User Image User
User Image User

Noch Fragen?

Matthew

Matthew

Aktiv seit: 30.11.2015
16 Antworten in den letzten 30 Tagen
Alle Antworten von
Matthew

Wahnsinn oder nur gerecht? Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen schon heftige Reaktionen aus, was soll man jedoch hiervon halten?

Das mit dem "Glücksgefühl" ist sicherlich erst einmal ein sinnvolles Kriterium. Neben dem Glücksgefühl, geht es aber auch um die Frage der "Stabilität" eines sozialen Gefüges. Soziale Unterschiede sind zwar grundsätzlich erst einmal ok. Wenn man allerdings zulässt, das sie ins Unermessliche wachsen, dann fliegt einem das Ganze irgendwann um die Ohren. Will man das vermeiden, dann gehören dazu selbstverständlich Überlegungen, die Umverteilung von Arm zu Reich, zu begrenzen und auszugleichen. Da an die Erbschaftsteuer zu denken ist sicherlich nicht abwegig. 100% Erbschaftssteuer springt trotzdem dramatisch zu kurz. Meiner Ansicht nach wäre auch zu unterscheiden, zwischen einem Wirtschafts-System in Not-Zeiten, z.B. der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg oder in anderen Teilen der Erde, nach einem verheerenden Erdbeben, Wirbelsturm, Überschwemmung oder Dürre einerseits und Zeiten und Regionen mit einer zunehmenden Sättigung der Märkte andererseits. Es geht nicht um Neid, sondern um eine nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft und ihrer ökonomischen Grundlagen. Und um die Erkenntnis, dass Ökonomie zwar eine wesentliche, aber eben nicht die einzige Grundlage von Wohlergehen und Glücksgefühlen sind. :::: Auch wenn ich mich wiederhole: Wachstum gibt es vor allem in Mangel-Situationen, um aus dieser Situation heraus zu gelangen. Und Zinsen werden aus dem Wachstum bezahlt. Fehlt dieses Wachstum dann wirken Zinsen kannibalisierend. Und das ist schlecht für große Teile der Gesellschaft (und für deren Glücksgefühle). Dass es neben der extrinsischen Motivation durch Geld auch intrinsische Motivation gibt, ist zum einen in zahllosen psychologischen und soziologischen Experimenten sehr gründlich erforscht. Das spiegelt sich auch darin wieder, dass der größere Teil unseres Wohlstands durch ehrenamtlich in nicht-monetärer Arbeit erwirtschaftet wird. Was in der BWL-Religion aber in der Regel keine Beachtung findet, weil es ausserhalb dessen stattfindet, womit BWL sich beschäftigt.

Warum hat man nicht gleich nach dem Krieg das so gemacht?