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Noch Fragen?

Parteitag der Linke

Eine ganze Weile habe ich den Parteitag verfolgt: Auch wenn es weniger Fundamentalisten zu geben scheint, so erlebte ich zum Teil doch wieder den Wettbewerb um die sozialsten Forderungen. Ein Delegierter fiel mir auf, der darum warb, das Recht auf günstiges und lebenslanges Wohnen mit der Forderung anzureichern, dass der Vermieter auf Wunsch des Mieters auch für Barrierefreiheit zu sorgen hat. Nur das wäre ein Alleinstellungsmerkmal.
Nun gut, die Resonanz hielt sich unter den Delegierten in Grenzen.
Der Beitrag warf bei mir aber die Frage auf, wie viele der Delegierten in der Lage sind, Sahra Wagenknecht intelektuell zu folgen. Von Delegierten, die nicht ansatzweise in der Lage sind, einfachste wirtschaftlich Prinzipien wie Angebot und Nachfrage zu verstehen.
Wie frustrierend muss es für SW sein, sich seit Jahren mit solchen Gestalten auseinanderzusetzen?
Frage Nummer 3000099422
Antworten (16)
Die Linke kann man betrachten wie man möchte, sie ist in jedem Fall kontraproduktiv für Deutschland. Allein Ansinnen wie Armut als Asylgrund zu etablieren, zeigt deutlich auf, dass dieser Partei das eigene Volk nichts wert ist.
Ja das muss ich zustimmen. Ich halte von der Linken auch nur sehr wenig!
Ich frage mich nur: Was unterscheidet die Linke da von anderen Parteien?
Die Heute-Show (und nicht nur die) lebt davon, dass es in allen Parteien Knalltüten gibt.
Die Unterschiede zu anderen Parteien ist sicherlich auch einer subjektiven Wahrnehmng geschuldet. Ich sehe sie bei den Linken jedoch als deutlich gravierender an als in restlichen Parteien. Herz am rechten Fleck, aber trotz fortgeschrittenem Alter so gar kein Hirn...
SW geht auf Konfrontation und wird von Knalltüten beschimpft.
Kipping und Riexinger ziehen sich wider besseres Wissen auf bequeme Positionen (weniger Arbeit, mehr Geld, unbegrenzte Einwanderung ins Deutsche Sozialsystem, usw.) zurück und freuen sich offensichtlich, wenn sie 2% mehr von den Abgehängten bekommen (und hoffen müssen, niemals in die Regierungsverantwortung zu kommen).
Ich bewundere SWs Langmut.
Ich glaube nicht, dass diese Wahrnehmung subjektiv ist. In der Linken gibt es deutlich mehr spinnerte Knalltüten als in den anderen Parteien. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, es sind eigentlich zwei Parteien. Ein mit mir verwandter Sozialromantiker trat bei denen ein und verliess nach einem Jahr fluchtartig die Partei wieder. Er war entsetzt, was sich für Spinner da tummelten. Er sagte, die am weitesten von der Realität entfernten sind im Westen.
Für SW wäre es wahrscheinlich in jeder Partei frustrierend. Soviel grundlegende Kenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge wie SW sie hat, sind nicht weit verbreitet.
Trotzdem ist sie bei der Linken wohl am besten aufgehoben, denn ihr fehlt Kompromissbereitschaft und die Einsicht, dass kleine Schritte auch Schritte sind.
Frust dieser Art findet auf jeder politischen Ebene seine Opfer. Das fängt schon in den Kommunalparlamenten an.
Ich würde gerne mal erleben, dass sie ausrastet und ihren Frust in Worte verwandelt.
Dieses Lob für SW scheint mir doch übertrieben. Die würde ebenfalls D in den Abgrund reissen, wenn die Kanzlerin wäre. SW war ja auch mal Mitglied in der kommunistischen Plattform. Ingesamt halte ich aber die Grünen für noch weltfremder. Nicht nur, dass schon mal eine Fabrik wegen Feldhamstern nicht gebaut werden konnte, viele von denen zeigen auch Verständnis für G20-Randalierer: https://www.theeuropean.de/rainer-zitelmann/12459-gruene-geben-polizei-mitschuld
@Stechus: der Nachteil der Demokratie liegt an der Anzahl der Schwachköpfe. Denkende kritische Köpfe wie Frau Wagenknecht sind ausserhalb des Mainstreams.
Sie ist für mich nach Willy Brandt, Helmut Schmidt eine der besten Politikerinnen.
Ich wünsche Ihr alles Gute.
@Zombie, als Bestandteil dieses unserem Ökosystem bestehe ich auf ein Recht auf eben dieses. Und ich möchte mir das nicht kaputt machen lassen, durch kurzfristige finanzielle Interessen. Meine nächsten Generationen, meine jetzigen Kinder , und ich, wir haben ein Recht auf eine vernünftige Umwelt, und die Pflicht, dafür zu sorgen.
Musca, meiner ansicht führen die vorschläge der grünen auch teilweise zu weniger umweltschutz. Nehme man z.b. die maximalforderungen bzgl. Kohle und verbrennungsmotoren, die dazu führen kann, dass in frankreich zusätzliche atomkraftwerke entstehen. Da gibt es noch andere beispiele.
@Zombie: wir entfernen uns etwas vom Thema, aber ich gebe dir insofern recht, dass Nachdenken nicht schadet.
Gerade bin ich dabei, ein Buch von H.W.Sinn durchzulesen, "Das Grüne Paradoxon", ein Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik, d.h. ich befasse mich auch mit der Gegenseite meiner Ansichten.
Wäre noch zu klären, ob Du die Gegenseite verstehst, zumindest scheint mir meist ein Tunnelblick die Objektivität schwer einzuschränken.
aha
Für mich waren die Linken bisher einfach immer ein Überbleibsel der DDR. Damals, als ich noch an linksliberale Politik glaubte, damals, als in der FDP schlaue Köpfe saßen (Hirsch, und einige der anderen Datenschutzbeauftragten.) Damals wählte ich erst SPD - wegen Brandt- der Visionen hatte. Dafür wurde er von der CDU als Verräter bezeichnet, aber es war Brandt, der die Versöhnung mit der DDR (Jahre später) erst möglich machte. Der dämliche Kohl kassierte dann später die Lorbeeren für die Wiedervereinigung.
Dann war ich eine überzeugte Grüne, da diese Partei den Atomausstieg als einzige verfolgte, alle anderen Parteien hatten das noch nicht auf dem Schirm und fanden es schick, die Grünen als spinnerte Träumer zu bezeichnen.

Und heute?

Heute suche ich vergeblich Menschen in der Politik, die noch mit Leidenschaft dabei sind, die das Ganze nicht alleine wegen der Kohle machen. Heute finde ich Frau Wagenknecht überzeugend. Nicht ihre Partei, die mag ich noch immer nicht. Aber diese Frau ist intelligent und in Punkto Ökonomie gebildet. Für mich der/die einzige Politiker/in, der/die mit Herz und Hirn seine/ihre Überzeugungen vertritt. Und ich fange an zu grübeln....
@moonlady
Wie immer man zur Politik der Linken stehen mag. Die Mehrzahl der Mitglieder, haben die DDR entweder gar nicht mehr erlebt, oder haben lediglich Kindheitserinnerungen daran, oder kennen Sie nur aus westlicher Sicht.

Ich glaube schon dass es die Politiker mit Leidenschaft und ehrlichem Engagement noch gibt. Diejenigen, die Du beschreibst natürlich auch.
Aber je stärker das Wahlvolk sich an populistischen Heilsbotschaften orientiert, um so weniger dringen die Leute mit Idealen durch.
Ich kenne zwar nur Politiker auf kommunaler Ebene persönlich, da kenne ich aber etliche mit viel Idealismus. Auch unter denen mit denen ich politisch nicht auf der selben Linie liege.

Und das liegt nicht daran, dass es Leute mit Idealismus nur noch auf kommunaler Ebene gäbe, sonderen daran, dass ich ein zu kleines Licht bin, um denen auf höheren Ebenen zu begegnen. Dort erlebe ich nur die paar Hanseln und Mariechen die es vor die Mikrophone und Fernsehkameras der Medien schaffen.
Bei Sahra Wagenknecht wundert mich immer die Diskrepanz. Sie kann gesellschaftliche Themen hervorragend analysieren, aber ihre Lösungsvorschläge stammen aus der Mottenkiste des Sozialismus. Eigentlich schade.
Manchmal verfüge ich über hellseherische Fähigkeiten. Die Sahra schmeisst hin.
Schade, oder?