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Noch Fragen?

Was kann man zur nachhaltigen Holzwurmbekämpfung tun? Und sind die befallenen Hölzer noch zu retten?

Frage Nummer 41119
Antworten (11)
In der Regel ist Holzwurmbefall kein Grund zur Panik. Der Holzwurm an sich ist durchaus daran interessiert, dass das Holz tragfähig bleibt. Er frisst ein paar Kanäle, schädigt außreichend dickes Material aber nicht.
Wenn es sich um etwas Wertvolles oder statisch wichtiges handelt, würde ich mal mit einem Kammerjäger sprechen. Man kann den Holzwurm z. B. bei eher niedrigen Temperaturen "backen".
Das ist eine der ständig wiederkehrenden Stern-Zombi-Fragen.
[br] Ich habe einen etwa 120 Jahre alten Eichenschrank. Der hat jede Menge Holzwurmlöcher. Zunächst war es wichtig, festzustellen, ob es in diesem Holz noch aktive Holzwürmer gibt. Das kann man feststellen, wenn man, wie bei mir, Holzmehl (ganz wenig nur, man muss schon aufmerksam danach suchen) auf den Fliesen finden kann.
Danach habe ich mir im Fachhandel ein Spray gegen diese possierlichen Tierchen besorgt. Der Sprühkopf hat eine lange, extrem dünne Sonde, mit der man in die Wurmlöcher eindringt, und das Gift direkt zum Holzwurm bringt. Es macht zwar etwas Mühe (mehrfach kontrollieren), aber letztendlich ist gibt es einen hundertprozentigen Erfolg.
bh_roth: Einfacher geht es mit dicht schließender, billiger Plastikfolie und einer Schüssel/Teller mit untergestellter - nein, nicht Salzsäure! - sondern Ammoniak (auch für Hundepinkelecken bestens geeignet) . Nach 24 Stunden ist da garantiert kein Leben mehr drin!
es gibt auch Restauratoren, die ein befallenes Möbelstück in eine Kohlenmonoxidkammer stecken. Damit wird ALLES abgetötet. Unter Umständen kommst Du mit Spray und Schlauch nämlich nicht an alle Kanäle dran...
Klasse Antworten heute. Zu Antwort 1: ich habe schon Möbelstücke gesehen, welche nur noch von der Lackschicht zusammengehalten wurden, das Innere bestand nur noch aus Mehl. Zu Antwort 3: Ammoniak mag eine gute Lösung sein, sollte es sich aber z.B. um Eichenholz handeln, wird dieses nach 24Std. Ammoniakinhalation wie Fundholz aus dem Teufelsmoor aussehen. Ammoniak reagiert stark mit der Gerbsäure von Eichen- oder diversen anderen gerbstoffhaltigen Hölzer
professionelle Hitze-oder Kohlenmonoxydbehandlung sind bei wertvollen Möbelstücken die sinnvollste Alternative.
In den Kuhstall hängen. Wenn die Kühe dann furzen, hält das kein Holzwurm aus.
Ob das Holz nach einem Wurmbefall und deren erfolgreichen Behandlung noch verwendet werden kann, hängt von der Größe des Befalls ab. Äußerliche Wurmspuren können noch eine dekorative Komponente ergeben. Eine Möglichkeit ohne giftige Stoffe zu arbeiten ist das Warm- oder Heißluftverfahren, bei der das organisches Eiweiß ohne Rückstände beseitigt werden kann.
Ob die Holzmöbel, die von den Schädlingen befallen sind, letztendlich noch zu retten sind, kann im Zweifelsfall nur ein Fachmann entscheiden. Aufhalten kann man die Holzwürmer selbst, sowie ihre Eier und Larven allerdings schon und das sogar recht effektiv und umweltfreundlich. Das Möbelstück wird vom Fachmann ganz einfach erwärmt und zwar auf eine Temperatur von ca. 55 Grad, die dann für längere Zeit aufrechterhalten werden muss. Diese Behandlung mit Heißluft bewirkt, dass das Protein in den Schädlingen gerinnt und diese konsequenterweise absterben und zwar inklusive der abgelegten Eier etc. Dieses Verfahren kann allerdings nur ein Fachmann durchführen, weil die Temperatur wirklich über längere Zeit konstant bleiben muss.
Bei der Bekämpfung von Holzwürmern hat sich Heißluft bzw. warme Luft als die wirkungsvollste Methode erwiesen, die zudem das Holz so weit wie möglich schont und dabei auch noch am umweltfreundlichsten ist. Bei dieser Behandlung wird das befallene Objekt, also zum Beispiel ein alter Sekretär aus Holz, vorsichtig auf eine sogenannte Kerntemperatur von 55 Gad erwärmt. Diese muss dann mindestens eine Stunde gehalten werden. Diese Methode garantiert, dass das Eiweiß in den Larven und Eiern, die sich im Holz eingelagert haben, gerinnt und die Schädlinge so wirkungsvoll abgetötet werden.
Heißluft kann bei wärmeempfindlichen Möbeln manchmal ein Problem sein. Die Amoniakgeschichte bringt auch nichts, da man nie in alle Fraßgänge reinkommt. Kohlenmonoxid wird nicht eingesetzt. Allerhöchstens Kohlendioxid. Das ungiftige Gas Stickstoff tötet die Käfer, Holzwürmer und vor allem die Eier ab. Stickstoffbegasungen werden in Begasungskammern oder Folienzelten von Museen und Unternehmen angeboten. Die Abtötung dauert, je nach Verfahren 1- 8 Wochen. Es ist halt kein dauerhafter Schutz sondern nur eine Behandlung für den aktiven Befall.