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Warum wurden gerade isländische Banken so hart von der Finanzkrise getroffen?

Frage Nummer 21348
Antworten (5)
Die isländischen Banken haben viele auf Fremdwährungen lautende Einlagen hereingenommen, also viele Verbindlichkeiten aufgebaut. Dabei boten die Banken relativ hohe Zinsen, weil sie in Island Geld zu noch höheren Zinsen ausleihen konnten. Dabei bauten sich aber erhebliche Währungsrisiken auf. An den Märkten verlor die isländische Krone gegenüber Fremdwährungen enorm an Wert, so dass diese Risiken "schlagend" wurden. Die Folge war, dass die Verbindlichkeiten, gerechnet in isländischer Krone, ernorm anstiegen und damit das Eigenkapital der Banken zu niedrig wurde, was zu Insolvenzen führte.
Da Island nicht einmal 320.000 Einwohner hat, waren nicht einmal hohe Summen notwendig, um das isländische Bankensystem ins Wanken zu bringen. Im Gegensatz zu Island liegt das Hauptgeschäft der Banken kleinerer Staaten in der Vermögensverwaltung. Dabei tragen die Banken keine Risiken, da sie nur verwalten.
Getroffen wurden die Isländer - da sich die drei isländischen Banken in 9facher höhe des isländischen BIP verschuldet hatten - also auch der Staat nicht mehr helfen konnte.
Alles eine Folge des Zinseszins-Systems, das nur durch Neuverschuldung weiterexistieren kann.
Die Banken machen ja auch munter weiter (es bleibt ihnen in diesem System k e i n e Wahl!) und laut Gysi haben wir in D seit Ausbruch der Krise 51.000 neue Millionäre. Herzlich willkommen! bis uns allen das System demnächst um die Ohren fliegt...
Island wurde besonders hart durch die seit 2007 andauernde Finanzkrise betroffen. Die drei größten Banken (Kaupthing, Landsbanki, Glitnir) erlebten aufgrund von sehr riskanten internationalen Kreditgeschäften (vor allem in den USA) und einer starken internationalen Verflechtung einen Absturz. Sie konnten nur durch die Verstaatlichung 2008 vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.
Die Banken des Landes haben sich massiv an der kreditgestützten Investitionswelle in anderen Ländern beteiligt. Als die Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden konnten, weil sie vor allem in den USA unter fragwürdigen Bedingungen vergeben worden waren, betraf dies diese Banken in besonderem Maße.
In aller Kürze: Island ist ein sehr kleines Land. Nachdem es seine Banken privatisierte, zogen die ausländisches Geld an, bis sie mehr wert waren als das Bruttoinlandsprodukt des ganzen Landes. Dann kam die Krise, Zocker wetteten auf den Crash Islands, die Banken brachen ein - Game Over.