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Noch Fragen?

Gast

Verstärker kaputt?

Gestern lief mein Mittelklasseverstärker von Denon heiß. Die Musik ging aus, aber das Display leuchtete. Heute geht er nicht mal mehr an. Das Display leuchtet nicht. Tot.

Was kann kaputt sein und wie aufwändig schätzt ihr eine Reparatur ein?
Frage Nummer 3000016169
Antworten (17)
Im Schnitt kostet das 275,83 Euro. Mal mehr, mal weniger.
Ferndiagnosen sind schwierig, aber dass gestern das Display nach dem Ausfall noch leuchtete, kann an den noch geladenen Kondensatoren gelegen haben. Wenn er heute nicht mehr angeht, kann es am Netzteil liegen. Schau mal auf der Rückseite des Gerätes nach, ob es dort Feinsicherungen gibt. Nur dass er heiß lief, passt nicht ins Bild. Woran hast du das festgestellt? Wie oben schon gesagt, Ferndiagnosen sind schwierig.
Ich habe auch so einen Verstärker.
Dazu bin ich mir sicher, dass er kurz vor dem kaputtgehen noch einwandfrei funktioniert hat.
Versteh das ganze nicht . . .
Ich würde am Ort einen kompetenten Hifihändler, der noch selbst repariert und das Gerät nicht gleich an den Hersteller schickt, aufsuchen und ihn mit der Reparatur beauftragen.
Nur das Öffnen und die Suche wird vermutlich schon soviel kosten, dass sich die Frage einer Neuanschaffung stellt.
Das kann ich so nicht bestätigen: hier am Ort gab es ein kleines Elektrogeschäft mit Werkstatt. Dort konnte fast alles repariert werden. Die Reparatur eines Toasters, der sonst bei ebay gelandet wäre, kostete mich 20 Euro. Perfekt!
wokk
Vielleicht solltest Du die Preisklasse bei Denon mal anschauen. Mittelklasse kann da auch mal 1000€ aufwärts bedeuten. Da denkt man schon an eine Reparatur.
Ich hab noch eine Denon Endstufe POA-2400 aus dem Ende der 80ger mit entsprecheneder Vorstufe an meinen auch schon in die Jahre gekommenden JBL TI 5000 im 2x2 (also benutz eine Stufe für Hoch und Mittel und eine Stufe nur für den Bassbereich) Betrieb, das Ding macht noch soviel Wumms das beim Nachbarn die Teller im Regal wackeln.
Allerdings hat diese Endstufe schon eine Protect-Schaltung das die Stufe vorher abschaltet ehe was passiert.
Was bei Elektronik erfahrungsgemäß als Erstes über die Wupper geht, sind die Elektrolykondensatoren (kurz: Elkos).
Zum Glück ist das meist gut zu sehen, weil sich Elkos dabei meist aufblähen. Manche Elkos haben im Gehäuse eine Sollbruchstelle, dann ist es noch deutlicher zu sehen.
Am günstigsten ist es nach solchen Kondensatoren zu suchen und sie durch ein äquivalentes Bauteil zu ersetzen. Das sind Standard-Bauteile, die ein Fachmann normalerweise im Materialschrank hat. Je nach Kapazität des Elkos, kosten die im Einkauf ca. 30cent bis wenige €.

Wenn's, danach noch nicht geht, muss man wirklich auf Fehlersuche gehen.
Dann wird es entsprechend aufwändiger.
Da das Display nicht mehr leuchtet ist vermutlich die Stromversorgung mit betroffen. Vermutlich ein Folgefehler.

Der Löwenanteil beim Preis ist die aufgewandte Arbeitszeit. Das häng auch davon ab, wie einfach sich das Gerät zerlegen lässt, um an die entsprechenden Lötstellen zu kommen.

Das kann eine Sache von 20 Minuten sein, wenn es wirklich die Elkos sind, und alles gut erreichbar ist. Kann sonst aber auch erheblich aufwändiger werden.

Viel Glück!
Dann musst du noch jemanden finden, der noch löten und nicht nur durchnummerierte Platinen austauschen kann.
Wird sich bei deinem Teil wohl noch lohnen.
Ich fürchte, die Frage ist weniger ob es sich lohnt, sondern, wer kann das noch überhaupt noch reparieren?
Ich kenne nur noch ganz wenige Betriebe, die über das Wissen und die Logistik für die Beschaffung der Ersatzteile verfügen und sich zudem noch die Mühe machen Unterhaltungselektronik zu reparieren.
Bei Discountern mußt du nicht nachfragen, die wollen verkaufen, keinesfalls reparieren, meist nicht einmal im Garantiefall.
Hilfreich ist oft auch der Schaltplan, der vielen analogen Geräten früher beilag.
Wenn du einen guten Fachhändler oder Reparaturbetrieb kennst, würde ich das Teil zumindest einmal zu ihm bringen und nachfragen.
Ausserdem die Bauteilbeschaffung.
Niemand will heute noch länger als 5 Jahre die entsprechenden Bauteile bereithalten.
Man kann sie zwar noch bekommen, allerdings zu Mondpreisen (von spezialisierten Händlern).
Das trifft natürlich nicht für Standardteile zu wie C oder R, wenn man allerdings einen speziellen Transistor oder Thyristor braucht - und wir sprechen noch nicht über integrierte Schaltungen - ist man schnell am Ende.
Wie schon gesagt. Die Chancen stehen relativ gut, dass ein Elko die Ursache ist. Elkos sind Standardbauteile, die für einen Appel und ein Ei zu bekommen sind.
Wenn's das nicht ist, gilt allerdings das von den Vorrednern gesagte.

Vielleicht hilft ein Repair Café. Das sind Veranstaltungen, bei denen meist Fachleute in Rente, Arbeitslose, Studenten, die Praxiserfahrung sammeln wollen, oder auch Firmeninhaber, die auf diese Weise ein bisschen Werbung für sich machen, dabei behilflich sind, Geräte zu reparieren die eigentlich einfach zu reparieren sind, bei denen sich das in einer Fachwerkstatt aber, wegen der Kosten, nicht mehr lohnen würde.

Das nächstgelegene Repair Café und eine Kontaktmöglichkeit kannst Du hier suchen.
Du reparierst dann auf eigenes Risiko, aber unter fachkundiger Anleitung. Arbeitsschritte, die man einem Laien besser nicht überlässt, und Fehlereingrenzung wird dann meist auch von denen jeweiligen Fachleuten übernommen.

Viel Erfolg!
@ Matthew

Es ist mir schon passiert, dass ein durch Kurzschluss durchgeschossener Elko im Netzteil die Endstufe zerstört hat. Da war nicht nur der Elko hin, sondern auch der Endstufentransistor. Wenn der Gast nicht die Kenntnisse zur Reparatur hat, müsste er halt jemanden finden, der das kann. Und der müsste, wie schon erwähnt, auch die nötigen Ersatzteile besorgen könnte. Da sehe ich auch schwarz.
Ergänzend zur Erläuterung: Ein Elektrolyt-Kondensator (Elko) ist technisch ähnlich aufgebaut, wie ein Akku.
Genau, wie bei einem Akku auch, zersetzt sich im Laufe der Jahre das Elektrolyt chemisch. Die Kondensatoren müssen dann ausgetauscht werden.
Bei dem Zersetzungsprozess entstehen Gase, die dazu führen, dass sich die Wände des Kondesators aufblähen. Man kann sie deshalb oft einfach durch hinschauen erkennen.
@Dorfdepp,

ja, sowas kommt natürlich vor.
Es gibt natürlich keine Garantie, dass es einfach zu beheben ist, aber die Chancen stehen gut für einen Versuch.
@ Matthew
Bei mir war es damals ein Uher Variocord, noch mit Germanium-Transistoren. Den defekten Komplentärtransitor habe ich durch einen 2N2955 ersetzt, klang Scheiße, aber es ging wieder. Die Wiedergabe über die Stereoanlage war nicht betroffen. Ich wäre sehr vorsichtig, dem Gast übertriebene Hoffnungen zu machen. Versuchen kann er es natürlich, aber ihm sollte klar sein, dass das ein absoluter Glücksfall wäre.