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elfigy

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Werden in der DDR Geschiedene heute ungerecht behandelt?

Stechus, du kannst bezüglich des Anteils berufstätiger Frauen nicht die späten Jahre in der DDR mit den Jahren in den 50gern, 60gern und Anfang der 70ger gleichsetzen. Die Frauen, die jetzt in Rente sind, hatten aber die Fehlzeiten damals, als es noch nicht Kitas für alle gab. Und die Rollenverteilung war dieselbe. Es gab in den 60ger Jahren eine Broschüre für die Ehemänner, in denen man ihnen versprach, dass sie keine Einbußen an Bequemlichkeit haben werden, wenn die Frauen arbeiten gehen. Und man verwies auf moderne Haushaltshelfer wie Schnellkochtöpfe, Waschmaschinen usw, die den Frauen viel Freizeit bescheren, die sie auch dafür nutzen könnten, dass sie zur Arbeit gehen. Die Arbeitsteilung war nicht anders als im Westen. Damit ist die Familien- und Hausarbeit gemeint. Später bekamen die Frauen (!) einen Hausarbeitstag zugebilligt. Ich kenne persönlich eine ganze Reihe Frauen in Sachsen, die nicht durchgehend arbeiten konnten, oder die Teilzeit arbeiteten. Das sind Frauen, deren Kinder jetzt zwischen 50 und 60 Jahre alt sind. Wer glaubst du, hat dort die Alten gepflegt? Ich kenne einen Ort, da gab es in der DDR für arme Rentnerinnen kostenlosen Mittagstisch. Die Frauen arbeiteten nämlich auch (wie bei uns) überwiegend in den schlechter bezahlten Berufen. Auch wenn später viele Frauen technische Berufe hatten, das ist alles bekannt. Übrigens sind die meisten Frauen, die von der ungerechten Regelung betroffen waren, schon gestorben. Es waren mal 800.000, übrig sind noch 300.000

Werden in der DDR Geschiedene heute ungerecht behandelt?

Auch viele Frauen in der DDR haben lückenhafte Beitragsbiographien. Kitas für alle gab es erst ab Mitte der 70ger Jahre. Viele pflegten auch die Eltern. Außerdem verdienten auch in der DDR die Frauen weniger als die Männer. Manche arbeiteten teilzeit, weil der Pascha zuhause es so wollte. So fortschrittlich uns die DDR bei manchen Regelungen vorkommt, die Bevölkerung hing da auch an den traditionellen Rollen. Von den älteren Frauen konnten also nicht alle durchgehend arbeiten. Die geschiedenen Frauen sind durch unser Rentensystem benachteiligt und ungerecht behandelt worden. Ich versuche mal, das so kurz wie möglich zu erklären. Die Frauen, die aus oben erwähnten Gründen nicht durchgehend arbeiteten, mussten einen symbolischen Betrag von drei DDR Mark in die Rentenkasse zahlen. Das wurde dann nach der Wiedervereinigung bei uns als Zahlung aufgrund eines Einkommens gewertet und nicht aus ausgleichsberechtigte Fehlzeiten. Es zog aber die Rente ganz tief nach unten. Der Frauenrechtsausschuß der UN, alle Bundesländer und die Parteien erkannten, daß das ein Unrecht ist. Einen Versorgungsausgleich nachträglich zu berechnen ist unmöglich. Die Frauen sollen nun einen Ausgleich aus einem Fond für Härtefälle bekommen. Das steht auch so im Koalitionsvertrag. Es hat für die Frauen wesentliche Auswirkungen. Wenn die Rente anstelle der Grundsicherung erhöht wird, können die Frauen etwas dazu verdienen. Außerdem sind sie dann kein Sozialfall mehr. Das ist für die betroffenen Frauen persönlich wichtig, weil sie ihre Lebensleistung gewürdigt sehen.