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Noch Fragen?

Philosophie

Eine Frage hat mich damals beim Philosophie-Studium (welches ich abgebrochen habe) beschäftigt:
Zwei Männer sitzen sich gegenüber. Beide machen keine Fehler. Welcher von den beiden ist der Bessere? Der, der wenig Dinge nicht falsch macht, oder der, der viele Dinge nicht falsch macht?

Frage Nummer 37840
Antworten (21)
Ist "Nicht falsch" = "Richtig"?
Nein, das wäre zu einfach, das kann man nicht umdrehen, weil ja dann der erste "nur" wenige Dinge richtig macht. Der würde ja dann viel falsch machen. Aber beide machen keine Fehler.
Dann sind beide gleich gut, da die Wichtigkeit der Dinge die getan werden unbetrachtet bleibt.
Ich hab hier etwas gefunden :Thema der Abhandlung ist, „dem Denken eine Grenze ziehen, oder vielmehr – nicht dem Denken, sondern dem Ausdruck der Gedanken“ (Vorwort). Wittgensteins Hauptanliegen ist es, die Philosophie von Unsinn und Verwirrung zu bereinigen, denn „Die meisten Sätze und Fragen, welche über philosophische Dinge geschrieben worden sind, sind nicht falsch, sondern unsinnig. Wir können daher Fragen dieser Art überhaupt nicht beantworten, sondern nur ihre Unsinnigkeit feststellen. Die meisten Fragen und Sätze der Philosophen beruhen darauf, dass wir unsere Sprachlogik nicht verstehen.“ (4.003)That'sWittgenstein!
Ach ja,noch ein kurzer Nachsatz von mir:Ich glaube nicht,das die Philosophie ein tragendes Thema in dieser Community werden kann,dazu ist das Niveau viel zu sehr
"abgestürzt"!
Echt Scheiße.
Die Frage zeigt die Bedeutung von Werten auf: "Besser" misst einen Unterschied in der Güte einer Sache oder Handlung. Was man aber für "gut" erachtet, ist eine Frage der angelegten Kriterien, der Wertmaßstäbe. Wenn also - um es plastisch zu machen - einer der beiden Männer fehlerfrei Hunderte von Erbsen und Linsen auseinander sortiert, der andere fehlerfrei ein Kind wiederbelebt, hat zwar ersterer viele Dinge nicht falsch gemacht und letzterer nur eine Sache nicht falsch gemacht. Aber für den Betrachter, der der Nächstenliebe und dem Schutz des Lebens einen hohen Wert beimisst, mag diese eine nicht falsche Handlung "besser" erscheinen.
Ich würde die Sache nicht philosiphisch angehen, sondern logisch. *copy*Der, der wenig Dinge nicht falsch macht, oder der, der viele Dinge nicht falsch macht? */copy* Logisch ist, dass der der viele Dinge nicht falsch macht, einen höheren Wirkungsgrad hat, als der andere logisch und mathematisch gesehen. Vorausgesetzt die Gravität der Probleme der Beiden ist gleich .
Wenn zwei (Männer) Frauen, Mann & Frau gegenüber sitzen kann A einige schwierige und B viele leichtere Dinge ohne Fehler erledigt haben.
z.B A erfindet ein Serum gegen Krankheiten und B putzt die Wohnung.
Wenn B im Rahmen seiner Möglichkeiten alles gegeben hat, kann man seinen Betrag nicht als „besser“ oder „schlechter“ einstufen.
Somit ist auch eine Schlussfolgerung aus dem fehlerfreien Tun von Dingen auf die „Bessere“ Person nicht OK.
Barba non facit philosophum
@kuhlts
respekt
das niwo bestimmen die mitglieder.
@kuhlt: Binsenweisheit. Aus dem Nachbarhaus ertönt das monotone Gräusch der Bartwickelmaschine...
Danke an alle, die sich mit meiner Frage beschäftigt haben. Es sind ein paar interessante Denkansätze dabei. Meiner persönlichen Einschätzung kommt die von bifu70 und kulth am nächsten, aber auch der Versuch von senti, der Sache mit Logik näher zu kommen, ist eine Überlegung wert.
Antwortomat hat versucht, mich auf Glatteis zu führen. Ist ihm aber nicht gelungen.
Das Zitat von Bellicosa (Wittgenstein) behandelt einen Grundsatz der Philosophie. Oft drehen wir uns im Kreis, und es kann keine für alle gültige Antwort geben.
Warum aber Bellicosa eine schlechte Bewertung für ihre Einschätzung über die community kassiert hat, erschließt sich mir im Moment nicht. Es ist ihre persönliche Meinung, woran nicht zuletzt stern.de die Schuld trägt.
@kuhlt: Coram publico!
Die frage geht aber doch von einer implizierten Voraussetzung aus, nämlich von der, dass einer der beiden besser ist als der andere. Für mich stellt sich die Frage, ob diese Voraussetzung überhaupt gegeben ist? Ist wirklich einer besser? Warum muss überhaupt einer besser sein? Erst DANACH können wir uns über die Frage unterhalten, welcher von beiden der bessere ist. Solange beide sich gegenüber sitzen und keine Fehler machen, sehe ich keinen Unterschied, der einen zum Besseren als den anderen macht. Für mich sind unter den gegebenen Voraussetzungen erst mal beide gleich.
@hp: Der Text könnte aufhören bei "Sie sitzen sich gegenüber. Beide machen keine Fehler".
Das ist ja eine Betrachtung in die Vergangenheit gerichtet. Niemand kann sagen, ob die Fehlerfreiheit weiter andauert. Und es ist auch bei den Dingen, die bisher fehlerfrei geleistet wurden, keine Wertigkeit angegeben. So kann der, der wenige Sachen nicht falsch macht, viel gewichtiger Dinge erledigt haben, als der andere.
So haben wir als Betrachter nur das Merkmal der Anzahl. Daraus kann man regelmäßig keine qualitative Bewertung vornehmen.
Die Antwort kann also sein:
Beide sind im Moment gleich (gut). Niemand ist im Moment besser. Die Anzahl der erledigten Aufgaben ist kein Qualitätsmerkmal.
Womit wir bei der Antwort von antwortomat wären. Der Kreis schließt sich.
Gut, aber möglicherweise reden wir aneinander vorbei oder philosophieren auf unterschiedlichen Ebenen, denn immer noch steht die unausgesprochene, aber vorhandene Annahme im Raum, dass einer der beiden besser ist, besser sein soll als der andere. Denn nur aus dieser Annahme heraus steltl sich die Frage, wer von beiden besser ist. Aber genau diesen Annahme stelle ich in Frage. Mit welchem Recht gehe ich davon aus, dass auf jeden Fall einer der beiden besser ist als der andere? Wodurch wird diese Annahme begründet? Warum muss einer der beiden besser sein? Und das habt ihr mir bisher noch nicht beantwortet.
Die gute alte (WC) Zeit, wohin ist sie verschwunden....
Von der Wertigkeit der Aufgaben steht in der Frage nichts. "Besser" ist ein Kriterium, das einen objektiven Vergleichsmaßstab voraussetzt. Wenn einer in 1 Std 100 Erbsen und Linsen fehlerfrei sortiert hat, hat er mehr Dinge nicht falsch gemacht und ist somit besser als einer, der in 1 Std nur 10 Erbsen und Linsen fehlerfrei sortiert und so nur wenig Dinge nicht falsch gemacht hat. Zusammengefasst: Wer viel arbeitet und keine Fehler macht ist besser als einer, der gar nichts tut und somit auch keine Fehler macht.
@dorfdepp,
es ist richtig wenn Sie diee beiden vergleichen und sagen:„Wer viel arbeitet und keine Fehler macht ist besser als einer, der gar nichts tut und somit auch keine Fehler macht.“
Level 2 der Betrachtung bedeutet aber dann Leute zu vergleichen, die arbeiten, die Fehler machen oder nicht und wie sie sich für das Ziel im Rahmen ihrer Möglichkeiten einsetzten
Hier ist die alleinige Betrachtung von dem fehlerfreien Tun von Dingen und somit die Schlussfolgerung auf die Bessere Person nicht OK.
Beispiel:
Person A bereitet sich intensive für einen Marathon vor und trainiert monatelang jeden Tag hart, sie nimmt Einschränkungen in der Freizeit, Essen usw. hin und lebt für das Ziel unter den Besten zu finishen. Wie ist Person A einzuordnen, wenn sie nach 2-3 Stunden kurz vor dem Ziel aufgeben musste gegenüber Person B.
Person B hat kaum trainiert, trinkt Alkohol und raucht Zigaretten. Er läuft den Marathon aus „dem Stand“ und kommt nach 6-7 Stunden im Ziel an.
Person A hat im Rahmen seiner Möglichkeiten alles gegeben.
Welche Person würdest Du ein Team anvertrauen mit dem Ziel es zum Ziel führen und zu motivieren alles zu geben?
solitude, das ist ein Fall für dich;-)))
Da Person A trotz perfekter Vorbereitung versagt hat natürlich Person B.
Obwohl A könnte sich noch steigern durch intensiveres Training. B wird weiter Rauchen und Schickern, was mutmaßlicher Weise zu einem Abfall seiner Leistung kommen kann. Zudem die gefürchteten Vereinsabende.