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Noch Fragen?

Warum ist auf Landkarten Norden oben und Süden unten?

Ich sehe keinen geometrischen Grund dafür, auf einer Kugel könnte das auch umgekehrt sein. Was Google zu diesen Thema anbietet, ist nicht wirklich hilfreich.
Frage Nummer 67972
Antworten (12)
Das hat sich halt so eingebürgert und wird von allen so hingenommen. Schließlich musste man sich wohl auf eine Darstellungsform einigen. Aber ja: Es steckt eigentlich kein tieferer Sinn dahinter, denn im Weltraum gibt es kein Oben und Unten. Ein Raumschiff könnte die Erde auch genau verkehrt herum anfliegen, also auf dem Kopf - und den Südpol oben und den Nordpol unten sehen.
Ganz einfach: Aus dem gleichen Grund, aus dem Frauen immer Recht haben: Weil man sich darauf geeinigt hat!
[br]
Nun könntest du natürlich deine eigenen Karten malen und Süden nach oben legen und den Nullmeridian durch dein Haus gehen lassen...
Die Frage ist nur, ob sich das durchsetzt!
Das war nicht immer so - bis zum Spätmittelalter waren Landkarten nach Osten (Jerusalem) ausgerichtet. Mit der beginnenden Erkundung der Welt und der Einführung des Magnetkompasses, der sich am Norden ausrichtet, durch die Araber wurden die nach Osten angelegten Karten (auch die der Araber - Mekka) zusehends unpraktischer. Zudem schwand der kirchliche Einfluss, und der Bedarf an korrekten Navigationskarten nahm zu. So entstand die Nordausrichtung der Karten, die immer genauer wurden und vergleichbar wurden.
Ich habe selbst auch weitergeforscht und bin zum Schluss gekommen, dass man es einfach nicht weiß. Die Kompassnadel richtet sich nicht nur nach Norden aus, sie richtet sich genauso nach Süden aus. Man hätte auch vermuten können, dass auf Landkarten der Süden oben liegen könnte, weil die Sonne dort mittags im Zenit steht und man sich danach richtet. Der Gesichtspunkt vom Blick aus dem Weltall war im Mittelalter noch nicht bekannt, obwohl ich mal gelesen habe, dass man schon in der Antike vermutete, dass die Erde eine Kugel ist.
Erstens würden sonst alle Namen auf dem Kopf stehen, zweitens könnte man auch Ost und West vertauschen, und drittens rechts und links.
Tagsüber hat ihnen der Polarstern nichts genutzt, da hat man sich doch besser nach dem Sonnenstand in Verbindung mit der Sanduhr orientiert. Eine Priorität des Sternenbildes kann ich nicht erkennen, denn wenn der Himmel bewölkt war, hat man weder tags noch nachts etwas Orientierendes erkennen können.
Lass gut sein, ing, so richtig überzeugt das nicht. Ich hatte auf eine fundierte Antwort gehofft, Annahmen kann man so oder so treffen.
Dass nachts nach dem Polarstern navigiert wurde, habe ich nie bezweifelt, aber dass das der Grund sein soll, dass auf den Karten der Norden oben ist, halte ich für spekulativ.
Das sich in manchen Fällen eine weltweite Standardisierung anbietet, sollte einleuchten. Mich wundert nur, warum sich auch Great Britain dem angeschlossen hat, statt eigenes Kartenmaterial zu nutzen???
Die waren schon zufrieden, dass sie den Nullmeridian bestimmen durften!
Dara,
Zitat: Man hätte auch vermuten können, dass auf Landkarten der Süden oben liegen könnte, weil die Sonne dort mittags im Zenit steht und man sich danach richtet.
Stimmt nicht. Die Sonne steht mittags im Norden im Zenith.
Und was ihr mit dem Polarstern habt, haben wir mit dem Kreuz des Südens.
Grundsätzlich ist meine Vermutung:
Steht man auf dem Äquator und hat einen Kompass, zeigt dieser nach Norden und nach Süden. Drehst du dich nun in einer der Richtungen, schaust du auf jeden Fall nach vorne. Stellst du dir das aus der Vogelperspektive vor, schaust du also nach oben. Deshalb ist "oben" auf Südhalbkugel auch der Südpol und nciht der Nordpol, der auf der nördlichen Halbkugel "oben" darstellt...