User Image User
User Image User

Noch Fragen?

ing793

Aktiv seit: 04.07.2011
0 Fragen in den letzten 30 Tagen
Alle Fragen von
ing793
107 Antworten in den letzten 30 Tagen
Alle Antworten von
ing793

Werden in der DDR Geschiedene heute ungerecht behandelt?

Im Westen war und ist es so, dass am Ende einer Ehe die erworbenen Rentenansprüche geteilt werden. Der Hauptverdiener (in der Regel der Mann) gibt Rentenpunkte an den anderen (in der Regel die Frau). Ob der Unterschied darin lag, dass einer zu Hause bleiben wollte oder musste, war ziemlich egal. Die Ehe war eine Einheit und die in der Ehe gemeinsam erworbenen Ansprüche wurden geteilt. Auf diese Weise haben im Westen viele Frauen zumindest eine Grundversorgung erworben. "Bezahlt" wird diese Grundversorgung de facto durch ihre ehemaligen Ehemänner, die entsprechend weniger Rente erhalten. Ich finde das grundsätzlich gerecht. Es lässt den Ehepartnern die Wahl, ob jeder ein bischen arbeiten will oder einer viel und der andere hält ihm den Rücken frei. Im Osten war das nicht so. Am Ende der Ehe nahm jeder seine Rentenansprüche mit. Und da es im Osten mit der Arbeitsteilung im Grunde nicht anders war, als im Westen (Frauen blieben eher mal zu Hause, ob gewollt oder gemusst ist immer noch egal), haben diese Frauen weder eigene Ansprüche erworben noch ihren Teil der Männerrente erhalten. Da sind die Frauen benachteiligt, die Männer bevorteilt worden. Das betrifft im Osten sicherlich weniger Frauen, weil mehr von ihnen selber gearbeitet haben. Aber es gibt eben auch eine Reihe, die nicht oder weniger gearbeitet haben. Das war ihre Entscheidung und das war ihr gutes Recht, so wie im Westen auch. Den Männern ihren Vorteil wegnehmen kann und will keiner (zumal auch dieser Vorteil zu wenig üppigen Renten führt). Aber es gibt Überlegungen, den Frauen ihren Nachteil auszugleichen.