und Nehmen, denn ohne den bereitstehenden Nachmieter hätte der Vermieter wohl kaum die Kündigungsfrist verkürzt.

Es steht in meinen Augen außer Frage, dass die Miete an den Vermieter bis zum Ende der Kündigungsfrist zu bezahlen ist, egal ob da ein anderer drin ist oder nicht. Diese Pflicht ergibt sich aus dem Mietvertrag.

Ich denke, dass man rein formal dem Nachmieter die vorzeitige Nutzung der Wohnung untersagen könnte.
Ich persönlich würde es aber nicht tun, denn ich halte das Arrangement für absolut fair.
Der neue Mieter hat noch nichts in der Wohnung zu suchen. Bis zum Ablauf des Mietvertrages gehört die Wohnung den Erben. Wenn der Vermieter früher einen Nachmieter in die Wohnung lassen will, muß er Euch aus dem Mietvertrag entlassen. Ich würde keinen Cent Miete mehr zahlen und der Klage vom Vermieter gelassen entgegen sehen. Rein rechtlich gesehen könntet Ihr den Nachmieter auch wegen Hausfriedensbruch anzeigen.
@sandmann: keine Ahnung, aber davon wirklich viel!!!

Du hetzt den Fragesteller mit Deinem Blödsinn möglicherweise zu unüberlegten Handlungen hin.
Wenn das die erste Antwort auf diese Frage gewesen wäre, dann würde ich das nur "vorschnell" nennen, aber so ...
Irrtum Ing, so ist die Rechtslage. Sie haben keine Ahnung. Nur weil man andauernd seinen Senf dazu gibt, hat man nicht immer Recht.
Sandmännchen, wenn Du meine Antwort gelesen hättest, dann wüsstest Du, dass wir formaljuristisch gar nicht so weit voneinander entfernt sind, was die aktuelle Situation betrifft.
Das "keine Ahnung" bezog sich eher auf den Umgang miteinander. Wir wissen nicht, wie die Vereinbarung mit der verkürzten Kündigungsfrist zustande gekommen ist. Wenn es dumm läuft, gibt es nichts schriftliches und im Streit weiß niemand etwas von einer mündlichen Zusage.

Ich stehe nach wie vor dazu, dass die Vereinbarung absolut fair ist. Jeder, der mal umgezogen ist, weiß, wie wohltuend und stressreduzierend so eine Möglichkeit ist, ein paar Tage früher in die Wohnung zu können.
ing, es bereitet mir zunehmend Vergnügen, mich mit deiner Rechtsberatung zu befassen. Du schreibst:

Grundsätzlich ist es so, dass der Tod des Mieters kein Grund für eine Beendigung des Mietverhältnisses darstellt. Zur Beendigung muss es unter Einhaltung der Kündigungsfrist vom Erben beendet werden.

Grundsätzlich kein Grund ist ungeschickt formuliert, kein Anlass trifft es besser. Die Behauptung jedoch, dass der Tod das Mietverhältnis nicht beendet, ist sehr erklärungsbedürftig: Der Tod des Mieters beendet das Mietverhältnis! Die Beendigung des Mietverhältnisses hat allerdings grundsätzlich (!) keinen Einfluss auf das Fortbestehen des Mietvertrages. Verhältnis und Vertrag sind in der Juristerei Begriffe mit grundverschiedenen Bedeutungen. Das eine kann man beenden, das andere kann man kündigen.

Gehen wir einmal davon aus, dass in dem zweiten Satz auf den Vertrag Bezug genommen wird. Die Behauptung, die Erben müssen den Vertrag kündigen, ist aus der Luft gegriffen. Die Erben können die Wohnung weiterhin nutzen, selbst dort einziehen. Wenn der Vermieter damit nicht einverstanden ist, muss er unter Einhaltung der Frist kündigen. Und wie ist es mit folgendem Sachverhalt: Der Mieter hat den Vertrag zu Lebzeiten gekündigt. Am letzten Tag der Kündigungsfrist stirbt er. Müssen die Erben einen Vertrag kündigen, der abgewickelt wurde? Natürlich nicht. Und wie lange besteht ein Mietvertrag fort, wenn es keine Erben gibt? Was ist, wenn der Vermieter schon darauf gewartet hat, dass der Mieter stirbt, dass die Wohnung frei wird? Müssen die Erben dann auch kündigen? Wieder nein! Können die Erben Nachmieter benennen? Ja, natürlich! Und so weiter, und so weiter, denn der Alltag hält noch viel mehr Überraschungen bereit. Der Erbe? Was ist, wenn es mehrere Erben gibt? Oder eine Erbengemeinschaft? Und wie verhält es sich, wenn die Erbengemeinschaft der Vermieter ist? Die Behauptung, der Erbe muss den Vertrag kündigen, ist demnach notleidend.

Eine Feststellung ist allerdings gestattet: Der geschilderte Sachverhalt und dein Vortrag haben sich gesucht und gefunden.
@derDoofe: wenn's schee macht ...
Jemand hat ein Anliegen und ich versuche, ihm in seinem Sinne zu helfen (nicht nur formal sondern, wenn man so will, ganzheitlich). Da ich weit davon entfernt bin, ein Rechtsanwalt zu sein, beschränken sich meine Gedanken auf ein paar rechtliche Basics und ein paar stressmindernde Abwägungen.
Dein Anliegen hingegen scheint sich darauf zu beschränken, mir wie ein sich spreizender Pfau die Limitierungen meiner Aussagen aufzuzeigen (was Du gar nicht brauchst, die Limitierungen räume ich gerne ein) und ansonsten den Fragesteller mit theorethisch möglichen Konstellationen in größtmögliche Verwirrung zu bringen.

Ich will dem Fragesteller ja nicht dreinreden, aber ich wüsste, welcher Antworttyp mir lieber wäre.