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Noch Fragen?

Gast

warum ist heizungsluft trocken?

die heizung sorgt ja für eine erwärmung der luft, und wenn luft wärmer wird, kann sie doch mehr feuchtigkeit transportieren.also müsste die luft doch eher feuchter als wärmer werden, weil sie mit ihrer neuen fähigkeit, feuchtigkeit zu speichern, diese doch überall abziehen würde?
Frage Nummer 29051
Antworten (8)
Lassen Sie doch einfach mal einen Wassertropfen auf eine heisse Herdplatten fallen, dann haben sie die Antwort. Es verdunstet.
Das liegt daran, dass bei der Erwärmung die Aufnahmefähigkeit für Wasserdampf steig. Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit
Kalte Luft kann weniger Luftfeuchtigkeit speichern als warme. Hast Du beispielsweise 80% Luftfeuchtigkeit in einem kalten Raum, dann beträgt die Luftfeuchtigkeit nach dem Aufheizen nur noch 40% (als Beispiel).
Der Körper empfindet es deshalb als "trocken", weil bei 80% Luftfeuchtigkeit praktisch keine Austrocknung der Schleimhäute passiert. Bei 40% Luftfeuchtigkeit werden die Schleimhäute (Mund/Nase/Rachen/Lunge) ausgetrocknet und man empfindet das Klima dann als "trocken".
Wäre noch hinzuzufügen, daß die meisten Heizsysteme mehr oder weniger Konvektion, also Luftbewegung erzeugen. Dadurch wird Staub augfewirbelt, die Luft wird daher als trocken empfunden. In Räumen mit reiner Strahlungswärme tritt dieses Empfinden weitaus weniger auf.
Die bisherigen Antworten sind zwar richtig, aber vielleicht wird Dir dieses Problem hiermit noch klarer:
- wir sprechen immer von relativer Luftfeuchtigkeit; auf das Wort "relativ" kommt es an
- kalte Luft kann relativ wenig Wasser aufnehmen, ca. 20g/m³ bei 20°C
- warme Luft kann relativ viel Wasser aufnehmen, ca. 40g/m³ bei 40°C
Wenn Du bei 20°C 10g/m³ in der Luft hast, dann ist das die halbe Menge der maximal möglich Aufnahmefähigkeit, also 50% relative Feuchte.
Erwärmst Du diese gleiche Luft ohne Luftaustausch auf 40°C, hast Du nur noch 25% relative Feuchte, weil diese wärmere Luft eigentlich 40g aufnehmen könnte.
(Alle Zahlen sind ungefähre Werte, um das Beispiel einfach zu halten.)
Ausführlich und mathematisch erläutert in: Wikipedia
Gast
seit vielen jahren höre ich immer wieder was von trockner heizungsluft. ich glaub da nicht dran.
die luftfeuchtigkeit in meiner whg wird m.E. von der Außenluft bestimmt. es soll leute geben, die lüften ihre whg. im moment ist es halt knackig kalt draußen, verbunden mit geringer luftfeuchtigkeit. und wenn draußen geringe luftfeuchtigkeit ist, dann hab ich die auch hier drin.
und bei knackiger kälte hat man für gewöhnlich eine heiße heizung. na und? muß da ein Z'h bestehen? wenn 4 störche in einem dorf nisten und im gleichen zeitraum 4 kinder geboren werden, dann wurden die vom storch gebracht, oder was?
@serafine: Sie können den Effekt, dass kalte und feuchte Aussenluft zu sehr trockener Luft in einem warmen Zimmer wird, problemlos testen. Wenn Sie sich ein Hygrometer, welches die relative Luftfeuchtigkeit misst, irgendwo im Zimmer an eine Wand hängen, diesen Raum aufheizen und dann das Fenster öffnen, werden Sie sehen, dass die gemessene relative Luftfeuchtigkeit binnen Minuten rapide sinkt, obwohl draussen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eine Luftfeuchtgkeit von über 90% herrscht.

Die einströmende kalte Luft wird durch diewärme abstrahlenden Wände sehr schnell erwärmt, so dass ihre relative Feuchte sinkt. Bei mir im Raum messe ich unter den angegebenen Umständen nach 2-3 Minuten unter 20% relative Luftfeuchtigkeit.

Wie schon in anderen Beiträgen ausgeführt, ändert sich nicht die absolute Luftfeuchtigkeit, sondern die relative. Diese ist massgeblich, da Luft mit geringer relativer Feuchtigkeit Wasser aufnehmen möchte.
Jetzt stellen mer uns mal janz dumm und sagen mer so: De Luft, dat is wie 'ne Tankwagen. Kalte Luft is wie'n Tankwagen, der 2000 l faßt und warme Luft is wie einer, der 20000 l faßt. Wenn ich jetzt 2000 l Wasser in den kalten Tankwagen fülle, dann ist der 100% voll, das heißt, der is praktisch "ready for rain." Wenn ich jetzt die selben 2000 l in den warmen Tank umfülle, dann ist der nur zu 10% voll - es wird ja nicht mehr Wasser durch die Erwärmung - und so ist der "gefühlt" relativ trocken.

So machen die Bayern sich ja den Föhn - nicht den elektrischen Haartrockner, mit dem man heute seine Schwiegermutter nicht mehr umbringen kann, weil es jetzt Fehlerstrom-Schutzschalter gibt, sondern der Fallwind aus den Alpen, der die Bayern all janz jeck macht - im Rheinland brauchen die dazu Kölsch und Karneval - komisch!

Und nun sind wieder mal die 1000 Zeichen voll und die Bildung ist noch nicht komplett. Es geht gleich weiter - bleiben Sie dran!
Also, Föhn jeht so: Die warme feuchte Luft am Mittemeer wird über die Alpen nach Norden geblasen - jedenfalls, wenn die am Mittelmeer ein Hoch haben und die im Alpenvorland ein Tief - und das kommt oft vor. Dann weht ein Wind vom Mittelmeer über die Alpen hinweg. Dafür muß die Luft aufsteigen, und zwar in Höhen, wo es kälter wird und die Luft dann relativ weniger Wasser enthalten kann. Der Überschuß an Wasser regnet dann ab und fehlt dann, wenn der Wind auf der Alpennordseite wieder absinkt. Dabei erwärmt sich die Luft wieder und hat nun einen deutlich niedrigeren Feuchtigkeitsgehalt. Dieser warme trockene Wind au den Alpen, das ist es, was den Bayern zum Grantler macht.