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Noch Fragen?

Warum ist das generische Maskulinum nicht ausreichend?

In der Linguistik gelten "Bäcker" als die Personen, die Brot oder Kuchen backen. Weder Männer, noch Frauen noch andere Geschlechter sind gemeint. Es geht um die reine Funktion.
Bei Studenten ist das ebenso. Es geht nicht um das Geschlecht sondern um die Funktion. Während man wenig von "Backenden" hört, hat sich "Studierende" oder "Mitarbeitende" mittlerweile etabliert. Damit verliert sich aber die Bedeutung des Partizips, denn ein Bäcker, der gerade am See abhängt ist ja eigentlich kein "Backender".

Haben die Feministen das generische Maskulinum einfach nicht verstanden? Ich kann darin keine Diskriminierung erkennen. In Sprachen, in denen es dieses gM nicht gibt, kann übrigens auch keine grössere Gleichberechtigung festgestellt werden (wiki).
Was also soll das?
Frage Nummer 3000109131
Antworten (11)
Wie funktioniert die gendergerechte Sprache eigentlich bei "die Person"?
Einmal angenommen, Männer fühlen sich diskriminiert. Wie geht das dort mit Unterstrich oder Sternchen?
Du scheinst enorme Langeweile zu haben.
Die/derPerson/erich.
Der/die Mensch/in

Man könnte auch ersatzweise eine gleich lange Zeit, wie die als alles nur maskulin geschrieben wurde, alles nur feminin schreiben. Dann, nach vielen Jahrzehnten, sollen sie sich irgendwie einigen.
Das würde alles vereinfachen und es wäre ein Ausgleich geschaffen.

Übrigens bezeichnen die Oberösterreicher ein widerborstiges Mädchen als "das Mensch"

Das wäre mein zweiter Vorschlag, alles als Neutrum



Der Person*erich, der Geisel*erich, der Opfer*ich.

Wenn ich mich mit Kolleginnen, also Ingenieurinnen über das Thema unterhalte, sagen die mir: Bis zur Gleichberechtigung ist es noch ein weiter Weg und es gibt noch eine Menge, was sich bessern muss. Auch in der Art und Weise, wie über Frauen gesprochen wird. Aber Grammatik ist da eher ein Thema, dass von den echten Problemen ablenkt.

Es sind eher Lehrer*Innen, Journalist*Innen und ähnliche sprach-orientierte Berufsgruppen, die das anders sehen.

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Ich hätte nix dagegen, die Artikel in der deutschen Sprache abzuschaffen. Gibt dann einen riesen Aufschei, von wegen Verlust der Kultur, aber nach zwei Generationen würde kein Hahn mehr danach krähen.

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Worte und Formulierungen mit allen 3 Geschlechtern:

Das die der Teufel hol'!

Der Regent
Die rigent (Dirigent)
das regent (zu sprechen mit einer Handgeste, die Regen andeutet)
@Matthew. Soll ich das so verstehen, dass das Opfer grundsätzlich weiblich ist, weil du eine maskuline Form geschrieben hast?

Bin gespannt, wie du dich da jetz rauswindest.
Das Unangenehme ist ja, dass im Endeffekt beides den Bach herunter geht.
Ich bekomme z.B. regelmäßig Schreiben von der Schule. Da "Schüler" alleine politisch nicht korrekt, "Schüler und Schülerinnen" aber zu lang zum Schreiben ist, ist stattdessen meist die Rede von "SuS".
Wenn mich damals jemand als SuS bezeichnet hätte, hätte sich meine Begeisterung in engen Grenzen gehalten.
Die männliche Kundschaft besteht aus Kundschaftern.
Glaub ich
Als von Transgendern noch nicht die Rede war, hat eine Bekannte, solche als es bezeichnet. Heute werden diese Operationen nicht mehr als Geschlechtsänderung sondern als Geschlechtsangleichung bezeichnet, schliesslich ändert die Operation nicht die DNA. Sollen wir diese Menschen wieder als es bezeichnen und so die Papiere ändern.
???
Es geht um diese Frage.
Nicht darum.
@elfi
ich gebe un"umwunden" zu, dass ich da meinen Beitrag wohl etwas zu schnell und knapp formuliert habe.
Trotzdem habe ich Deinen Punkt noch nicht so ganz verstanden.
Was ich versucht habe auszudrücken:
Wenn die Vokabel "generisches Maskulinum" gebraucht wird, dann scheint mir da immer die unausgesprochene Botschaft mit zu klingen, als wären im deutschen alle Substantive maskulin. Was sie ja nicht sind. Deswegen habe ich ein weibliches (die Geisel) und ein Neutrum (das Opfer) als Beispiel angeführt. Beim Opfer könnte man natürlich argumentieren, dass es als Neutrum keine geschlechtsspezifischen Formen braucht. Oder aber ich habe neben der männlichen Form (der Opferich) noch de Weibliche Form (die Opferin) unterschlagen, was ich hiermit gerne nachreiche.

Aber ich merke schon: Es wird nicht besser!

Also bleiben wir einfach bei der Alten Form "Das Opfer (m/w/*)".
Festzustellen bleibt letztlich, dass es einen Unterschied gibt, zwischen dem "Sexus" einer Person (biologisches Geschlecht) und dem "Genus" eines Wortes (grammatikalisches Geschlecht) und beides in unzulässiger Weise durcheinenader gewürfelt wird.

Aus den 70er/80er Jahren habe ich noch im Ohr, den Begriff der "Mitklitoris", als das weibliche Pendant zum "Mitglied" eines Vereins oder einer sonstigen Gruppe. Das scheint sich aber wieder verlaufen zu haben. In den letzten Jahrzehnten habe ich das jedenfalls nicht mehr gehört.

Nun ja, wer's mag.
Natürlich sind in Deutschland nicht alle Substantive männlich, im Gegenteilt, wenn ich mich richtig erinnere gab es mal eine Statistik, dass die meisten Substantive weiblich sind.
Aber bei Substantiven, mit denen Berufe und Menschengruppen bezeichnet werden, sind fast alle männlich und das ist was bei Menschen zählt.

Das "generisches Maskulinum" interessiert halt für die Gleichberechtigung nicht in Bezug auf Tiere oder Pflanzen, sondern nur in Begriffen, die auf Menschen bezogen werden.
Aber Gleichberechtigung erreicht man sicher nicht, in dem man neutrale Substantive erfindet oder konstruiert. Keine Frau erhält denselben Lohn, bloß weil ihr Beruf nun als Krankenpfleger*In bezeichnet wird, und kein Transgender, der auf der Straße evtl. zusammengeschlagen wird, wird Trost darin finden, wenn der Duden das Gendersternchen aufnimmt.