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Noch Fragen?

Was haltet ihr von Intelligenztests für Kinder vor dem Schulalter? Setzt man sich und die kleinen nicht zu sehr unter Druck?

Frage Nummer 35666
Antworten (7)
Verstehe ich nicht ganz - handelt es sich dabei um einen "Wettbewerb", bei dem man (bzw. Kind) das bestmögliche Ergebnis erreichen muss?
Oder dreht es sich nicht eben nur um dich selbst, den du "unter Druck" setzst?
meine tochter hat den test in der ersten klasse gemacht. auf anraten der lehrererin.
war für sie überhaupt kein stress. im gegenteil.
Aufgrund dieser tests hat man sie in eine spezschule geschickt und es hat ihr dort sehr gut gepasst. im vorschulalter würde ich es lassen.
Je jünger die Kinder, desto größer sind noch die Schwankungen in den Testergebnissen. Dies behalte im Hinterkopf. Ansonsten gilt: Druck ist, was ihr daraus macht. Ich kenne Menschen, die aufgrund ihrer Hochbegabung so lange mit elterlichen Übererwartungen ("Das musst DUU doch können, das muss DIIIR doch leicht fallen") erdrückt wurden, bis sie sich als minderwertig und Nichtskönner in sich zurück gezogen haben. Andere hatten durch das frühzeitige Diagnostizieren die Chance auf individuelle Förderung und darauf, zu verstehen, warum sie manchmal "anders" als andere ticken und dass mit ihnen trotzdem alles in Ordnung ist. Es liegt an euch!
Es kommt immer darauf an, was man mit solch einem Intelligenztest erreichen möchte. Einen Test zu machen, nur aus Neugier oder falschem Eifer, ist sicherlich unsinnig. Zeigt das Kind aber bereits erste Auffälligkeiten und wird eventuell sogar überlegt, das Kind vorzeitig einzuschulen, dann kann mit entsprechender Beratung und unterschiedlichen Tests eine Entscheidung getroffen werden, was für das Kind am geeignetsten wäre.
Ich halte Intelligenztest für Kinder im Vorschulalter für verkehrt. Mit dem Worten Charles Tillys gesprochen: "Kategorisierung ist der Anfang von Ungleichheit." Eine frühe Selektion verschlechtert die Chancengleichheit unnötig früh und unter Umständen nachhaltig. Die Intelligenzentwicklung findet bei Kindern nachgewiesenermaßen zu unterschiedlichen Entwicklungszeitpunkten statt. Hohe Intelligenz kann freilich mit niedrigem Fleiß zusammenhängen und eventuelle Intelligenznachteile können durch Gewissenhaftigkeit mehr als ausgeglichen werden. Jeder oktroyierte Druck ist bei Kindern falsch, da er die Selbstentfaltung behindert. Dem kompetitiven gesellschaftlichen Druck werden Kinder sowieso bereits früh genug ausgesetzt.
"Eine frühe Selektion verschlechtert die Chancengleichheit unnötig früh und unter Umständen nachhaltig."
Eine zu späte oder gar nicht stattfindende Selektion verschlechtert die Chancen derjenigen Individuen, die der Allgemeinheit etwas voraushaben (oder eben nicht mithalten können); diese werden damit trotz faktischer "Ungleichheit" Gleichmachern wie dir ausgeliefert.
Wer sagt denn, dass alle Menschen gleich sind?
Wenn der Intelligenztest für Kinder als spielerische Aufgabe kommuniziert wird, umgeht man auf das Kind Druck auszuüben. Ansonsten sollte man keine Intelligenztests durchführen lassen, da Kinder diesen Alters auch nocht nicht gelernt haben, mit der Situation als "klug" oder "ungebildet" für sich und mit anderen umzugehen.