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Noch Fragen?

Muss ich als Hartz4-ler wirklich jeden Job annehmen?

Bin 56, habe Schreiner gelernt, nun soll ich 12Std. /Tag im Sicherheitsdienst arbeiten. Nebenbei betreue ich noch meine Eltern, diese sind zwar nicht pflegebedürftig, aber auch nicht in der Lage, alles alleine zu schaffen.
Frage Nummer 32197
Antworten (12)
bei allem Respekt:
solche Fragen führen dazu, dass Hartz-IV-ler in ein schiefes Licht geraten.
"Muss ich jeden Job annehmen?" - Seien Sie froh, dass Sie mit 56 überhaupt noch irgendwas angeboten bekommen! Ich find diesen "Jugendwahn" auch scheiße, aber es ist halt so.
Gesetzliche Arbeitszeiten sind 10h/Tag und 48h/Woche. Dann bleibt reichlich Zeit für die Eltern übrig. Fragen Sie jede beliebige alleinerziehende Mutter und dann hören Sie auf zu heulen und machen das Ding! Mann!
Die Antwort auf die Frage lautet ganz einfach "ja". Sie müssen JEDEN Job annehmen, um der Allgemeinheit nicht länger als nötig auf der Tasche zu liegen. Ihre privaten Sorgen und Probleme können Sie nicht auf Kosten der Allgemeinheit lösen.
NEIN! Müssen Sie nicht! Sie können sich auch das HartzIV-Geld kürzen lassen. Es zwingt Sie keiner Geld von Staat zu nehmen.
Danke für die Antworten, auch wenn mir der allgemeine Tenor etwas sauer aufgestoßen ist. Wenn man 40 Jahre gearbeitet hat, davon die letzten 30 im gleichen Betrieb, den Meister gemacht und keine Gelegenheit zur Fortbildung verpasste, dann wg. Insolvenz /Eskapaden des Juniorchefs seinen Job verliert, dann ist es wohl nicht meine Schuld.Zur Zt. befördere ich täglich Behinderte zur Arbeit und hole sie wieder ab, 400€/ Job, davon bleiben 160€ für mich, aber das ist o.k. Gerne würde ich das in Vollzeit machen, geht aber nicht
Fortsetzung: mich aber 12 Std. (zwölf ! Ing) bei Wind und Wetter mit irgendwelchen Betrunkenen bei Großveranstaltungen herumzuärgern, für 7,50€ Brutto, sehe ich nicht ein.Es bleibt den Antwortern überlassen, dies spasseshalber mal auszuprobieren. Dafür gibt es sicher genügend Jüngere, welche ihr ganzes Leben noch nie gearbeitet haben. Erfreulicherweise bekam ich aber heute morgen eine Jobzusage von einem Hobbyshop, dort werde ich wohl in Zukunft als Schreinermeister für die Hälfte meines bisherigen Gehaltes Span-und Sperrholzplatten für Hobbybastler zuschneiden.
es geht nicht um Schuld.
angesichts der geschilderten Rahmenbedingungen haben Sie mein ehrliches Mitgefühl. Und natürlich weiß ich, dass es da ganz andere gibt, die nie gearbeitet haben.
Aber: Sie sind ja nicht von einem Tag auf den anderen in Hartz IV geraten. Da waren ja mindestens 12, ich glaube in dem Alter sogar 15 Monate Arbeitslosengeld dazwischen.
Und ich wiederhole die gesetzlichen Regelungen: max. 10h täglich, max. 48h/Woche. Es mag sein, dass es Ausnahmeregelungen für EINZELNE Tage gibt. Aber nicht auf Dauer.
Sei's drum, Sie haben eine für Sie bessere Alternative gefunden und trotz geringeren Gehaltes akzeptiert. A la bonheur dafür und viel Glück für die Zukunft.
§8, Abs. 3, hier
nach den weiteren Ausführungen des Fragestellers sieht die Sachlage doch so aus, dass ich mich hiermit zunächst für den rauen Tonfall meines ersten Beitrages entschuldigen möchte. Aber in Ihrer Vita sind offensichtlich doch ein paar Dinge schiefgelaufen: 30 Jahre im gleichen Betrieb? Nie über den Tellerrand geblickt, nie umgeschaut, was andere Betriebe machen? Damit haben Sie sich in den Augen poteintieller neuer Chefs das Prädikat "unflexibel" erworben - ob zu Recht oder zu Unrecht, ist eine andere Frage. Das Andere: Meister - und dann nicht selbstständig? Das können Sie dem Juniorchef auch nicht anlasten; das war einzig Ihre Entscheidung. Sorry, aber Chancen hatten und haben Sie. Sie können sich auch jetzt noch selbstständig machen. Als Meister haben sie die Möglichkeit dazu.
@hphersel: aus heutiger Sicht mögen Sie recht haben, 30 Jahre im selben Betrieb sind ungewöhnlich. Wenn man aber seinen Traumjob gefunden hat, mit dem (leider verstorbenen) Chef ein sehr freundschaftliches,über den Beruf hinausgehendes Verhältnis hatte, warum nicht? In diesen 30 Jahren war ich beruflich viel im benachbarten Ausland unterwegs, im Messebau und gehobenem Innenausbau, in enger Zusammenarbeit mit Innenarchitekten und Designer,fühlte mich nie als Angestellter, eher als Partner.Der Blick über den Tellerrand war schon vorhanden.Einzig und allein stört mich die unflexible Haltung der Arbeitsagentur, das Lebenswerk eines Menschen wird in keinster Weise gewürdigt, man wird als Schmarotzer hingestellt. Das man nach so einem Arbeitsleben erst mal nach adäquaten Alternativen sucht, und nicht gleich die erstbeste 08/15 Stelle annimmt, halte ich für legitim.
Hunk = Musca?
Hunk = Musca? Die Frage stellt sich jetzt wirklich... Ansonsten: Es gibt auch bei der Agentur solche und solche Typen. Es ist auch immer eien Sache der persönlichen Chemie zwischen beiden: nicht jeder Berater hält seinen Kunden gleich für einen "Schmarotzer". Nichtsdestoweniger nutzt der Blick nach hinten nichts; vorbei ist eben vorbei. Jetzt MUSS der Blick nach vorne gehen. Und die Berater sind keine Psychologischen Helfer, das sollen und können sie nicht leisten. Die Berater haben Vorgaben aus Nürnberg zu erfüllen, nichts weiter. Emotionen sind dabei allzu oft hinderlich.
Hunk /Musca
na und