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Jonathankinderkram

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Jonathankinderkram
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Jonathankinderkram

Wie funktioniert die menschliche Evolution?

Die physiologische Leistungsfähigkeit erscheint weitgehend ausgereizt. Die meine ich mit der Kurve, die allmählich zur Horizontalen abflacht. Es wird in 1000 Jahren wohl keinen Menschen geben, der 15 Meter weitspringt. Dazu braucht es mindestens den Bewegungsapparat und die Sprungtechnik eines Känguruhs. In wissenschaftlich/technischer Hinsicht ging die Entwicklung tendenziell vom Individuum zum Kollektiv über. Im Unterschied zu früheren Zeiten, in denen oft Weltanschauung, Religion und Aberglaube einen Riegel vorschoben, wissen moderne Gesellschaften die Forschung zu schätzen und wie man einen Wissenschaftsbetrieb möglichst effektiv gestaltet. Die meisten lösen im Team wohl nur noch winzige Detailaufgaben wie das berühmte Rädchen im Getriebe, ein Mastermind fügt die Einzelergebnisse dann sinnvoll zusammen. Die Spezialisierung wird notgedrungen weiter gehen, es wird in der Tat immer schwieriger sich im Lauf eines kurzen Lebens all das kumulierte Grundlagenwissen anzueignen, um daran anzuknüpfen. Vermutlich werden das wohl zunehmend Computer erledigen. (Natürlich kann man Wissen nicht vererben, sondern nur auf das weiße Blatt der ausgereiften Gehirne der nachfolgenden Generation weiter fortschreiben.) Die ursprünglichen Faktoren der Evolution spielen heute für den Menschen kaum mehr eine Rolle. Der Mensch hat sich weitgehend unabhängig davon gemacht. Während z.B. früher Menschen mit Behinderung kaum eine Überlebenschance hatten (natürliche Selektion), konnte ein Stephen Hawking zu einem herausragenden Glied der Gesellschaft avancieren.

Wie viel an pädagogischem Sachverstand fehlt den Quereinsteigern unter unseren Lehrern?

Ing793 Warum sollte ich mir zusätzliche Gedanken machen wer im Forum hinter einem Pseudonym steht? Was zählen sollte ist nur die Qualität der Beiträge sowie der Austausch von Erfahrungen, was zwangsläufig auf das Format dahinter schließen läßt. Leider halten viele Foristen Zynismus für eine überlegene Geisteshaltung und grätschen mit ihren Kommentaren völlig losgelöst von der ursprünglichen Fragestellung in einen Dialog oder pervertieren notorisch Sachdiskussionen zu kleinen anonymen Schlammschlachten mit persönlichen Attacken usw. Vielleicht als Mittel gegen Langeweile - ich weiß es nicht, hab dafür zu wenig Sinn. Zum Thema: nach 35 Jahren in meinem Job (Sozialpädagoge) halte ich - abgesehen von ganz wenigen Störungsbildern bei Kindern/Jugendlichen - die im Studium erlernte Pädagogik für Nonsens. Was Du brauchst ist eine gute Wahrnehmung, genügend Emphatie für die Anvertrauten und Authentizität, wobei es diese Fähigkeiten wohl nur im Verbund gibt. Dazu kommst Du, wenn Du mit Dir selbst im Reinen ist. Der Pädagogiksektor von der Schule über die Jugendhilfe bis hin zur Kinder- und Jugendpsychiatrie ist durchsetzt von Personen, die darin ihren Gelderwerb sehen und den versucht man sich so erträglich wie möglich zu gestalten, d.h. Kinder sollen funktionieren, was juckt mich eine kaputte Niere in 10 Jahren nach täglicher Einnahme von Ritalin, Concerta etc. "Fachwissen" wird leider viel zu oft dazu benutzt die eigene Begrenztheit als wasserdichte "objektive" Dokumentation zum Klienten zu verkleiden.

Wie viel an pädagogischem Sachverstand fehlt den Quereinsteigern unter unseren Lehrern?

Guten Morgen Frau Lempel, wir kommen einem Konsens schon näher. Fachlich braucht ein Lehrer eine solide Kompetenz in seiner Fachdisziplin, die hat ein Praktiker - erweitert um die Fähigkeit passende Beispiele aus seiner vorangegangenen Berufspraxis mitzuliefern. Der Rest: ich muß bereit sein mich auf die Verständnißebene des Schülers "herab zu lassen", ihm eben nicht defacto permanent mitzuteilen : ich verstehe nicht, warum du das nicht verstehst - versehen mit arrogantem Dekor. Dazu braucht es EMPHATIE - richtig - und Geduld. Solange Du nicht aufgibst etwas verstehen zu wollen gebe ich nicht auf es Dir wieder und wieder zu erklären bis du es kannst. Das sind Tugenden, die mit persönlicher Reife zusammenhängen und nicht intellektuell erworben werden können. Die gesamte Ausbildung im pädagogischen Sektor krankt am Mangel an Selbstreflexion. Es wird fast der Eindruck erweckt diese Fähigkeiten ließen sich durch einen guten Abschluß nebenbei erwerben. Heraus kommen z.T. Persönlichkeiten die erlerntes psychologisches/pädagogisches Wissen in künstliches Verhalten umsetzen ohne Authentizität/Wahrnehmung. Kleines Beispiel: In Methoden der Sozialarbeit wurde mir damals angetragen mich mit Klienten übern Tischeck zu unterhalten - ohne Tisch zu distanzlos und über die Tischbreite zu wenig persönlich. Entweder ich habe ein Gespür für die richtige Distanz oder eben nicht. Die Kids spüren den Unterschied und bezeichnen solche Menschen bisweilen als Fuzzies. Als Handwerkszeug lasse ich didaktische Schritte gelten, die z.B. in Mathematik eine neue Rechenart vermitteln oder Methoden wie man das Interesse an einem an sich nüchternen Thema hochhalten kann.

Wie viel an pädagogischem Sachverstand fehlt den Quereinsteigern unter unseren Lehrern?

Ja Frau Lempel, so einfach ist es eben nicht mit der Lebenserfahrung, das ist kein Automatismus. Aber in 35 Jahren Berufserfahrung habe ich soviele Nieten erlebt in gehobenen Positionen (Schulleiter, Heimleiter, Diplompädagogen usw. ) , um diese -auch meine -Ausbildung relativieren zu können. Manch einer studiert gar (Sozial) Pädagogik, um anschließend seine eigenen Macken an Klienten therapieren zu können. Du kannst Dein Diplom in Pädagogik mit einer 1 absolvieren und trotzdem können Dich Kinder ablehnen. Emotionales, aber auch intellektuelles Lernen spielt sich auf einer Ebene ab, für die es eine Beziehung braucht, ohne diese verweigern sich Kinder in allen Variationen. Merkwürdigerweise sind da oft "einfache Menschen- Putzfrauen, Hausmeister usw. im Vorteil, weil sie manchmal einen besseren Blick für die Verfassung der Kiddies haben als sogenannte Pädagogen, die in ihren Schablonen haften. Und weil sie oft authentischer wirken. Und Authentizität kann man eben nicht auf intellektuellem Weg erlernen. In 35 Jahren hab ich verstanden, dass Pädagogikwissen auch dem Zeitgeist unterworfen ist - also eine Art Modeerscheinung. Während meiner Studienzeit hat man die meisten Störungsbilder auf erlittene Stigmatisierung zurückgeführt, heute "schwärmen" Pädagogen von Traumatherapie oder jonglieren mit Begriffen wie Borderline usw. Für die Kiddies eine Tortur und wenns schief geht schiebt man die Kinder ab oder weiter und formuliert eine fachliche wasserdichte Erklärung, mit der die eigene Unfähigkeit kaschiert wird..