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Gast

Nachträglich Renovierungskosten (Arbeitsstunden) vom Vermieter bezahlen

Hallo, ich habe mit meinem Nachmieter schriftlich vereinbart dass er die Renovierung bei meinem Auszug übernimmt, im Gegenzug habe ich ihm Küche und Kleinmöbel für kleines Geld überlassen.

Nun haben sich die "Renovierungsarbeiten" aufwendiger herausgestellt als gedacht, mein Vermieter hat selbst mit Hand angelegt (Bohrlöcher füllen, Tapete runter, etc.). Nun möchte er dafür einen Teil meiner Kaution einbehalten, für den "Arbeitsaufwand"... Darf er mich sowas überhaupt fragen???
Frage Nummer 3000041423
Antworten (8)
Das sollte er eigentlich nicht dürfen, da es wie du schon sagst schriftlich vereinbart war.
Der Hauptmieter ist immer allein gegenüber seinem Vermieter verantwortlich. Was der Mieter mit seinem Nachmieter aushandelt, braucht den nicht zu interessieren.
Sicher darf er dich sowas fragen. Das ist nicht verboten.
Du hattest offensichtlich die Verpflichtung, die Wohnung renoviert zu übergeben.
Du hast diese Pflicht Deinem Nachmieter vetraglich übergeben und ihm dafür einen angemessenen Gegenwert überlassen (angemessen insofern, als der Nachmieter damit einverstanden war). Damit bist Du in meinen Augen raus aus der Sache.
Wenn der Vermieter "selbst mit Hand angelegt hat", dann hat er das nicht auf Deinen Wunsch gemacht, sondern auf Wunsch Deines Nachmieters, und wer die Musi bestellt, der bezahlt.
Fairerweise könnte man versuchen, sich gütlich zu einigen und einen gewissen Anteil an den Kosten zu übernehmen. Aber "müssen" musst Du m.E. nicht.
Raus aus der Sache ist er nicht. Der Vertrag mit dem Vermieter besteht weiterhin und wurde nicht eingehalten. Private Verträge mit dem Nachmieter sind irrelevant.
Ich muss Amos recht geben (und mich korrigieren bzw. präzisieren)
Formal gesehen gibt es zwei verschiedene Verträge.
Den einen mit Deinem Vermieter. Den hast Du nicht eingehalten, da Du selber nicht renoviert hast. Insoweit bist Du dem Vermieter gegenüber schadenersatzpflichtig.
Den anderen mit Deinem Nachmieter. Den hat er nicht eingehalten, da er die Renovirung anscheinend nicht ohne Inanspruchnahme des Vermieters durchführen konnte. Insoweit ist er Dir gegenüber schadenersatzpflichtig.
Theoretisch ist das für Dich ein Nullsummenspiel, allerdings hast Du bei der Durchsetzung die schlechteren Karten, da Du der Alleinige bist, der seinen Anspruch ggfs. gerichtlich durchsetzen müsste. Daher der Vorschlag oben, eine gütliche Einigung zu versuchen. Lieber ein paar Euro bezahlen als einen Prozess mit wahrscheinlichem aber nicht gewissem Ausgang.
Er darf dich fragen. Über deine Kaution kann er aber nicht verfügen.
Ich kann mir nicht vorstellen daß der Vermieter dies als Frage stellt.
Zunächst ist zu prüfen, ob das Füllen von Bohrlöchern (in der Wand) überhaupt zu den geschuldeten Leistungen des Mieters gehört, da diese, sogar in Fliesen, seit mehreren Jahren in der gängigen Rechtssprechung als übliche Nutzung betrachetet werden und sich daher daraus kein Anspruch des Vermieters ableiten lässt.
Unterstellt, daß der Mieter der im Mietvertrag im Grundsatz vereinbarten Renovierungspflicht möglicherweise nicht in ausreichendem Maße nachgekommen ist, ist meist ebenfalls vertraglich vereinbart, daß der Vermieter den notwendigen zusätzlichen / nachträglichen Aufwand zur Herstellung des vetraglich vereinbarten Zustands der Wohnung zu Lasten der Kaution begleicht.
Dies ist auch der Fall, wenn ein vom Mieter beauftragter Fachbetrieb die Arbeiten nicht entsprechend den Vereinbarungen des Mietvertrags durchgeführt hat.
Das originäre Problem hat der Mieter, unabhängig von einem etwaigen Vertragsverhältnis mit einem Dritten, aus dem er sich bestenfalls schadlos halten kann.