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Gast

Was ist günstiger: Abriss oder Verwertung eines 150 Jahre alten Fachwerkhauses (kein Denkmalschutz)?

Ich möchte ein ca. 150 Jahre altes Fachwerkhaus (kein Denkmalschutz) abreissen lassen . Das kostet mit Entsorgung ca. 20.000 Euro. Jetzt werde ich von Interessenten angesprochen, die gerne einzelne Balken aus dem Fachwerkhaus haben möchten. Der Abrissunternehmer sagt, dass er auf solche Wünsche nicht eingehen kann. Gibt es Unternehmen, die so ein Haus professionell verwerten und Teile daraus verkaufen, was möglicherweise sogar preiswerter als der Abriss wäre?
Frage Nummer 43898
Antworten (8)
Ich weiss nur, dass ein komplettes, intaktes Eichen-Holzständer-Fachwerk einiges an Geld bringt, wenn man es verkauft. Selbstverständlich kann ein Abrissunternehmen keine Zeit verschwenden, und nur alles rund um die Balken abreissen.
Vielleicht lässt sich das komplette Fachwerk verkaufen mit der Auflage, auch den Schutt zu entsorgen.
Und geht es bei deiner Frage nur ums Geld als handlungsleitendem Prinzip? Was macht denn in deinen Augen mehr Sinn? Was fühlt sich richtiger an? Olles stumpf zu entsorgen oder die vorhandenen Werte Anderen zugänglich zu machen, die sich daran freuen?
Bevor Ihr da jetzt alles niederbrennt, würde ich erst ein paar wichtige Punkte klären. Wenn sich nämlich ein alter Indianerfriedhof darunter befindet, kann das echt Ärger geben, das hab´ ich mal im Ferbsehen gesehen. Und in eiem anderen Film war mal ein Schatz im Fachwerk versteckt. Grundsätzlich halte ich es für Schade, so alte Sachen kaputtzumachen.
"alt" ist kein Wert an sich.
Und es will auch niemand das ganze Fachwerk haben, sondern nur einzelne Balken.
Die Einstellung: "wenn es mich nicht mehr (eventuell sogar weniger) kostet, dann helfe ich Euch gerne, aber ich zahle nicht drauf" ist nachvollziehbar und völlig in Ordnung.
Helfen kann ich Dir damit bei Deiner Frage leider nicht, aber zumindest sollst Du nicht den Eindruck behalten, es sei verwerflich, etwas altes einfach wegzuwerfen.
@ing793: Es gibt sehr wohl Interessenten für ein komplettes Fachwerk. Hab ich selbst schon gesehen, und nicht nur einmal. Total entkernt, nur noch das Fachwerk stand zum Verkauf, komplett. Wurde dann von Fachleuten abgebaut, sorgfältig katalogisiert, fotografiert und nummeriert, und an anderer Stelle wieder aufgebaut, Wände gemauert, Dach eingedeckt = Neues Haus mit altem Flair. Findest du häufig in Norddeutschland, wo ganze Katen so versetzt werden.
Bei einem Abriß in der Nähe, habe ich beobachtet, das direkt nach Materialien (Schutt, Holz, Metall) sortiert und abgefahren wurde. Mach wegen den unterschiedlichen Entsorgungskosten (Einnahmen?) auch Sinn. Vielleicht hat der Unternehmern bereits Einnahmen durch Holz und Metall mit einkalkuliert? Potenzielle Fachwerkbalken Käufer sind aber vermutlich an gut erhaltenen Stücken interessiert, welche ordentlich ausgebaut wurden. Mit Balken die der Bagger rausgerissen hat, können die bestimmt nichts anfangen.
@bh_roth: das kann sehr gut sein, dass es Interessenten für komplettes Fachwerk gibt. Aber dieser (!) Fragesteller spricht ausdrücklich nur von Interessenten für einzelne Balken. Darauf habe ich meine Antwort bezogen.
Der Preis für den Abbruch eines größeren Wohnhauses, bis ca. 3 WE liegt in etwa in der mit 20.000,- € angegebenen Größenordnung. Geld verdient ist dabei nur, wenn der Abbruchunternehmer seine Arbeiten zügig und ohne große Unterbrechungen durchziehen kann. Dabei ist er, auf Grund gesetzlicher Auflagen, der AGB der Deponien und und wegen eigener wirtschaftlicher Interessen gezwungen, das Abbruchmaterial zu trennen und z.B. Holz, Metall, Kupfer, Ziegel, etc. auszusortieren. Wenn Ihm dabei Interessenten für den ein oder anderen Eichenbalken um die Baggerschaufel laufen, wird er sich sicher sehr freuen, von den Unfallverhütungsvorschriften mal ganz abgesehen.