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StechusKaktus

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Aktiv seit: 16.03.2010
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Wahnsinn oder nur gerecht? Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen schon heftige Reaktionen aus, was soll man jedoch hiervon halten?

Wahnsinn oder nur gerecht? Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen schon heftige Reaktionen aus, was soll man jedoch hiervon halten?

Der massgebliche Denkfehler bei KK besteht für mich darin, dass er den Begriff «demokratische Kontrolle» so vorbehaltslos positiv belegt und in Zweifel zieht, dass erst ein Anreizsystem die Menschen zu guten Leistungen antreibt. Zwar ist es geübte Praxis, dass das durch die stärker belasteten «starken Schultern» erzielte Umverteilungsvolumen unter «demokratischer Kontrolle» an weniger starke Schultern gegeben wird. Bereits dieser Prozess birgt aber Reibungsverluste, indem ein Teil des Volumens in die staatlichen Behörden fliesst, die sich um diese Umverteilung kümmern. Überschreitet das Umverteilungsvolumen eine gewisse Grösse, gibt es mehrere Effekte: 1. Arbeitnehmer, die keinen nennenswerten Nutzen mehr von Mehrarbeit haben, schränken oder stellen diese ein 2. Die Behörden blähen sich auf und verwenden immer mehr Mittel dafür, sich selbst zu verwalten Im Ergebnis sinkt das Volumen, das umverteilt werden kann. Was übrigens nicht das durchschnittliche Glücksgefühl herabsetzen muss. Die Frage ist doch: Wovon hängt das Lebensglück ab? Frau Klatten ist sicher nicht überdurchschnittlich glücklich. Trotz dieser pervers hohen Dividendenzahlung, die sie jedes Jahr bekommt. Sie steht aber für die Hoffnung, durch die Beteiligung an Aktiengesellschaften reich zu werden. Wäre die Bevölkerung im Durchschnitt glücklicher, wenn sie die Dividenden abgeben müsste? Wohl kaum. Kim Kardashian erhält für ein Instagram-Photo bis zu einer halben mio. USD. Ist das fair? Sie gibt aber Millionen Girls die Hoffnung, mit Nichtstun reich zu werden. Zu meinem Glück gehören neben Personen auch eine saubere Umgebung. Diese gibt es erfahrungsgemäss nur im Kapitalismus (oder in Naturvölkern, zu denen es keinen Weg zurück gibt). Warum? Siehe oben! Sobald der «Verteilungskuchen» klein wird, ist für Umweltschutz kein Geld mehr da. Was natürlich denjenigen auch nicht so kümmert, dessen Glück vom Besitz des neuesten Smartphones oder SUVs abhängt. Es ist wert sich Gedanken darüber zu machen, wie man das «Glückslevel» der Bevölkerung erhöht. Eine Diskussion über Umverteilung und Kollektivierung führen dabei aber wahrscheinlich in die Irre.

Wieviel bleiben von 1 Millarde Euro übrig?

Ich versuche zu sortieren: 1. Der Fragekontext mit "Autokonzern" und "Enteignung" zielte für mich deutlich auf einen Deutschen Hersteller, daher das Beispiel Daimler. 2. Selbstverständlich versucht jeder Konzern, seine Steuern möglichst dort zu zahlen, wo die Sätze niedrig sind. Gesteuert wird das über die Verrechnungspreise innerhalb des Konzerns (Transferpreise). Diese Transferpreise folgen aber strengen Regeln und können nur innerhalb gewisser Bandbreiten festgesetzt werden. Da gibt es auch keine objektive "Wahrheit". Denn was könnte denn ein Marktpreis von irgendwelchen halbfrtigen Produkten geben, die von einem an den anderen Unternehmensteil verkauft werden, um ihn dort weiterzuverarbeiten? 3. Meine Aussagen bezogen sich nicht auf internationale Konzerne wie Apple oder Starbucks, die mit ihren Lizenzmodellen die Steuern hinterziehen. Ich kaufe deswegen niemals Kaffe bei Starbucks. 4. Die Neigung von US-amerikanischen Unternehmen, Steuersparmodelle einzurichten, ist grösser als bei den Deutschen, weil deren Manager häufig nach Cash Flow gesteuert werden. Und Steuerausgaben reduzieren diesen. 5. Die Rechnungslegungsgrundsätze haben sich in den letzten 30 Jahren deutlich geändert. Während Unternehmen früher z.B. durch die Bildung von stillen Reserven und anderen lockeren Regeln (Bestechungsgelder minderten das Ergebnis) ihr Ergebnis fast selbst bestimmen durften, müssen sie heute unter IFRS deutlich höhere Ergebnisse ausweisen. In der Konsequenz sind natürlich die Steuersätze gesunken, damit die Steuerlast nicht zu hoch wird. 6. Es gibt keine "Wahrheit" beim Unternehmensergebnis. Von daher erübrigt sich diese komische Milliardendiskussion.

Ist es ein Kennzeichen von einfachen Gemütern zu glauben, die Antwort auf komplexe Fragen zu haben?

Ist es ein Kennzeichen von einfachen Gemütern zu glauben, die Antwort auf komplexe Fragen zu haben?

Der Charakter dieser WC hat sich in den letzten Jahren immer wieder geändert. Neben den Fragen, für die diese WC eigentlich gedacht war, kam es auch immer wieder zu Diskussionen rund um gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Themen. Einzelne Teilnehmer haben sich daran schon immer gestört. Nach meiner Wahrnehmung gab es früher dennoch interessante kontroverse Diskussionen, in denen die Teilnehmer sich im Grossen und Ganzen zunächst unterstellten, ein gutes Ziel erreichen zu wollen, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln. Heute ist das anders. Andere Lösungswege werden (von Ausnahmen abgesehen) nicht mehr diskutiert. Stattdessen wird im Eingangsstatement dem/der Diskussionspartner(in) eine gute Absicht abgesprochen oder ihm/ihr im Vornhinein Dummheit unterstellt. Damit ist dann keine Diskussion unterschiedlicher Lösungswege mehr möglich. Diese Phänomen ist bekannt und wurde schon in Büchern erklärt. „Social Media macht Sie zum Arschloch“, stellt Jaron Lanier in seinem Buch fest. Das Muster beschreibt der Tech-Experte so: „Entweder gerät man in einen von Arschlöchern ausgelösten Shitstorm oder alle sind super vorsichtig und aufgesetzt nett. Die größten Arschlöcher ziehen die meiste Aufmerksamkeit auf sich und daher bestimmen sie letztlich häufig die Atmosphäre einer Plattform.“ Aus:https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/palmer-und-deutsche-bahn-warum-reagieren-so-viele-darauf-mit-hass-61440636.bild.htm lch finde diese Erkenntnis auch für diese WC zutreffend. Im Ergebnis wird anstelle über relevante gesellschaftliche Themen darüber diskutiert, ob einzelne Forumsteilnehme ihn lieber links oder rechts tragen. Ich für meinen Teil habe daraus gelernt, dass dieses Forum bis auf weiteres keines ist, in dem ich weiter diskutieren will. Es ist ja auch nie dafür gedacht gewesen.