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Noch Fragen?

Was kann man beim Pferde verladen alles falsch machen. Ich will nicht, dass den Tieren was passiert?

Frage Nummer 33011
Antworten (9)
Am meisten kannst du falsch machen, den Verladeprozess mit dem Pferd nicht geduldig aufzubauen und zu üben. Die meisten Pferde haben zunächst Angst davor, die Rampe hinauf und in den dunklen, engen Hänger hinein zu gehen. Wenn sie dies zum ersten Mal dann tun müssen, wenn sie tatsächlich transportiert werden müssen, ist der Stress meist da: Alle sind angespannt, es wird Druck gemacht und ihr generiert so eine bleibende schlechte Erfahrung für das Pferd. Besser ist, das Betreten des Hängers nach und nach aufzubauen und mit angenehmen Erfahrungen zu verknüpfen. Man kann Pferde übrigens auch wunderbar clickern und so Medical Training, Tricks oder eben Verladeprozeduren gewaltfrei aufbauen.
Ansonsten gilt: Das Pferd entsprechend einpacken, ggf. Transportgamaschen drauf. Der Hänger ist am Zugfahrzeug angehängt, bevor ihr verladet, sonst kippt er samt Pferd!! Im Hänger ist Licht, die kleine Türe vorne ist offen. Wenn es ein Doppelhänger ist, kann auf einer Seite zunächst ein Pferd eingeladen werden, das ganz problemlos Hänger fährt; meist steigt das zweite Herdentier dann leichter ein. Das Pferd trägt beim Verladen Halfter und Führstrick, weil ihr es ja damit auch vorne festbinden müsst (keine Trense). Einer führt zügig, ohne das Pferd anzugucken, holt etwas aus und achtet darauf, möglichst gerade auf die Rampe zu zu kommen. Links und rechts der Rampe stehen Helfer, die darauf achten, dass das Pferd nicht vorbei läuft oder einen Tritt neben die Rampe setzt.
Einer von ihnen hält das Metallrohr in Händen, das zügig hinter dem Pferd eingehängt wird und verhindert, dass es rückwärts wieder heraus läuft. Dieses Rohr wird unbedingt mit den kleinen Bolzen/Ringen, die durch die Löcher gesteckt werden, dagegen gesichert, vom Pferd wieder heraus gehoben zu werden. Erst wenn der Helfer das Signal gibt, dass dies geschehen ist, knotet der Führer das Pferd vorne fest. Würde sich das Pferd erschrecken oder wieder hinaus drängen wollen, bevor es hinten gesichert ist, würde es sich andernfalls am Führstrick "aufhängen", womöglich in seiner Panik stürzen und sich verletzen. Das Pferd so kurz anbinden, dass es an den Heusack kommt, aber nicht versuchen kann, sich zu drehen. Ob es zum Nachbarpferd Kontakt haben sollte oder nicht, entscheidet deren Sympathie. Ihr könnt halt vom Zugfahrzeug aus nicht schnell eingreifen, wenn die sich kabbeln sollten.
Die Pferde sollten nachher nicht kopfüber im Hänger sein.
Der größte Fehler ist es vorher nicht zu üben!
Verladen ist bei vielen Pferden kein Selbstläufer!
Zu kleinen Hänger nehmen.
Das Pferde verladen ist häufig mit Schwierigkeiten verbunden. Die Tiere sind nervös und haben bisweilen sogar Angst vor der ungewohnten Situation. Wichtig ist, dass Du selber die Ruhe bewahrst und mit deinem Pferd redest. Das macht schon eine Menge aus.
Empfehlenswert ist es, mit den Pferden das Verladen zu üben. Sie gewissermaßen schon im Vorfeld an den Hänger zu gewöhnen. Dabei sollte man auch mit Belohnungen arbeiten. Man sollte aber nichts erzwingen, dann wird es beim nächsten Mal wieder Theater geben.
Bei extrem nervösen Pferden sollte man sich am besten mit seinem Tierarzt beraten. Unter Umständen kann er Dir dann auch ein geeignetes Beruhigungsmittel empfehlen. Sicher gibt es in Deinem Reitstall auch entsprechend erfahrene Reiter, die schon oft auf Turnieren waren und für die das Pferde verladen Routine ist. Vielleicht haben sie noch weitere hilfreiche Tipps parat.