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Noch Fragen?

Warum denken Kaufleute anders als ich?

Egal ob ich Kleidung oder Schuhe kaufen will, immer sind die mittleren Größen vergriffen, die kleineren und größeren werden später irgendwann verramscht. Warum können sich Kaufleute und Produzenten nicht darauf einigen, gemäß der Nachfrage zu ordern und zu produzieren? Da hätten doch alle mehr davon, Hersteller, Verkäufer und Kunde.
Frage Nummer 83491
Antworten (16)
Ich denke, das ist Murphy`s law. Wenn ich Kleidung kaufen möchte, frage ich grundsätzlich nach der Erwachsenenabteilung, weil ich nur noch Kindergrößen vorfinde. An der Kasse stehe ich auch immer am längsten an. Und wenn ich dann dran bin geht grundsätzlich bei mir die Kassenrolle aus und muss erneuert werden.
da siehst Du mal, wie verschieden die Sichtweisen sind. Ich ärgere mich bei manchen Dingen darüber, dass meine Größen gar nicht erst angeboten werden.
Schöne Dinge sind halt schnell ausverkauft und Du scheinst einen durchschnittlichen Geschmack zu haben (das ist NICHT despektierlich gemeint).
Eventuell ist das sogar Taktik: wenn der Laden grundsätzlich anscheinend schöne Klamotten hat, Du aber mehrfach im Laden Deine Größen nicht mehr gefunden hast, dann kommst Du künftig öfter, um nix zu verpassen.
Wahrscheinlich ist bunndesweit betrachtet, das Ordern von Fernost-Textilien in einer Extra-Zusammenstellung unter Einbeziehung landes-, ja regional typischer Kleidergrößenverhältnisse teurer als die Restverwertung in Sonderpostenmärkten.
Vielen Dank für die Antworten, aber getroffen hat das Problem m.E. keiner.
@ Albinez: Murphy’s Law gilt für zufällige Ereignisse. Hier geht es um Planung, und niemand (außer Saboteuren) würde nach Murphy’s Laws planen.
@ ing793: Was soll dabei die Geschäftsphilosophie sein? Halte knapp, was nachgefragt ist? Damit geht jeder Händler pleite.
@ starmax: Den Produzenten in Asien ist es egal, was sie produzieren, die produzieren auf Bestellung. Wenn die Händler aber nach einer Rechteckverteilung ordern, obwohl die Nachfrage einer Gauß’schen Normalverteilung entspricht, kann irgendetwas nicht stimmen. Aber ich weiß nicht was, daher die Frage.
Damit hast du schon Recht. Aber dem Einkäufer ist es wohl zu kompliziert, a die Absatzerfolge genauer zu prüfen und regional aufzuschlüsseln - da entsteht ^- auch logistisch - höherer Aufwand als bei einer bundesweit einheitlichen Oder.
@Dara: Hilfreich antworten kann ich auch nicht. Mir hat seinerzeit ein Kollege erklärt, daß in grauer Vorzeit die Techniker einen Krieg gegen die Kaufleute verloren hätten. Seit dem Ist das wohl so, wie Du es beschreibst. Gräm´ Dich nicht, lächele, es könnte schlimmer werden.
MfG machine
@ Wondering Star
Das glaube ich nicht. Bei Aldi z.B. sitzen doch keine Trantüten, die sagen, ach wir bestellen mal und sehen, ob sich das verkaufen lässt. Das sind Profis, die genau wissen, was sie tun. Und da komme ich wieder zu meiner Kernfrage, warum bei Aldi am zweiten Tag die gängigen Konfektionsgrößen ausverkauft sind und die Ladenhüter noch eine Woche herumliegen. Hätte Aldi anders geordert, hätten sie mehr verkaufen können.
@dara: das Geschäftsprinzip, das dahinter stehen könnte, ist beständiger Wechsel. H&M z.B. macht (wenn ich das richtig behalten habe) 9000 Teile/Jahr. Nichts ist länger als zwei, drei Wochen in den Verkaufsräumen. D.h. Du musst oft(!) kommen und wenn Dir etwas gefällt, sofort(!) zuschlagen.
Ich gehe auch davon aus, dass die mittleren Größen bereits jetzt überproportional vertreten sind, aber die mittleren Käufer eben noch häufiger...
@ing793
Da siehst du mal, wie verschieden die Sichtweisen sind. Ich meine den gesamten Handel, und du beziehst dich auf Nischengeschäftsmodelle wie H&M.
@Dara: Du hattest mich ganz gezielt gefragt, wo das von mir als Möglichkeit genannte Geschäftsmodell überhaupt funktionieren würde und ich habe Dir ein Marksegment angeboten.
H&M ist kein Nischenmodell, es steht sinnbildlich für den Teil des gesamten Marktes, für den das von mir angesprochene Geschäftsmodell gelten könnte. H&M, Zara, KiK, Aldi, Lidl, Tchibo, New Yorker, Zalando, Deichmann.... Schnell rein, schnell raus.
Im Gegensatz dazu die Beständigen, wie Peek & Cloppenburg, C&A, Adler, Schöffel, Olymp - aber die kannst Du auch nicht meinen, die haben langfristig auch mittlere Größen.
Was darüber hinaus bleibt, sind Einzelgeschäfte und kleine Filialisten. Die müssen oft ganze Pakete nehmen, um einigermaßen preislich hin zu kommen und können sich in den Paketen die Verteilung nur begrenzt aussuchen.
Zitat: "im Gegensatz dazu die Beständigen, wie Peek & Cloppenburg, C&A, Adler, Schöffel, Olymp"
Mir geht es auch bei Adler so: Schnell rein, und schnell wieder raus. Der einzige Laden, in dem ich länger verweile, ist breuninger exquisit- aber nicht nur, weil ich dort hervorragenden Kaffee umsonst bekomme.
@ing793
Ich habe dich überhaupt nichts ganz gezielt gefragt, ich hatte allgemein gefragt, warum z.B. Aldi nicht absatzorientiert handelt. Die könnten das doch, die sind doch knallhart mit ihren Lieferanten. Das nehme ich als Maßstab für den Einzelhandel, was H&M oder die Parfümerie Douglas machen, ist zweitrangig. Ich buche diese Frage als "nicht beantwortbar" ab, wie schon einige vorher.
Kundenverhalten ist nun mal schwer abzuschätzen, Vorratslagerung ist teuer. so einfach ist das
Vieles geht hier am Thema der Frage vorbei. Ich bleibe bei meiner Version, dass es für die Disponenten zu "umständlich" ist, regional vorhandene Besonderheiten bei Textilgrößen zu erfassen und logistisch umzusetzen. Die haben doch bei ALDI schon Probleme, Rasendüngermengen im Frühjahr nach reine Stadt-,Stadtrand- und (Um-)landfilialen der sehr unterschiedlichen Nachfrage anzupassen! Das gilt auch für Spaten und viele andere Dinge.. Und allein der Wettereinfluß führt schon zu ganz anderen Problem-Größenordungen auf das Kaufverhalten..
Das hat nen einfachen Grund... Aldi etc. kaufen Pakete ein, die alle Größen beinhalten. Die Hersteller sind auch nicht ganz dämlich und geben den Käufern nur den gewünschten Preis, wenn sie auch eine gewisse Anzahl an potenziellen Ladenhütern in Form von besonders grossen oder kleinen Größen abnehmen. Und es ist einfach nunmal so, dass die Mehrzahl der Menschen sich im mittleren Grössensegment tummeln. Da kann man bestellen, so viel man will, angesichts der Preise, die für Aktionsware aufgerufen werden, ist die nunmal relativ schnell vergriffen. Das hat nix mit Unfähigkeit oder Unwilligkeit, den Markt zu bedienen, zu tun, nur: je mehr verkaufsstarke mittlere Größen in dem Paket sind, desto mehr Liegenbleiber sind dabei...
Aldi war nur ein Beispiel. Bei Karstadt oder Peek & Cloppenburg oder in jedem Schuhgeschäft ist es nicht anders. Selbst auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Was sollte die Hersteller veranlassen, alle Größen im Paket anzubieten, wenn der Abnehmer eine größere Menge mittlerer Größen haben will, weil er damit mehr Umsatz und Gewinn machen kann als mit Ladenhütern? Auch asiatische Hersteller denken kundenorientiert, und wenn ein großer Händler z.B. bevorzugt Übergrößen bestellt, wird er die auch bekommen. Den Textilfabriken ist es egal, welche Größen sie nähen, die können alles.