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Noch Fragen?

Sehen Blinde eigentlich immer Schwarz?

Oder gibt es noch andere Arten "nichts" zu sehen? Vielleicht können sich manche Blinde unter "sehen" gar nichts vorstellen?
Frage Nummer 17866
Antworten (21)
Gast
dass blinde schwarz sehen,wird -wenn überhaupt-nur selten vorkommen.
die meisten sehen stark verschwommen,sodass sie nur hell und dunkel
unterscheiden können.
Vielleicht sehen Blinde mit den Augen etwa so, wie Sie mit dem Kinn oder Ohrläppchen oder Ellenbogen sehen. Also halt gar nicht (im Gegensatz zu schwarz). Aber ich glaube auch mal gehört zu haben (von einem im Laufe des Lebens Erblindeten), dass schon hell/dunkel wahrgenommen wird, also schon irgendwie "gesehen" wird. Also mehr jetzt als mit dem Ohrläppchen. Interessante Frage, übrigens...
Schwarz ist eine Farbe. Blinde sehen nichts, also auch keine Farben. Auch kein Schwarz. Es gibt Menschen, die von Geburt an blind sind, und solche, die im Laufe ihres Lebens durch Krankheit oder Unfall erblinden. Letztere erinnern sich natürlich an Farben; erstere haben keinerlei Vorstellung davon. Es ist für sie weder hell noch dunkel, weil das optische Kategorien sind, mit denen sie nichts anfangen können. Wer Hell und Dunkel unterscheiden und verschwommen sehen kann, ist nicht blind. Blinde Menschen nehmen die Welt akustisch wahr, haptisch, olfaktorisch; Hell/Dunkel oder Schwarz/Weiß sind einfach kein Begriff. Für Sehende schwer nachvollziehbar.
Ich kann das zum Glück nicht wirklich beurteilen. Allerdings gibt es natürlich verschiedene Formen von Sehbehinderung.
Von Sehschwäschen, über schemenhaftes Sehen, nur noch hell/dunkel unterscheiden, bis zur totalen Blindheit. Was ein total Blinder sieht? Keine Ahnung. Farben? Einfach nur nichts? Muster?
Vielleicht ist dieses Forum ja so gut für Blinde geeignet, dass uns mal jemand erzählen kann, was er so sieht.
Schwarz und Weiß sind übrigens keine Farben.
Sorry, weder Schwarz noch Weiss sind Farben. So gar nicht. Und das ist bei jedem Blinden verschieden, je nach dem, ob er Blind geboren wurde, auf welche Art er erblindete usw. Pauschal lässt sich das nicht beantworten

Und auch, dass die Blinden alle verschwommen sehen, ist leider kreuzfalsch. Mir haben viele gesagt, es sei ein sehen im Kopf.

Aber frage doch einfach mal einen Blinden, wenn du ihm begegnest. Die geben meistens gerne Auskunft und sind für einen Schwatz zu haben. Ansonsten gehen ihnen ja alle aus dem Weg.
1) schwarz & weiß sind Farben, jedoch unbunte Farben
2) Blind ist nicht gleich blind. Laut Definition ist jemand blind, wenn seine Sehschärfe weniger als 0,02 (2%) beträgt.

Es hängt immer von der Art der Blindheit ab, ob etwas wahrgenommen werden kann. Man kann auch mit guten Augen blind sein, wenn das Signal nicht zum Gehirn weitergeleitet werden kann.
Viele Blinden können Licht wahrnehmen und haben so die Möglichkeit, sich in einer hellen Umgebung einigermaßen zurechtzufinden. Sie können zwar keine Details sehen, wissen aber, dass da etwas 'Großes' im Weg steht und man diesem ausweichen muss.

Rein theoretisch müssten Blinde schwarz 'sehen'. Schwarz bedeutet ja nichts anderes als das das Licht nicht reflektiert wird.
@Benutzer 2011

Schwarz ist die Absenz jeglicher Farben. Sicher.

Gemäss Wikipedia.

Physikalisch bedeutet Schwarz Abwesenheit von (sichtbarem) Licht jeglicher Wellenlänge. Farbe bedeutet hier Farbreiz. Fehlt jeglicher Farbreiz, wird schwarz wahrgenommen.
2 Zeilen später steht bei WIkipedia aber auch:
"Schwarz gehört zu den unbunten Farben."

Die Frage ist aber, ob man schwarz überhaupt sehen kann. An sich ist es paradox.
Schwarz ist, was man nicht sehen kann. Wie kann man also schwarz sehen?
Ja, das ist so, einverstanden. Aber unbunte Farben? Farben sind per se bunt, oder? Wahrscheinlich ist es eine Glaubensfrage.

Schwarz sieht man nur, weil alles rundrum farblich strahlt. Es ist sowas wie eine Maske. In einem total schwarzen (also ohne Licht) Raum kann man kein schwarzes Blatt Papier sehen. In einem total roten Raum sieht man jedoch ein rotes Blatt Papier. Weil es eben Konturen hat und Licht reflektiert wird.

Ist nicht wissenschaftlich, ich weiss, ich weiss, aber ich glaube ich könnte so meine Gedanken am besten beschreiben.
Wow, finde ich eine gute Frage. Je länger ich darüber nachdenke, desto weiter entfernt sich die konkrete Antwort. Nicht nur die Blindheit, sondern eben auch was Schwarz genau ist. Farbe oder nicht. Möglicherweise sind s und w nur der grösstmögliche Kontrast (für die Fotografen und Bildbearbeiter).

Aber wahrscheinlich definiert das ein Drucker ganz anders als ein Physiker oder ein Blinder. Ich gehe jetzt Fahrrad fahren, das Wetter ist zu schön.

Und ich komme mit einer Revolution der Farbenlehre zurück. *hust"
In der Physiognomie des Auges kennt man Stäbchen und Zapfen als Rezeptoren, die ersteren sind für die Hell-Dunkelerkennung zuständig (wonach nachts alle Katzen grau sind), die zweiteren sind für die Farberkennung zuständig, aber dazu benötigt es eine ausreichende Beleuchtung.

Wenn ich die Augen schließe, wird es schwarz und ich sehe nichts. Fällt starkes Licht auf die geschlossenen Augen, sehe ich Farben, erkenne aber nichts. In beiden Fällen also blind, aber anders.

Schwarz ist eine Farbe, sonst könnte man sie nicht einer Dose kaufen. Während absolute Schwärze das Fehlen jeglichen Lichts bedeutet, ist der Eindruck schwarzer Farbe vom Aborptionsgrad und Glanzgrad abhängig. Ein glänzend schwarzes Auto erscheint anders als ein mattschwarzer Fernseher, und der wieder anders als eine schwarze Ledertasche. Das gilt auch für Weiß, sonst gäbe es den Begriff „weißer“ nicht, schlecht für die Waschmittelhersteller.
Klar, wir müssen hier schon von einem theoretischen Idealschwarz ausgehen. Ansonsten ist es ja einfach ein sehr dunkles Grau. Der Vergleich mit glänzend und matt hinkt. Sonst macht das alles keinen Sinn.
Das mit schwarz = unbunte Farbe habe ich mir nicht ausgedacht - kommt glaube aus der Farbenlehre.

"Schwarz ist eine Farbe, sonst könnte man sie nicht einer Dose kaufen. "
Das ist aber eine tolle Begründung ;-)
Irgendwie mal daran gedacht, dass das kein echtes schwarz ist? Sieht man auch, wenn man schwarze Kleidung hat - die schimmert oft purple. Weil es eben nicht wirklich schwarz ist, sondern nur eine sehr gute Näherung.

Ich denke mal, dass ein Blinder auch seine Problem hat, die ursprüngliche Frage zu beantworten. Wir sehenden können immerhin mit anderen abgleichen, was wir sehen. Ein Blinder lebt in seiner eigenen Welt, die er irgendwie interpretiert. Hängt auch davon ab, dass blind und blind nicht dasselbe ist. Somit werden Blinde die Welt sehr viel unterschiedlicher wahrnehmen (ich denke mal, dass 2 Blinde die Welt unterschiedlich sehen und 2 Sehende sehr viel weniger Unterschiede in der Wahrnehmung habe - ist aber nur meine Vorstellung)
@ ATOATORx1

Was soll „theoretisches idealschwarz“ sein? Zur Farbendefinition gibt es die RAL-Liste, der Begriff des Glanzgrades ist ebenfalls definiert, da hinkt nichts. Jede wahrgenommene Farbe ist das Resultat einer Lichtreflexion, das ist auch bei „schwarz“ oder „weiß“ nicht anders. Das merkt man schon, wenn man ein Kleidungsstück im Neonlicht kauft und die Farbe im Tageslicht anders beurteilt. Das passt zu Benutzer2011s „purple“. Dann war das schwarz eben kein schwarz. Was also soll „echtes schwarz“ sein?

@ Benutzer2011

Eine interessante Frage, die ich mir auch schon lange stelle: Sehen zwei Menschen die gleiche Farbe wirklich gleich? Wenn einer davon rot-grün-blind ist, sicher nicht. Aber ansonsten, ist für meinen Mitmenschen das Meer so blau wie für mich, oder sieht er es mehr in Nuancen türkis oder grün?
Selbst von Geburt an Blinde haben ja im Gehirn Bereiche und Nerven angelegt, die dem Sehen dienen sollen. Tragen diese zur Vorstellungswelt des Individuums bei, selbst wenn die Augen nicht funktionieren? Spielen diese Areale nicht auch eine Rolle, um eine dreidimensionale Vorstellung des uns umgebenden Raums zu geben, auch wenn man ihn nicht sehen kann? Haben Blinde überhaupt eine Vorstellung von Raum oder unterscheidet die sich grundsätzlich, da sie u.U. nur durchs Auditive erzeugt wird?
@ rrankevicz

Bei Neugeborenen werden erst in den ersten Wochen die Synapsen im Gehirn gebildet, die ein normales Sehen ermöglichen. Diese Chance haben blind Geborene nicht.

P.S.: Haben Sie unsere Diskussion über wissenschaftliche Methodik löschen lassen? Oder hat sich jemand anderes auf den Schlips getreten gefühlt?
Raumvorstellungen bei blinden Menschen - @rrankewicz - bilden sich naturgemäß anders, wenn räumliches Sehen entfällt. Es gibt ein Buch zur Frühförderung blindgeborener Kinder mit dem Titel "Der enge (oder kleine?)Raum". Da geht es darum, dass einem Kind, das die Wände des Zimmers nicht sieht, ein kleinerer, ertastbarer Raum, etwa ein Laufstall, sehr viel Sicherheit und Orientierung vermitteln kann. - Spaziergang mit einer Blinden, auf schnurgerader Straße. "Oh, da kommt schon unsere Straßenbahn, die kriegen wir nicht mehr." Entfernung ca 600 m. Sie kannte die Strecke genau und antwortete verblüfft: "Was, SO WEIT können Sie sehen?!?"
Schwarz und Weiß sind im engeren Sinne wirklich keine Farben (Schwarz und weiß sind spezielle Arten der Arbsorbation von farbigem Licht, einmal wird alles, einmal nichts absorbiert).

Aber die Diskussion darüber auf Wikipedia aufzubauen ist schon hoch wissenschaftlich!
@Ingenius: Ich habe nichts gelöscht/löschen lassen - so weit reicht meine Macht (noch) nicht...:-)
Jegliche Farbe entsteht durch einen gewissen Anteil an Absorption und Reflexion des einfallenden Lichtes, das gilt auch für schwarz und weiß. Es gibt beispielsweise bläuliches, bräunliches oder rötliches schwarz, dabei werden also mehr bläuliche oder rötliche Anteile reflekiert. Ein absolutes schwarz, bei dem alles Licht absorbiert und nichts reflektiert wird, gibt es in der Praxis nicht, das theoretische Modell dazu wird als „Schwarzer Strahler“ bezeichnet. Genausowenig gibt es ein absolutes weiß, alpinweiß und chamonixweiß unterscheiden sich im Vergleich sichtlich, auch wenn sie beide als weiß erscheinen. Also widerspreche ich NaCl, weil schwarz und weiß Farben im physikalischen Sinn sind, denen sich eine Farbtemperatur zuordnen lässt, auch wenn sie als unbunt bezeichnet werden. Zugabe: Es gibt auch nichtspektrale Farben wie braun oder silber, die nicht durch Absorption entstehen, sondern durch sogenannte „Verwaschung.“
@Ingenius:
Na, dann auch mal aus Wikipedia:
Schwarz ist die Bezeichnung für eine Farbempfindung, welche beim Fehlen eines Farbreizes entsteht!
Wenn es kein absolutes schwarz gibt, dann ist das auch kein richtiges schwarz!