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Gast

Unterhaltszahlungen bei neuer Ehe mit besonderem Kind

Guten Tag. Wir haben zwei Kinder 2 und 4.
Unsere Jüngste hat einen Hydrocephalus und Arnold Chiara Malformation, hat somit den Behinderungsgrad 80 mit Merkzeichen H.
Ich kann wegen der Versorgung nicht Arbeiten gehen und die volle finanzielle Belastung liegt bei meinem Mann.
Nun meine Frage, er hat mit seiner bereits neuverheirateten Exfrau einen 12 jährigen Sohn und eine 11 jährige Tochter.
Ihnen geht es finanziell mehr wie gut (neu gebaut,2 Autos, Urlaub und jeder besitzt ein Fahrrad für 3000€)
Bei uns dagegen reicht es grade so aus, wenn nichts dazwischen kommt (was bei unseren beiden Autos á500€ nicht zu berechnen ist und wir brauchen sie wegen der Fahrten zur uniklinik 100km entfernt, zu Spezialisten und Therapien)
Ist es nicht möglich den Unterhalt zu reduzieren?
Wir möchten den Kindern nichts vorenthalten, aber wenn man nicht weiß wo das Benzin und die Pampers herkommen sollen, macht man sich so seine Gedanken.
Vielen Dank schonmal 😊
Frage Nummer 3000054955
Antworten (29)
Man schuldet grundsätzlich seinen minderjährigen Kindern Unterhalt gemäß den Tabellen, unabhängig wie gut es dem Expartner finanziell geht. Offenbar kommt der Wohlstand ja von dem neuen Ehemann der Exfrau, der für die Kinder ihres Exmannes nicht unterhaltspflichtig ist.
Was Sie machen können, ist, für das behinderte Kind einen Mehrbedarf geltend zu machen, das wirkt sich evtl. auf die Verteilung des für Unterhalt zur Verfügung stehenden Einkommens aus. Sie brauchen aber einen Anwalt. Alleine können Sie das nicht berechnen und ich bezweifle, ob das hier jemand kann.
Es tut mir leid, wenn ich Ihnen das so sagen muss. Ihre finanzielle Situation und die bedauerliche Behinderung ihres Kindes, ist Ihr persönliches Schicksal und die beiden großen Kinder sind halt auch seine Kinder.
Die juristische Seite ist die Eine Seite. Die Andere Möglichkeit ist, miteinander zu reden. Das ist vielleicht etwas unangenehm, aber mit den meisten Leuten kann man durchaus reden.
Ich halte es da voll mit Elfigy, allerdings mit einem kleinen Einwand. Machen wir uns nichts vor, mit 2 so kleinen Kindern kann man wohl kaum arbeiten gehen unabhängig der Behinderung. Warum macht man sich nicht vor der Gründung einer Familie Gedanken und wie kommt man auf den Gedanken den geschiedenen Ehepartner an seinen neuen Lebensumständen, Entscheidungen und deren Kosten ins Boot holen zu wollen?
Warum es ein Auto braucht wurde erläutert, ich verstehe allerdings noch nicht wozu zwei. Beim Gedanken machen wäre vielleicht mal ein Ansatz, ob es wirklich notwendig ist, für 1000 Euro im Monat Auto zu fahren, bevor man sich Gedanken macht, ob es der Ex zugut geht. So viel zu den Gedanken.
Ich hatte das so verstanden, dass sie zwei Autos haben, von denen jedes noch ca. 500 € wert ist und dass die Fragestellerin befürchtet, wenn eins oder beide kaputt werden, haben sie ein unlösbares Problem.

In Sachen Familiengründung habe ich eine andere Ansicht.
Man kann doch einer Familie nicht absprechen, Kinder bekommen zu dürfen, auch wenn sie nur über begrenzte Mittel verfügt. Die Fragestellerin hat offenbar keine Kinder aus früheren Beziehungen und hat sich halt in den Mann verliebt, der welche hat. Das ist so und es ist ok so.
Matthew, an ein Gespräch hatte ich auch gedacht. Allerdings hab ich unterstellt, die Beziehung zu der neuen Familie der Kinder des Mannes ist eher schlecht. Sonst hätte man es doch schon versucht, oder die Exfrau hätte es von sich aus angeboten, seine Kinder wissen sicher um die Verhältnisse des Vaters und erzählen davon.
Was ich so im Bekanntenkreis sehe. lässt mich wenig hoffen, dass jemand freiwillig auf Geld verzichtet, ausser man hat eine sehr sehr gute Beziehung zueinander.
Ok Elfigy, beim nochmaligen Lesen bin ich auch zur Ansicht gelangt es handelt sich um den Wert der Autos. Das ändert allerdings nichts an meiner Frage wieso zwei und meiner Einstellung zu den seltsamen Gedankenspielen. Ich kann doch nicht bis an das Ende meiner Tage für das Wohl meines geschiedenen Partners einstehen. Das die Unterhaltspflicht besteht war bekannt, also sollte das in allen Gedankenspielen um die Vermeidung derselben keine Rolle spielen. Männer, zumindest ich und ein paar die ich so kennen, würden eher die eigene Einkommenssituation verbessern als sich mit der des geschiedenen Partners zu beschäftigen.
Ob die beiden zwei Autos brauchen, können wir nicht beurteilen, weil wir nicht wissen, wie sie das mit den Transporten des behinderten Kindes geregelt haben. Es kann auch sein, dass der Mann das Auto unbedingt beruflich braucht. Es gibt auch Arbeitszeiten, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen sind. Und Gegenden, wo sich Hund und Katze gute Nacht wünschen.
Wir können den Aufwand für das behinderte Kind nicht einfach negieren und es steht uns auch nicht zu, das zu kritisieren.
Die Höhe für den Unterhalt der Kinder wird mit der sog. Düsseldorfer Tabelle berechnet und diese gibt eine Mindesthöhe an; hier zum nachlesen: https://www.scheidung.org/kindesunterhalt/
wenn dein Mann allerdings mehr als die Mindesthöhe bezahlt denke ich, dass er einen Antrag stellen kann, damit er nur noch die Mindesthöhe vom Unterhalt zahlen soll
Das will ich auch nicht beurteilen. Ich kann nur nicht verstehen wie man sich Gedanken machen kann den Kindesunterhalt zu verweigern oder zu kürzen. Das wird nach der Einkommenssituation und entsprechender Tabelle festgelegt und ob meine geschiedene Frau mit einem Millionär verheiratet ist, spielt keine Rolle. Der hat nun mal mit meinen Kindern nichts zu tun. Schon bin ich wieder bei der Frage, wie verbessere ich aus meiner eigenen Kraft meine Einkommensverhältnisse.
elfigy, es war nicht meine Absicht, an Deiner Darlegung herumzukritteln! Ich schätze Deine Beiträge sehr. Auch wenn ich es nicht immer beurteilen kann scheinen sie immer von großer Sachkenntnis getragen und sind immer sehr sachlich und augewogen formuliert.

Auch Deine Einschätzung in Deiner letzten Antwort an mich, ist mir sehr nachvollziehbar. Nach einer Trennung bleiben fast immer Scherben und Wunden, die erst mit der Zeit verheilen.

Beide haben aber neue Partner gefunden, mit denen sie hoffentlich glücklich sind und eine liebevolle Beziehung führen. Die Voraussetzungen, das Kriegsbeil über die ehemalige Beziehung zu begraben sollten also vorhanden sein.

Und nicht miteinander zu reden, weil es in der Vergangenheit nicht möglich war, ist ein Kreis ohne Ausweg. Der einzige Weg, ihn zu verlassen ist, es ab und zu eben doch zu probieren. Auch wenn es die eigenen Eitelkeiten verletzt und natürlich mit dem Risiko, eine Abfuhr zu erhalten. Aber schon im Interesse der gemeinsamen Kinder wäre es positiv, wenn der Ton zwischen den Geschiedenen sich normalisieren würde und es möglich wäre konstruktiv miteinander zu reden.

Selbst wenn man sich zunächst nicht einigt und sich statt dessen darauf verständigt, die Berechnung eines neuen Schlüssels einer dritten Instanz, gewissermaßen einem Mediator, zu überlassen, wäre das m.E. konstruktiver, als wenn gleich und unvermittelt ein Brief von einem Anwalt ins Haus flattert.

Vielleicht hat es mit meinem Beruf als Ingenieur zu tun, dass ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe, dass miteinander reden hilft. Je besser das Verhältnis ist, um so einfacher. Aber wenn man gar nicht miteinander redet, dann bewegt sich definitiv nichts.

Insofern, nicht als Kritik an Deinen (vermutlich) völlig richtigen Ausführungen sondern als Ergänzung.
mein erster Ansatz wäre, das Nettoeinkommen nach Möglichkeit herunterzurechnen.
Da sind zunächst mal der Behinderten- und der Pflegepauschbetrag.
Dazu kommen die ganzen Fahrt- und Therapiekosten, (Fahrtkosten natürlich mit dem 30-Cent Pauschalbetrag je gefahrenem KM, nicht die wirklichen Kosten) die nach Abzug der "zumutbaren Belastung" als "außergewöhnliche Belastung" steuerlich geltend gemacht werden können. Da packt man dann auch Medikamente, spezielle Lebensmittel und Pampers herein und der Phantasie sind da zunächst einmal keine Grenzen gesetzt, welche Kosten noch durch die Behinderung verursacht sein könnten (allenfalls irgendwann durch das Finanzamt - aber streiche nie selber etwas vorher, sondern lass die das ggfs. streichen).

Als zweites kommt das von Elfi vorgeschlagene Gespräch mit einem Anwalt, zunächst nur als Beratung. Auch wenn man etwas im Guten versuchen will, sollte man seine Rechte und Möglichkeiten kennen.

Als drittes das Gespräch mit der Ex-Frau. Vielleicht gibt es die Möglichkeit einer Stundung oder einer Leistung in anderer Form als Geld.

Als letztes käme dann (wenn drei nicht funktioniert hat und zwei eine Möglichkeit aufgezeigt hat), das per Anwalt durchzusetzen.

Viel Glück!
Ein Aufruf zum Betrug. Sehr löblich!
Hauptsache gegackert gell.
Das ist kein Betrug, das Gesetz sieht die Geltendmachung von Mehrbedarf für behinderte Unterhaltsberechtigte vor. Nichts anderes wurde hier im Detail aufgezählt.
Inwieweit allen Posten stattgegeben wird, stellt sich dann schon heraus.
Matthew. Grundsätzlich. Mich kannst du gerne auch kritisieren. Ich bin nicht so aufgeblasen, dass bei einem Stich die heisse Luft rausschiesst und nix mehr übrig bleibt. Und ich habe auch schon danebengelangt, besonders wenn ich die Fragen nicht aufmerksam gelesen hatte. :-)
rayer, du hast recht. Warum macht man sich nicht vorher Gedanken über die Familienplanung. Nun ja, deine Eltern haben sich ja offensichtlich auch keine gemacht.
Der war gut, der Doofe! 3 Sterne von mir dafür.
Das erinnert mich an das Gedicht "Die Glocke" von Schiller:
"Der Wahn ist kurz, die Reue ist lang."
Werter Mr. Willoughby, der Gesetzgeber hat ausdrücklich vorgesehen, dass jemand, der in außergewöhnlicher Weise Belastungen ausgesetzt ist, die dem Durchschnittsbürger nicht entstehen, diese Kosten nur bis zu einer gewissen Grenze ganz alleine tragen muss.
Außergewöhnliche Belastungen können Wohnungbrand oder Überschwemmung sein, wo unverschuldet Hausrat verloren ging und Anderes, was ich hier nicht im Einzelnen aufzählen will.
U.a. eben auch Krankheiten:
- dass man die Arztkosten da ansetzen kann, wissen die meisten. Aber kaum einer berechnet die Fahrtkosten zum Arzt.
- alle gucken auf die Rechnungen für das Sorgenkind - aber wenn man erst mal über der Grenzbelastung liegt, dann kann man auch Papas Aspirin und Muttis Zahnreinigung da einbringen
- die Pampers bei einer Zweijährigen sind sicher keine außergewöhnliche Belastung. Für eine Zehnjährige sicher doch. Wo die Grenze liegt? Ich weiß es nicht. Lass das doch den Finanzbeamten entscheiden.

Zusammenfassend: "Betrug" wäre, wissentlich falsche Angaben zu machen. Wahre Angaben zu machen und es dann dem Finanzbeamten zu überlassen, ob er das anerkennt oder nicht, ist kein Betrug.
Wäre es das, wären 95% aller Selbständigen Betrüger und das will doch wohl niemand behaupten oder?
@ing713: immer noch Amos. Ich habe keine Zweitnicks oder Sockenpuppen.
@ing
Das ist ja alles in Ordnung, wenn die Belastungen aufgerechnet werden und die Tabellen Entsprechendes hergeben, bin ich der Letzte, der etwas gegen Kürzungen sagt. Mich stört, und zwar gewaltig, der Blick nach dem geschiedenen Ehepartner. Wie es dem geht, ob er es sich leisten könnte auf den Unterhalt zu verzichten oder ob die einen eigenen Helikopter haben, spielt einfach keine Rolle. Man ist geschieden und hat gefälligst sein Leben selbst in den Griff zu bekommen und zwar mit den zur Verfügung stehenden eigenen Mitteln. Basta.
Wenn ein Vater seine Kinder nicht seinen Verhältnissen entsprechend finanziell unterstützt, ist er ein Schwein.
Da magst du getrost anderer Meinung sein.
Ich mache mal jetzt hier den Amos #1:
Wenn ein Vater seine Kinder
Amos #2:
nicht seinen Verhältnissen entsprechend finanziell unterstützt, ist er ein Schwein.
Da magst du getrost anderer Meinung sein.
Amos #3:
nicht seinen Verhältnissen entsprechend
Amos #4:
unterstützt, ist er ein Schwein.
Amos #5:
Da magst du getrost
Amos #6:
anderer Meinung sein.
Und – zack – habe ich mehr Antworten als er.

🏆
...und offensichtlich auch deutlich nötiger!