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Matthew

Matthew

Aktiv seit: 30.11.2015
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Matthew

Wie viel an pädagogischem Sachverstand fehlt den Quereinsteigern unter unseren Lehrern?

Ein bisschen Eitelkeit wird wohl auch eine Rolle spielen, wenn „gelernte“ Lehrer auf den pädagogischen Anteil hinweisen. Aber es wäre unlauter, ihnen zu unterstellen, es sei nur Eitelkeit. Und ja, die Fähigkeit, sich in Andere hinein zu versetzen, kann man nicht unbedingt aus Büchern lernen. Fehlersuche im technischen Bereich übrigens auch nicht. Man braucht da schon auch ein Händchen für. Ich gebe gelegentlich Nachhilfe im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich für Kinder aus der Nachbarschaft, Verwandtschaft oder aus dem Freundeskreis. Zum einen würde ich Fachdidaktik im weiteren Sinne zum pädagogischen Handwerkszeug zählen. Und nein, Empathie alleine reicht für Fachdidaktik nicht aus. Zum Anderen erlebt man da auch anderweitig skurrile Konstellationen: Mädchen in der Pubertät, die glauben, wenn sie gut in Mathe sind, würde sie das unweiblich machen und sie müssten es deshalb vermeiden so gut sie können. Oder Eltern (Vater Anwalt, Mutter Dolmetscherin), die Ihren Kindern erzählen „Wovon sollst Du es denn haben? für uns war Mathe auch immer das Horror-Fach!“ Um solche Einstellungen zu überwinden, reicht weder das Fachwissen des Unterrichtsfachs, noch die reine Fachdidaktik. Mit Lehrern, Pädagogen oder auch Mathematik-Didaktikern in meinem Bekanntenkreis diskutiere ich das aber durchaus mit großem Gewinn. Kenntnisse in Didaktik, Pädagogik und Psychologie sind zwar nicht Alles, sie sind aber ein durchaus wichtiger Teil des Fundaments. Auch wenn es natürlich ein paar Lehrer gibt, die besser Ihr Lehrgeld zurück zahlen sollten, ich habe vor der Lehrer-Ausbildung großen Respekt. Und was meine Erfahrungen aus meiner eigenen Schulzeit betrifft. Der größere Teil der Lehrer wussten sehr gut, was sie tun, sowohl in didaktischer, als auch in pädagogischer Hinsicht. Und ja, ein paar schwarze Schafe hat es auch gegeben, sowohl faule Kotzbrocken, als auch freundlich-gutmeinende Fachidioten. Aber die kann ich an einer Hand abzählen. Deshalb noch einmal: Ich habe sowohl vor der Lehrer-Ausbildung, als auch vor der täglichen Arbeit von Lehrern großen Respekt.