User Image User
User Image User

Noch Fragen?

Warum vibrieren Diesel mehr, als Benziner?

Mir ist klar, dass der Benziner mit Kerze gezündet wird, Diesel nicht. Spielt das eine Rolle? Wenn ja, warum? Schließlich zünden im Endeffekt beide. Ich weiß auch, dass ein Diesel mit geringerer Drehzahl läuft, als ein Benziner, aber das sollte im Endeffekt keinen Unterschied machen, denn wenn ich einen Benziner etwas nidrigtouriger betreibe, vibriert er ja nicht auf einmal mehr. Das gleiche gilt für nen Diesel, der hochtourig gedreht wird.
Hat wer eine Erklärung?
Frage Nummer 13001
Antworten (3)
Die Verdichtung ist erheblich höher als beim Benziner. Der "Schlag" auf den Kolben beim Zünden des Gemisches also stärker. Daher das hohe Drehmement und vielleicht auch die etwas stärkeren Vibrationen. Allerdings klingen die meisten Dieselmotoren doch eigentlich nur noch im kalten Zustand etwas rauher als ein Benziner.
Als Laie würde ich das mal auf das niedrigere Oktangehalt des Diesels schieben; Diesel zündet unkontrollierter als Benzin, daher vielleicht die stärkeren Vibrationen.
Wegen der relativ geringen Verdichtung von Ottomotoren wird trotz der abrupten Verbrennung (Gleichraumverbrennung) des Benzins kein starker Stoß an die Umgebung spürbar.

Beim Dieselprozess sammelt sich immer erst eine kleine Menge Dieselöl in der heißen verdichteten Luft im Zylinder an, bis die Selbstzündung erfolgt. In diesem Augenblick brennt diese Menge auf einmal ab. Es gibt einen kurzen Druckstoß, der wegen der strammen Verdichtung deutlich spürbar ist (Nageln, Vibrieren). Ist das Gemisch jedoch einmal gezündet, wird das von der Einspritzdüse weiterhin nachgelieferte Dieselöl gleichmäßig und sauber abgebrannt und schiebt den Kolben stetig nach unten, ohne dass der Druck noch weiter steigt (Gleichdruckverbrennung).