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Noch Fragen?

Warum funktioniert das Geschäftsmodell von booking.com und anderen Hotelportalen?

Grob formuliert bieten Hotelportale den Hotels eine internationale Vertriebsplattform und erhalten im Gegenzug eine Provision für Buchungen. So weit so gut.

Zusätzlich wird jedoch vereinbart, dass Partnerhotels keine günstigeren Preise am Markt anbieten dürfen. Das ist nichts anderes als die Behinderung des Wettbewerbs und ist kartellrechtlich nicht zulässig.
Die Behinderung von Wettbewerb kann empfindlich bestraft werden, indem ein Prozentsatz vom Umsatz als Strafe festgelegt werden kann.
Weiss hier jemand, warum das die Beteiligten nicht zu stören scheint?
Frage Nummer 3000104890
Antworten (10)
Mal wieder off topik: warum funktioniert der private Vermietungsbereich in Städten wie Florenz, Sienna, oder Venedig so wunderbar auf Basis von Ferienwohnungen zu Lasten der Ureinwohner ?
Ich glaube kaum, daß Du; Stechus, darüber lange nachdenken musst.
Wo ist das Behinderung des Wettbewerbs? Niemand zwingt ein Hotel, mit einem bestimmten Portal zusammen zu arbeiten, niemand zwingt ein Portal, mit einem bestimmten Hotel zu arbeiten.
Wenn sie sich einig sind, herrscht in D Vertragsfreiheit. Das Portal kann verlangen, was es will, genau wie das Hotel.
Gegen das Kartellrecht würde das nur verstoßen, wenn eine der beiden Parteien eine marktbeherrschende Stellung hätte. Les Dir das ruhig noch einmal in Ruhe durch.
Bereits vor drei Jahren hat das Bundeskartellamt das auch so gesehen und booking.com die Bestpreisklausel untersagt.

Booking.com hat dagegen geklagt und vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf 2016 verloren. Auch die Not-Idee von booking.com, dass Hotels bei der Konkurrenz (hrs?) billiger anbieten dürfen, nur auf der eigenen Website nicht, was nicht durchsetzungsfähig.
Das Bundeskartellamt kann sich im Übrigen recht gut durchsetzen, zumal Klagen keine aufschiebende Wirkung haben ...
@ Ing:

Ist es nicht doch ein Wettbewerbsproblem, wenn mein Geschäftspartner mir sagt:
a) Du darfst über andere Portale nicht billiger verkaufen
und
b) Du darfst auch selbst nicht billiger verkaufen.

Natürlich kann ich ihm sagen: 'Leck mich!'. Wenn ich aber mit ihm arbeite, behindert er durch diese Klausel den Wettbewerb.
Das Portal könnte durchaus sagen: Bei mir sind die Zimmer etwas teurer wegen der zusätzlichen Dienstleistung, die ich anbiete. Genau das will es aber nicht und verhindert es mit der Bestpreisklauseln.

Ich finde, das behindert den Wettbewerb und geht so nicht. Und das Bundeskartellamt sieht das offenbar auch so.
@Cheru:
oops, vielleicht sollten wir erst mal klären, welcher Wettbewerb in Stechus' Frage gemeint war - der zwischen verschiedenen Hotels oder der zwischen verschiedenen Buchungsportalen.

Ich hatte es auf Hotels bezogen und kann in einer solchen Vereinbarung nach wie vor keine unzulässige Wettbewerbsbehinderung sehen (Begründung siehe oben). Wir haben in unserem Betrieb auch Vereinbarungen mit einzelnen Kunden (u.a. auch aus dem öffentlichen Bereich), dass wir ihnen Ersatzteile nicht teurer berechnen dürfen als einem beliebigen anderen (im Grunde nichts anderes als eine "best-price-Garantie").

Das Kartellamt hat die Klausel untersagt, weil es den Wettbewerb zwischen den Portalen unzulässig behindert gesehen hat. Den Gesichtspunkt hatte ich nicht auf dem Schirm. Damit aber ist die Klausel unzulässig und die Frage, ob sie auch den Hotelwettbewerb behindern, wird von dieser Seite aus nicht mehr betrachtet.
Preisabsprachen sind kartellrechtlich unzulässig. So wie Unternehmen den Händlern keine Preise vorgeben dürfen, dürfen Portale die Hotels nicht zwingen, eine "best-price-Garantie" abzugeben.
Das Portal HRS ist deswegen schon abgemahnt worden.
@stechus: nachdem ich mir jetzt den Background ein wenig angesehen habe, ist jedwede in Deiner Frage angesprochene Vereinbarung kartellrechtlich seit annähernd zwei Jahren untersagt und damit Deine Frage inhaltlich irrelevant.
ing793, erzähle uns doch mal von deinem Unfall ...
Der doofe


Daran kann er sich nicht mehr erinnern, seid dem ist er halt ing793 mit Familie, Eigenheim, drei Blagen und nen Audi vor der Tür.