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ing793

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Wahnsinn oder nur gerecht? Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen schon heftige Reaktionen aus, was soll man jedoch hiervon halten?

@Martina, Pale-Rider Ähem, dürfte ich kurz zurückverweisen auf die hier einzig gefragte Höhe der Erbschaftssteuer? Dazu, und nur dazu, habe ich mich geäußert. Ich habe auch klar gesagt, dass ich nichts davon halte, den Mittelstand mit Erbschaftssteuer zu belasten (es sei denn natürlich, ihr zählt Multimillionäre noch dazu). Wenn man zu dem Schluss käme, die ganz großen Vermögen zu belasten, dann könnte man parallel darüber nachdenken, wofür man diese Einnahmen verwendet. Man könnte mehr ausgeben ODER den Mittelstand entlasten ODER wasauchimmer. Dazu hatte ich nichts, aber auch gar nichts, in meiner Antwort gesagt. Daher fühle ich mich von diesbezüglicher Kritik nicht getroffen. Ich stimme übrigens mit meinen Vorrednern überein, dass der obere Mittelstand zu viele Steuern zahlt. Er zahlt sie hauptsächlich deswegen, weil sich die Elite (und die Unternehmen) aus dem Solidarsystem so weit wie möglich zurückgezogen hat. Umso erstaunlicher, dass sich die Multimillionäre und Milliardäre ganz fest darauf verlassen können, dass die mit sechsstelligem Vermögen vehement gegen jede Besteuerung hoher Vermögen agitieren, wahrscheinlich in dem Glauben, sechstellig wäre schon hoch. Als grobe Richtung könnte ich mir vorstellen: - Erbschafts- und Vermögenssteuer erst ab ca. 10Mio, darunter keine, darüber aber durchaus in Bereiche von 1-2% Vermögens- und 15-25% Erbschaftssteuer - mit dem Mehreinnahmen Steuern runter für den Mittelstand Meines Erachtens dürften wir da eigentlich nicht allzu weit voneinander sein.

Wahnsinn oder nur gerecht? Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen schon heftige Reaktionen aus, was soll man jedoch hiervon halten?

Es ist ein Gedankenspiel. Wer von Grund auf für sich selber sorgen muss, der entwickelt Biss, Elan und neue Ideen. Die Menschheit lebt seit Tausenden von Jahren davon, dass möglichst viele versuchen, Mehrwert zu schaffen. Natürlich in erster Linie für sich selber, aber in letzter Konsequenz profitiert auch die Allgemeinheit. Das Innovationspotential der Besten sollte also möglichst nicht an mangelnden Ressourcen scheitern Dieser Prozess ist in der heutigen (westlichen) Gemeinschaft weitestgehend abgestellt. Natürlich gibt es immer noch ein paar der Besten im Kreis der Besitzenden, aber wie es so ist mit "den Besten", es ist nur ein kleiner Teil. Eine weitere Gruppe profitiert davon, dass man auch aus Mittelmaß eine Menge herausholen kann, wenn man ihm die beste Förderung zukommen lässt. Aber ein immer größer werdendes Potential wird schlicht nicht genutzt, weil "den Besten" aus dieser Gruppe keine eigenen Ressourcen zur Verfügung stehen. Wir verschenken, nein verschwenden, einen Teil unserer Zukunft, weil den Besitzenden der Biss und den Bissigen der Besitz fehlt. Und das wird an einigen Stellen bereits erkannt: Bill Gates stiftet meines Wissens nach seinem Tod etwa 90% seinen Vermögens, Warren Buffet sogar 99%. Ihre Kinder werden trotzdem mehr Millionen haben, als sie in einem Leben legal ausgeben können. 100% Erbschaftssteuer ab dem ersten Euro ist Unsinn. Es würde jede weitere Entwicklung lähmen, wenn ich nicht beeinflussen könnte, dass es meine Kinder einmal besser haben. Aber 100% Erbschaftssteuer oberhalb eines Freibetrages von -sagen wir- 10 Millionen, meinetwegen auch 50 Millionen oder auch nur 80% - da würde ich zumindest in Überlegungen einsteigen.

Brauchen wir in den Städten die kleinen E-Roller als weiteres organisiertes Verkehrsmittel?

Seit wann ist "brauchen" ein Kriterium??? zu 1) nach meinem letzten Stand gibt es zwei Klassen, die alternativ oder parallel zum Einsatz kommen könnten: - bis 12 km/h wie Fußgänger, - bis 24 km/h wie Fahrräder. Bei letzterem wäre der Zeitgewinn schon erheblich. zu 2) das ist zweifellos richtig (wobei natürlich auch berücksichtigt werden muss, dass auch der CO2-Ausstoß eines Menschen bei einem Fußmarsch höher ist als auf dem Roller) zu 3) wenn es dazu führt, dass die Döspaddel endlich mal wieder nach links und rechts gucken anstatt auf ihr Smartphone, dann wäre das ein angenehmer Nebeneffekt. zu 4) ich würde vermuten, dass die Klientel für Pedelec und e-Roller weitestgehend identisch sind. Da könnten die Folgen sogar geringer werden, wenn die Leute mit den kleinen Dingern fahren. zu 5) lustige Idee - Vermieter sind ja bekannt dafür, dass sie ihre Mietfahrzeuge nicht mehr beachten, sobald sie vom Hof sind ... Das ganze war jetzt zugegebenermaßen auch ein wenig polemisch. Niemand braucht die Dinger - aber soll man sie deshalb gleich verbieten. Ich selber überlege jedenfalls, ob das was für mich wäre. Wenn ich zur Arbeit fahre, ist die letzte sinnvolle Haltestelle des ÖPNV fast 4km von meinem AG entfernt; ein Fahrrad kann ich weder in der Rush Hour im Zug mitnehmen noch kann ich es jede Nacht am Bahnhof stehen lassen. Also fahre ich mit dem Auto. Den kleinen e-Scooter dagegen könnte ich zusammengeklappt auf meinen Schoß nehmen, mit dem wären die 4km dann nur noch halb so wild. Und genau da liegt der Bedarf: bei der Kombination der Verkehrsmittel kann(!) der e-Roller Vorteile des Autos ausgleichen.

Wieviel bleiben von 1 Millarde Euro übrig?

@Stechus: nein, wenn ich von den "Big Four" spreche, meine ich keine lokalen Formularausfüllhelfer. Zitat ARD Tagesschau aus November 2017: "Experten kritisieren die Big 4 scharf Die vier großen Gesellschaften haben das Beratungsgeschäft im Grunde unter sich aufgeteilt, in Deutschland ebenso wie weltweit. Allein hierzulande machten die Gesellschaften 2016 mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz. Nahezu jedes börsennotierte Unternehmen wird von einer der großen vier Kanzleien beraten. "Die Welt hat sich verändert, als die großen Beratungsfirmen anfingen, Steuerminimalisierung als Produkt zu verkaufen", sagte der ehemalige KPMG-Mitarbeiter Richard Murphy im Zusammenhang mit den" Luxemburg Leaks" im NDR-Interview. "Ohne die Big Four gäbe es keine Steueroasen in dieser Welt. Man muss das ganz deutlich sagen: Die Big 4 sind in jeder Steueroase dieser Welt aktiv." Murphy setzt sich heute für Steuergerechtigkeit ein. Die "Big 4" sind regelmäßig auch beratend für Regierungen tätig. Die Bundesregierung vergibt ebenfalls immer wieder Aufträge an die Firmen. Wirtschaftsprofessor und Steuerexperte Prem Sikka von der Universität Essex sagte dazu im NDR-Gespräch: "Ich halte es für ironisch, dass die Steuervermeidungsindustrie von Steuergeldern bezahlt wird. Wenn Regierungen gegen diese Industrie vorgehen wollen, müssen sie ihr auch die Ressourcen entziehen. Die Grundregel muss sein, dass niemand, der an Steuervermeidung beteiligt ist, öffentliche Aufträge erhält." - Zitat Ende Diese Firmen gehen in die Unternehmen und stellen den Bedarf fest, anschließend gehen sie ins Finanzministerium und schreiben dort die Steuergesetze mit den erforderlichen Lücken, zuletzt verkaufen sie das Wissen um die Ausnutzung der Lücken zurück an die Unternehmen. Das könnte man wissen, wenn man die Berichte rund um Cum Ex und die Panama Papers verfolgt hat und dabei sein Augenmerk nicht nur auf die boulevardträchtigen Maschmeyer und Messi gerichtet hat.