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Noch Fragen?

Rundfunkgebühr für Autoradio bei Sixt-MIetwagen

Lese ich richtig, daß nach den seit Januar geltenden Bestimmungen für jeden MIetwagen mit Radio Rundfunkgebühren bezahlt werden müssen? Herr Sixt will deswegen mit einer Klage bis zum Bundesverfassungsgericht gehen.
Frage Nummer 74342
Antworten (10)
es war eigentlich schon immer so, dass für jedes einzelne genutzte Radio Rundfunkgebühren bezahlt werden mussten.
Privatleute hatten dabei die Möglichkeit, mit einem Beitrag alle privaten Radios abzudecken, sowohl in ihrer Wohnung als auch in ihrem privaten(!) Auto.
Geschäftsleute hatten diese Möglichkeit nicht und mussten schon immer ("immer" im Sinne von "seit es das gibt") für jeden einzelnen Dienstwagen ihrer Mitarbeiter, für jeden einzelnen Firmenwagen mit Radio, ja theoretisch für jedes einzelne Radio in der Produktionshalle Rundfunkgebühren bezahlen.
Wie die Miet wagen sich damals da 'rausmogeln konnten, weiß ich nicht. Anscheinend konnten sie es. Nun hat man diese Lücke geschlossen.
Ich bin ein Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - die letzte Bastion gegen die Berlusconisierung der Welt durch private Dumpfbacken-Sender, deren Programme bestenfalls verdummen, oft aber manipulieren (siehe Fox in den USA oder die italieneischen Verhältnisse). Daher bin ich trotz mancher Bedenken im Detail für eine Rundfunkgebühr. Und wenn, dann von allen in gleicher Weise.
Soll er zum BVG gehen und sich eine blutige Nase holen
Von mir aus kann er vor den europäischen Gerichtshof für Mietwagenautoradiorechte gehen, er muss löhnen. Soll er doch froh sein, dass er jahrzehntelang eine Gesetzeslücke ausgenutzt hat. Alternativ kann er ja die Radios aus den Mietwagen ausbauen.
Ich hatte es so verstanden, dass die Autovermieter für die Autoradios schon immer gezahlt haben, dies aber durch die neue Regelung (geringfügig) mehr wird. Die Klage läuft mehr gegen die Zahlung einer Rundfunkgebühr für jede Niederlassung, obwohl da niemand ein Radio hat.
Erstaunlich finde ich aber, dass anscheinend nur Sixt sooo laut stöhnt. Müssen die anderen Vermieter weniger zahlen? Oder ist Sixt der Meinung eine Klage ist billiger als ne Werbung mit Mollath?
BTW: die Rundfunkgebühr soll auf den Mietpreis umgelegt werden.
Nein, Amos, nicht ganz. Auch Mietwagen mussten bisher schon Rundfunkgebühren bezahlen. Aber jetzt kommen auch Kosten für die Vermietungsstationen hinzu, obwohl sich dort keine Radios befinden.
in der WAZ steht mehr: hier und dort.
Natürlich werden die Kosten umgelegt. Alle Kosten werden umgelegt. Aber dies ist ja nicht das Ende der Fahnenstange. Die meisten Mietwagen werden nicht privat gemietet, sondern durch Geschäftsleute. DIe umgelegten Rundfunkgebühren erhöhen also die Kosten der Geschäftsreisen. Diese werden wieder umgelegt auf die Kunden und so weiter bis hin zum Endverbraucher.
Aber wenn so eine Mietstation im Schnitt 3000 Fahrzeuge im Jahr rausgibt, dass sollte niedrig geschätzt sein, ergibt dies, sofern die Ausgabestelle nicht mehr als 20 Mitarbeiter hat, 7 Cent je Vermietung. (18 Euro * 12 / 3000)
Davon wird Sixt 4,90 auf den Tagespreis umlegen, die Kunden von Sixt werden die mit 20 Euro je Tag an ihre Kunden weigtergeben ....
DAS PROBLEM ist doch vielmehr, dass nun Unternehmen stur nach Betriebsstätten und Anzahl der Mitarbeiter eingestuft werden. Ob dort nun viele Radios oder Fernseher betrieblich genutzt werden, spielt bei der Bemessung der Gebühr keine Rolle. Und dies ist Teil des Problems. Eine Bäckerei Beispielsweise, die in ihren Filialen keine Radios, Fernseher, PCs oder sonstigen Kram benutzt um ihre Kunden zu unterhalten, muss je Filiale und Anzahl der Mitarbeiter zahlen - Punkt. Und bei der Anzahl der Mitarbeiter zählen die Köpfe - ob die Person auf 450 €-Basis arbeitet oder Teil-/Vollzeit angestellt ist, spielt keine Rolle. Je nach Unternehmensgröße kommen so einige 10 T€ p.a. zusammen und das OHNE, dass ein BETRIEBLICHER NUTZEN vorhanden ist.

Zusammengefasst: Die Rundfunkgebühr hat in diesem Fall keinen inhaltlichen Zusammenhang zu einer betrieblichen Nutzung. Die Bemessungsgrundlage ist darüber hinaus willkürlich festgelegt. => Das halte ich für falsch.
Nein, das was du beschreibst ist halt die Regelung, nicht das Problem.
Das Problem ist, dass so viele Betriebe und Privatpersonen einfach gelogen haben, als je Gerät berechnet wurde.
Damit hat man halt eine neue Regelung nach Haushalt und Betriebsstätte verursacht. Da kann man einfach nicht mehr lügen.
Das Problem ist, dass generell für jedes Auto eine Abgabe erhoben wird. Egal ob mit Autoradio ausgestattet oder nicht.
Es wird von der technischen Möglichkeit eines Einbaus ausgegangen.
Ähnlich sieht es mit den Haushalten aus. Selbst wenn Sie kein Radio, Fernsehen oder internetfähigen PC haben, müssen Sie zahlen.
Wenn man jetzt einmal den Umkehrschluss macht, dann hätte jeder Mann das Anrecht auf Kindergeld.
Egal ob er Kinder hat oder nicht.
Schließlich hat der Mann ja die "technische" Möglichkeit, Kinder zu haben.