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StechusKaktus

StechusKaktus

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StechusKaktus
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Bart nach Unfall abrasiert, Arzt verklagen?

Das ist eindeutig eine Frage für unsere Rechtsgelehrten (in Anlehnung rayer) a) Körperverletzung nach 223 StGB: Jemandem die Haare ungewollt abschneiden ist eine Körperverletzung in der Variante der körperlichen Misshandlung. Voraussetzung ist dabei, dass dies gegen bzw. ohne den Willen des Betroffenen geschieht. (Der Gesetzgeber hatte bei diesem Paragraphen jedoch weniger die von dir geschilderte Situation vor Augen als vielmehr ein "ehrabschneidendes Haareabschneiden", zum Beispiel bei Frauen, für die lange Haare ein wichtiges Element sind und die von Männern abgeschnitten werden, um Macht zu demonstrieren) Würdigung: Es kommt auf die Umstände an: Wenn der Arzt vermuten kann, dass der Bart Gesichtsstellen verdeckt, die eine Behandlung erfordern, kann von «ungewollt» wohl kaum die Rede sein. Demnach wäre der Tatbestand der körperlichen Misshandlung eher nicht erfüllt. Hat sich der Verletzte jedoch lediglich einen Holzspan in den Finger getrieben, erschiene mir das Rasieren durchaus als überzogene Reaktion. Wobei man sich natürlich hier die Frage gefallen lassen müsste, warum der Behandelte dies nicht zu Beginn der Rasur monierte. b) Moral Wenn einem jemand in der Not hilft sollte man (ich weiss, das Wort ist sowas von veraltet) Dankbarkeit ihm/ihr gegenüber zeigen und nicht alberne Schäden beklagen. Denn das würde dazu führen, dass demnächst keiner mehr hilft. Mir reicht es schon, dass sich die Geretteten darüber beklagen, dass man ihnen die Hose aufschneidet, um Wunden zu versorgen.