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Gast

warum tragen richter kappen?

Richter tragen bei Gerichtsversammlungen Kappen - was hat das für einen Grund? Ist das Tradition?
Frage Nummer 3000067468
Antworten (7)
Weil eine Pudelmütze doof aussehen würde.
Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, es könnte sich möglicherweise um Narrenkappen handeln.
Anwälte tragen übrigens Mäntel, owohl der Gerichtssaal in der Regel beheizt ist.
Es ist in der Tat Tradition. Roben und Kappen sind Insignien der Macht, wie früher die Königskrone. Sie sollen optisch verdeutlichen, dass dort ein armes kleines Würstchen vor der mächtigen Obrigkeit steht. Ein Richter in Jeans und Kapuzenpulli verkörpert nicht die "Würde des Gerichts". Deswegen tragen auch Anwälte im Gericht Mäntel, obwohl der Saal in der Regel geheizt ist.
@ miele
Entschuldigung, es ist einfach hängengeblieben, weil es so gut war.
Die Barette (Kappen) und Roben sind Teil einer Art Uniform mit Signalwirkung.
Ebenso wie die Uniformen und Mützen der Polizei.
Eisenbahner, Militärs, Kofferträger u.v.a. mehr tragen Mützen, die an der höchsten Stelle des Körpers den Status und die Funktion darstellen.
Mütze auf bedeutet immer, der Träger ist im Dienst.
R.
Meine Frau war mal als Zeuge in einem Prozeß in Ungarn. Als sie den Staatsanwalt im Verhandlungssaal sah, bekam sie fast einen Lachanfall. Da saß ein Hutzelmännchen, mit schwarzer Robe, die an den Nähten mit roter Kordel eingesäumt war. Er war schwarzhaarig. Er sah einfach aus wie das versinnbildlichte Teufelchen. Ich hätte mich nicht über etwas Feuer und Qualm gewundert.
Eine Robe ist keine Uniform, im Gegenteil - sie soll die Unabhängigkeit der Justiz zeigen. Als Standestracht von Richtern, Staats- und Rechtsanwälten in deutschen Gerichtssälen sind Roben in der bundeseinheitlichen Berufsordnung festgelegt.
Bernt Münzenberg, Präsident des Amtsgerichts Augsburg, betont, dass die Amtstracht durchaus üblich sei und es dafür gute Gründe gebe: "Durch die Amtstracht werden Richter und Rechtsanwälte als unabhängige Organe der Rechtspflege kenntlich gemacht, was auch die Rechts- und Wahrheitsfindung fördert." Man sehe ein "erhebliches Interesse der Allgemeinheit", dass Gerichtstermine "in guter Ordnung und angemessener Form" stattfinden: "Die Person tritt hinter dem Dienst an Gesetz und Recht zurück."

Also: Ja, ist Tradition, seit dem Erlass "Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt."
(Anweisung von König Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1726 - um stets zu wissen, mit wem er es zu tun hat).
Mit den "Spitzbuben" waren nicht die Advocati gemeint...!